Digitalbranche trotzt 2025 der Rezession
09.01.2025 - 10:00:36Die Digitalwirtschaft in Deutschland trotzt in diesem Jahr der KonjunkturschwÀche und wÀchst krÀftig. Laut einer Prognose des Digitalverbandes Bitkom, die in Berlin veröffentlicht wurde, soll der Umsatz im IT- und Telekommunikationsmarkt (ITK) 2025 um 4,6 Prozent auf 232,8 Milliarden Euro steigen. Im Vorjahr wuchsen die ITK-UmsÀtze um 3,3 Prozent auf 222,6 Milliarden Euro, berichtete Bitkom-PrÀsident Ralf Wintergerst.
FachkrÀfte gesucht
WĂ€hrend viele traditionelle Industrien massiv ArbeitsplĂ€tze abbauen, sucht die Digitalbranche weiterhin dringend FachkrĂ€fte. Die Zahl der BeschĂ€ftigten im ITK-Sektor soll 2025 um rund 20.000 auf 1,371 Millionen steigen. Im vergangenen Jahr entstanden laut Studie 9.000 neue ArbeitsplĂ€tze. «Die Digitalwirtschaft ist ein Lichtblick in schwierigen Zeiten, steigert den Umsatz und schafft neue Jobs», sagte Wintergerst. Damit sei die Digitalbranche der gröĂte industrielle Arbeitgeber in Deutschland, noch vor der Automobilbranche, dem Maschinenbau sowie der Chemie- und Pharmaindustrie.
Doch auch in der Digitalbranche gibt es Licht und Schatten. WĂ€hrend das GeschĂ€ft mit Informationstechnik boomt, schrumpfen die UmsĂ€tze mit Unterhaltungselektronik das fĂŒnfte Jahr in Folge. Nach einem RĂŒckgang von 5,8 Prozent im letzten Jahr erwartet Bitkom fĂŒr 2025 in diesem Segment einen weiteren UmsatzrĂŒckgang um 7,5 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. «Dieses GeschĂ€ft leidet besonders unter hoher Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit â viele Haushalte sparen und verzichten auf gröĂere Anschaffungen», sagte Wintergerst.
IT und KI boomen
Die klassische Informationstechnik hingegen treibt das Wachstum an. FĂŒr 2025 erwartet Bitkom einen Umsatz von 158,5 Milliarden Euro mit IT (plus 5,9 Prozent). Das SoftwaregeschĂ€ft wĂ€chst stark um 9,8 Prozent auf 51,1 Milliarden Euro. Der Hype um KĂŒnstliche Intelligenz zeigt sich auch in den Bilanzen: Das GeschĂ€ft mit KI-Plattformen, auf denen KI-Anwendungen entwickelt, trainiert und betrieben werden, wĂ€chst rasant um 43 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro.
Wintergerst sagte mit Blick auf die bevorstehende Bundestagswahl, wichtig sei, dass die kĂŒnftige Bundesregierung schnell die Digitalpolitik in den Fokus nehme. «Wir brauchen weniger Regulierung und stattdessen mehr Investition und mehr Innovation.» Um die Wirtschaft anzukurbeln, mĂŒsse mehr Kapital fĂŒr die Unternehmen mobilisiert sowie der IT-FachkrĂ€ftemangel gelindert werden. Der Verbands-PrĂ€sident machte sich fĂŒr Einrichtung eines eigenstĂ€ndigen Digitalministeriums stark: «Echter Fortschritt wird nur erreicht, wenn es innerhalb der nĂ€chsten Bundesregierung einen Antreiber fĂŒr die DigitalthemenÂ
gibt.»





