Neuere Corona-Variante in Deutschland bislang nur vereinzelt
12.06.2025 - 05:01:36 | dpa.deEine neue Corona-Variante ist global auf dem Vormarsch â spielt in Deutschland bislang aber noch keine gröĂere Rolle. Die Variante NB.1.8.1 wurde erstmals im Januar dieses Jahres nachgewiesen und wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als «Variante unter Beobachtung» eingestuft.Â
WĂ€hrend sich die Variante in Teilen Asiens bereits durchgesetzt hat, ist das in Deutschland aktuell nicht der Fall: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurde NB.1.8.1 Ende MĂ€rz erstmals in Deutschland nachgewiesen â und seitdem bisher nur sporadisch. «Ein Trend lĂ€sst sich hier nicht ableiten, aktuell sind die Covid-Fallzahlen gering und es wird entsprechend weniger sequenziert», heiĂt es.Â
In der jĂŒngsten Meldewoche (bis 8. Juni) wurden dem RKI 698 Corona-FĂ€lle gemeldet. Auf niedrigerem Niveau deute sich bei Sars-Cov-2 ein leichter Anstieg an, heiĂt es im aktuellen Wochenbericht. Viele Infektionen dĂŒrften unentdeckt bleiben, da wenig getestet wird.
Viruslast im Abwasser steigt leicht an
In der Ăberwachung des Abwassers auf dem Infektionsradar des Bundes lieĂ sich in den vergangenen vier Wochen auch ein leichter Anstieg der Sars-Cov-2-Last im Abwasser erkennen â ebenfalls auf niedrigem Niveau.
Dem Biophysiker Richard Neher von der UniversitĂ€t Basel zufolge stammt NB.1.8.1 vom Erregerstamm XDV.1.5 ab, einer in Fernost dominanten Form des Erregers. Nach Angaben der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf das Nationale Amt fĂŒr Krankheitskontrolle und PrĂ€vention war NB.1.8.1 Ende Mai in China die dominierende Variante.Â
«Die Variante nimmt verglichen mit anderen Varianten an HÀufigkeit zu», hÀlt Neher fest. NB.1.8.1 sei also ansteckender in dem Sinne, dass eine Infektion mehr Folgeinfektionen produziere als andere Varianten.
Keine Hinweise auf schwerere VerlÀufe
Hinweise auf schwerere KrankheitsverlĂ€ufe gibt es in China laut Behördenangaben nicht. Dies deckt sich mit der EinschĂ€tzung der WHO: Trotz einer Zunahme an FĂ€llen und Krankenhauseinlieferungen in LĂ€ndern, wo NB.1.8.1 verbreitet sei, gebe es bislang keine Anzeichen dafĂŒr, dass die Variante schwerere Erkrankungen auslöse als andere zirkulierende Varianten, heiĂt es von der Organisation. Es sei zu erwarten, dass die derzeit zugelassenen Covid-19-Impfstoffe auch bei NB.1.8.1 vor schweren KrankheitsverlĂ€ufen schĂŒtzen.Â
Neher meint mit Blick auf Deutschland: «Ob die Variante sich durchsetzen wird, hÀngt davon ab, wie sich andere Varianten weiterentwickeln. Es ist gut möglich, dass NB.1.8.1 sich durchsetzt, aber vermutlich recht unerheblich.»
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