Mehr Gewebespenden im vergangenen Jahr
01.01.2025 - 05:30:35Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Gewebespenden erneut gestiegen. Bis zum 2. Weihnachtsfeiertag zĂ€hlte die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Gewebetransplantation (DGFG) 3.698 Spender, wie das Netzwerk in Hannover mitteile. Im Vorjahr waren es demnach noch 3.505. Die DGFG vermittelt etwa die HĂ€lfte der Gewebetransplantate in Deutschland und kann auch nur darĂŒber Auskunft geben.
Am hĂ€ufigsten wird Augenhornhaut gespendet. Auch Herzklappen oder BlutgefĂ€Ăe zĂ€hlen zu den Gewebespenden. Trotz der Zunahme bei den Spenden kann der Bedarf bei den AugenhornhĂ€uten und den Herzklappen weiter nicht gedeckt werden, teilte die Transplantationsgesellschaft mit.
Bis zum Stichtag 26. Dezember wurden den Angaben nach 55.691 mögliche Spender an die DGFG gemeldet. In 10.704 FĂ€llen habe es dann ein AufklĂ€rungsgesprĂ€ch gegeben, die in 4.077 FĂ€llen zu einer Zustimmung zur Gewebeentnahme gefĂŒhrt hĂ€tten. Das entsprach einer Zustimmungsquote von 38,1 Prozent.Â
Die Spendenbereitschaft nach AufklĂ€rungsgesprĂ€chen sei rĂŒcklĂ€ufig. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 40,6 Prozent, 2022 bei 42,4. Da 2024 generell mehr mögliche Spender gemeldet wurden, und auch die Zahl der AufklĂ€rungsgesprĂ€che stieg, konnte der RĂŒckgang bei der Spenderbereitschaft aufgefangen werden.
Anders als Organspenden sind Gewebespenden teilweise auch noch 72 Stunden nach dem Tod möglich und mĂŒssen zudem nicht direkt weiterverwendet werden. Die Spenden werden stattdessen in Gewebebanken zu Transplantaten aufbereitet. Gewebespenden sind unabhĂ€ngig oder im Rahmen einer Organspende möglich.
Keine AltersbeschrÀnkung bei Spenden
Ob Gewebe nach dem Tod entnommen werden dĂŒrfen, kann auf dem Organspendeausweis festgehalten werden, mĂŒndlich vor dem Tod mitgeteilt oder von Angehörigen entschieden werden. Seit 18. MĂ€rz 2024 gibt es auch das Organspende-Register, in das jeder seine Entscheidung online hinterlegen kann.
Einer Gewebespende geht meist ein Herz-Kreislauf-Tod voraus. Eine AltersbeschrĂ€nkung fĂŒr Gewebespenden gibt es nicht.
Die meisten Gewebespenden kamen 2024 aus Niedersachsen (608), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (587) und Sachsen (526). Die wenigsten kamen aus dem Bundesland Rheinland-Pfalz (13). Aus allen Spenden zusammen ergaben sich im vergangenen Jahr 7.761 gespendete einzelne Gewebe (2,5 Prozent mehr als im Vorjahr). Gleichzeitig wurde 8.340 Menschen (+ 10,1 Prozent) aufbereitetes Gewebe transplantiert.


