Zooplankton, Nahrung

Klimakrise bedroht Arktis-Plankton: Gefahr fĂŒr Meerestiere

29.08.2023 - 13:35:46

Die winzigen Organismen des Zooplankton sind Teil einer Massenbewegung unter Wasser, die wichtig fĂŒr ganze Ökosysteme ist. In der Arktis dĂŒrfte der Klimawandel darauf fatale Auswirkungen haben.

Der Klimawandel bedroht einer neuen Studie zufolge Zooplankton in der Arktis. Die riesige Gruppe von unterschiedlichen Organismen könnte kĂŒnftig lĂ€nger in der Tiefe bleiben, heißt es im Fachmagazin «Nature Climate Change». «Dies hĂ€tte fatale Auswirkungen auf das ganze Ökosystem bis hin zu Robben, Walen und EisbĂ€ren», sagt Hauke Flores vom internationalen Forschungsteam unter Leitung des Alfred-Wegener-Instituts mit Sitz in Bremerhaven laut einer Mitteilung.

Zooplankton sind weltweit verbreitete Kleinstlebewesen, die die Nahrungsgrundlage fĂŒr zahllose Meeresbewohner bilden. Zu diesen Organismen zĂ€hlen unter anderem kleine Krebstierchen und RĂ€dertierchen.

In vielen FÀllen nÀhert sich das Zooplankton nach Angaben des Forschungsteams im Schutz der Dunkelheit der WasseroberflÀche, um dort zu fressen. «In den Ozeanen findet jeden Tag die gewaltigste synchrone Massenbewegung von Organismen auf dem Planeten statt», so Flores.

Ist es ohne Eisdecke zu hell, bleibt das Plankton in der Tiefe

In den Polargebieten wandere das Zooplankton hingegen saisonal: Wenn es im Sommer monatelang hell ist, bleibe das Zooplankton dauerhaft in der Tiefe. Erst in der Dunkelheit im Winter nÀhere sich ein Teil des Zooplanktons der WasseroberflÀche.

Wenn das Meereis im Zuge des Klimawandels schmilzt, kann Sonnenlicht laut Studie immer tiefer in den Ozean eindringen - auch in der sonst dunklen Jahreszeit. Das Zooplankton orientiere sich an den LichtverhÀltnissen und Àndere dadurch sein Verhalten: Die winzigen Tiere bleiben in Zukunft lÀnger in der Tiefe.

«KĂŒnftig wird sich in einem wĂ€rmeren Klima das Eis im Herbst spĂ€ter bilden, was zu einer geringeren Eisalgenproduktion fĂŒhrt», erklĂ€rt Flores. «In Kombination mit dem spĂ€teren Aufstieg kann das beim Zooplankton im Winter hĂ€ufiger zu Nahrungsmangel fĂŒhren.»

Die Überlebenschancen des Zooplanktons in der Arktis verschlechtern sich dadurch zunehmend, zeigt die Studie. Diese Entwicklung habe Folgen fĂŒr das ganze Ökosystem. Wenn es weniger Zooplankton gebe, haben viele Fische weniger zu fressen und am Ende auch Wale, Robben und EisbĂ€ren ein Problem.

Um den Prozess zu verlangsamen, mĂŒsse das 1,5 Grad-Ziel eingehalten werden, jedes zehntel Grad weniger ErwĂ€rmung sei wichtig fĂŒr das Ökosystem der Artis, appelliert das Forschungsteam.

@ dpa.de