Digitale Lehrmittel: Helbling und Schulthess bringen Toolboxen
Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 06:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Digitalisierung von Arbeits- und Lernwelten erreicht durch spezialisierte Softwarelösungen und integrierte künstliche Intelligenz (KI) eine neue Tiefe. Aktuelle Veröffentlichungen und Pilotprojekte im Bildungssektor, im Handwerk sowie in der öffentlichen Verwaltung verdeutlichen, wie strukturierte Toolboxen zunehmend analoge Prozesse ergänzen oder vollständig ersetzen, um Effizienz und Rechtskonformität zu steigern.
Digitale Lehrmaterialien zur Umsetzung neuer Lehrpläne
Im Zentrum der digitalen Transformation im Bildungsbereich steht die Bereitstellung umfassender Materialpakete für den Primarstufenbereich. Zum 15. August 2026 veröffentlicht der Helbling Verlag die „Digitale Toolbox für LILO 4“, die auf den österreichischen Lehrplan 2023 zugeschnitten ist.
Die als Software verfügbare Einzellizenz wird zum Preis von CHF 69.80 angeboten und umfasst unter der ISBN 978-3-7113-1010-1 neben einem digitalen Sprachbuch auch ein Übungsheft, ein Leseheft, einen Begleitband sowie entsprechende Audio-Dateien.
Parallel dazu stellt der Schulthess Verlag für das Jahr 2026 eine digitale Toolbox für „EINS PLUS 4“ bereit. Dieses Paket, das ebenfalls den Anforderungen des Lehrplans 2023 entspricht, erscheint als E-Book unter der ISBN 978-3-7113-0055-3. Zum Preis von CHF 64.10 erhalten Nutzer Zugriff auf einen Schularbeitengenerator, Erarbeitungs- und Übungsteile sowie Audios.
Ergänzend zu diesen stationären Lernmitteln rücken Werkzeuge zur Individualisierung des Unterrichts in den Fokus. Ein für den 17. September 2026 angekündigter Online-Kurs des Medienzentrums Offenbach befasst sich mit der Anwendung „Fello Fish“. Referent Sebastian Haase demonstriert dabei, wie die DSGVO-konforme Software Lehrkräfte bei der Erstellung individualisierter Feedbackkommentare entlasten kann.
Automatisierung der Arbeitszeiterfassung und Prozessoptimierung
Ein weiterer Schwerpunkt der Digitalisierung betrifft die administrative Entlastung von Lehrkräften durch eine strukturierte Arbeitszeiterfassung. Hintergrund ist die seit 2019 bestehende EuGH-Pflicht zur Erfassung der Arbeitszeit. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) treibt hierzu die Einführung spezifischer Apps voran.
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Während der GEW-Landesverband Hessen bereits am 5. August 2026 eine entsprechende Anwendung startete, ist der Roll-out in Berlin für den 18. August 2026 geplant. In Niedersachsen soll die Einführung nach den Herbstferien erfolgen. Der Landesverband Bayern übernimmt unterdessen die Kosten für die App „MiZei“, während Bremen bislang als einziges Bundesland keine derartige Lösung implementiert hat.
Über den Bildungssektor hinaus zeigt sich die Integration von KI-Assistenten als Trend zur Steigerung der betrieblichen Produktivität. Die Handwerkersoftware ToolTime hat ihr Portfolio um einen KI-Telefonassistenten erweitert.
Laut Geschäftsführer Marcel Mansfeld erfasst das System Anliegen, gleicht Rufnummern mit der Kundendatenbank ab und leitet Notfälle gezielt weiter. Ähnliche Ansätze verfolgt CrewBrain mit dem Assistenten „CrewBee“, der seit dem 10. August 2026 Enterprise-Kunden bei der Projektanalyse und bei Massenänderungen unterstützt.
Der Einsatz moderner Technologien erfordert auch die Kenntnis über neue gesetzliche Rahmenbedingungen wie den EU AI Act. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet einen kompakten Überblick über Fristen, Pflichten und Risikoklassen für Unternehmen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen – Gratis-E-Book herunterladen
KI-Integration in Logistik, Verwaltung und Medien
In der Logistikbranche präsentiert LIS auf der IAA Transportation 2026 den KI-Assistenten „LISA“, der automatisierte Tourenvorschläge generiert und Aufträge aus Dokumenten extrahiert. Auch der Bundesfachverband Betonkanalsysteme (FBS) nutzt die KI-Anwendung „infra.pilot“, um den Rechercheaufwand in Fachgebieten zu reduzieren.
Die öffentliche Verwaltung zeigt ebenfalls Fortschritte bei der Implementierung digitaler Helfer. Die Stadt Kevelaer setzt bereits seit September 2025 auf einen KI-Chatbot und seit März 2026 auf einen Telefonassistenten. Der Digitalisierungsbeauftragte Jonas Hoffmanns verwies in diesem Zusammenhang auf den internen Assistenten „merlin_assistiert“ und die Absicherung durch eine Dienstvereinbarung sowie Serverstandorte in Deutschland.
Im Medienbereich begleitete der IT-Dienstleister PCG die Migration der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) zu Google Workspace. Dabei wurden rund 800 Nutzer ohne Unterbrechung des laufenden Betriebs in die Cloud-Umgebung inklusive der KI-Lösung Gemini überführt.
Zur weiteren Professionalisierung im Umgang mit diesen Technologien bietet die dpa-Akademie im zweiten Halbjahr 2026 eine Reihe von Workshops an, die Themen von der KI-gestützten Erstellung von Pressemitteilungen bis hin zur Videoproduktion abdecken.
