RĂ€tsel, Riesige

RĂ€tsel gelöst: Riesige Asselspinnen mit spezieller FĂŒrsorge

23.02.2024 - 07:27:04

Die riesigen Asselspinnen selbst bekamen Forschende in der Antarktis immer wieder mal zu Gesicht. Doch nie zusammen mit Nachwuchs. Mithilfe von TauchgÀngen gelang nun die Lösung des RÀtsels.

Kreaturen, die auf dĂŒnnen langen Beinen ĂŒber den Meeresgrund staksen - der Anblick von Riesenasselspinnen lĂ€sst viele Menschen schaudern. Einem Forschungsteam ist es nun gelungen, ein bisher ungelöstes Mysterium zu entrĂ€tseln: warum die Tiere noch nie mit Nachwuchs gesehen wurden. 

So zahlreich Asselspinnen der Art Colossendeis  am Meeresgrund der Antarktis sein können - ĂŒber ihre Fortpflanzung sei seit mehr als 140 Jahren gerĂ€tselt worden, erlĂ€utert das Forschungstrio von der UniversitĂ€t von Hawaii in Manoa im Fachjournal «Ecology».

Asselspinnen gehören anders als ihr Name vermuten lĂ€sst nicht zu den Spinnentieren, sie sind eine eigene, rein marin lebende Tiergruppe. Die meisten Arten sind nur wenige Zentimeter groß, einige antarktische Arten aber messen von einer Beinspitze bis zur gegenĂŒberliegenden mehr als 30 Zentimeter. Es handle sich um einen Fall von «polarem Gigantismus», erlĂ€utern die Forschenden: Organismen in Polargebieten werden mitunter viel grĂ¶ĂŸer als ihre Verwandten in wĂ€rmeren Klimazonen.

MĂ€nnliche Asselspinne ĂŒbernimmt die Kinderbetreuung

«Bei den meisten Asselspinnen kĂŒmmert sich das mĂ€nnliche Elternteil um die Babys, indem es sie herumtrĂ€gt, wĂ€hrend sie sich entwickeln», erklĂ€rte Studienleiterin Amy Moran. Trotz ĂŒber 140 Jahre zurĂŒckreichender Beschreibungen der Tiere habe aber bisher nie jemand Colossendeis megalonyx beim BebrĂŒten von Jungtieren gesehen.

Die Gruppe um Moran hatte solche Asselspinnen, die sich gerade zu paaren schienen, bei TauchgĂ€ngen von Hand eingesammelt und sie zur Beobachtung in Bassins gebracht. Die Tiere legten Tausende winzige, nur etwa 100 Mikrometer messende Eier - trugen sie aber nicht herum. Stattdessen habe jeweils ein Elternteil - wahrscheinlich der Vater - Tage damit zugebracht, die Eier am felsigen Boden festzukleben. Dort hĂ€tten sie sich mehrere Monate entwickelt, bis schließlich winzige Larven geschlĂŒpft seien.

«Wir hatten großes GlĂŒck, dass wir das sehen konnten», sagte Mitautor Aaron Toh. Innerhalb weniger Wochen nach der Ablage waren die Eier demnach von mikroskopisch kleinen Algen ĂŒberwuchert, die eine perfekte Tarnung boten - was wahrscheinlich der Grund sei, dass sie zuvor nie entdeckt wurden. 

@ dpa.de