Digitale OP-Säle: Getinge eröffnet Entwicklungszentrum in Hamburg
27.06.2026 - 00:09:18 | boerse-global.de
Der schwedische Medizintechnikkonzern Getinge hat in Hamburg ein neues Entwicklungszentrum für digitale Operationsumgebungen eröffnet. Die Einrichtung soll die Lücke zwischen allgemeiner Software und den spezifischen Anforderungen chirurgischer Abläufe schließen.
Strategische Investition in die Zukunft der Chirurgie
Am 26. Juni 2026 nahm Getinge den Digital OR Hub in der Hansestadt offiziell in Betrieb. Ziel ist die Entwicklung eines intelligenten digitalen Ökosystems für den Operationssaal – von der präoperativen Planung über den Eingriff selbst bis hin zur Nachsorge. Das neue Zentrum bündelt Softwareentwicklung und klinische Expertise unter einem Dach.
Charlotte Enlund, Vizepräsidentin für Digitale Gesundheitslösungen bei Getinge, bezeichnete den Hub als „Katalysator für Innovationen im digitalen Gesundheitswesen“. Matthias Rath, Direktor für Produktmanagement und Geschäftsentwicklung im Bereich Digital OR Solutions, ergänzte: „Wir schaffen eine vernetztere und intelligentere Umgebung für Operationssäle.“ Das Hamburger Team soll maßgeschneiderte Lösungen entwickeln, die Mediziner während des gesamten chirurgischen Zyklus unterstützen.
Wettbewerb verschärft sich: KARL STORZ bringt KI-gestütztes System
Nur einen Tag zuvor, am 25. Juni 2026, kündigte der deutsche Medizintechnikhersteller KARL STORZ die Markteinführung seines Integrationssystems OR1 X Pro in Europa an. Die erste Installation erfolgte an der Universitäts-Frauenklinik in Tübingen. Das System nutzt 4K-Visualisierung und NVIDIA-GPU-Technologie für eine deutliche Leistungssteigerung bei der Datenverarbeitung.
Die KARL STORZ-Lösung bietet zudem automatisierte Dokumentation und KI-gestützte Arbeitsabläufe. Weitere Installationen sind in Berlin und Norwegen geplant. Der Trend ist eindeutig: Hochleistungsrechnen und künstliche Intelligenz halten Einzug in die Chirurgie – und deutsche Krankenhäuser sind Vorreiter.
Oracle Health und Theator: KI ersetzt manuelle OP-Dokumentation
Getinge und KARL STORZ treiben die digitale OP-Transformation voran – mit KI-gestützten Systemen, die manuelle Dokumentation überflüssig machen. Prüfen Sie mit dem kostenlosen Digitalisierungs-Check, wo Ihr Haus steht und welche Schritte jetzt priorisiert werden sollten. Digitalisierungs-Check per E-Mail anfordern
Ebenfalls am 25. Juni 2026 gaben Oracle Health und Theator eine Partnerschaft bekannt. Gemeinsam integrieren sie KI-gestützte Operationsdokumentation in Oracles Gesundheitsplattform. Die Technologie analysiert Videoaufnahmen von Eingriffen und erstellt automatisch Operationsberichte – Schluss mit manueller Diktierarbeit.
Die Plattform hat bereits mehr als 600.000 Eingriffe aus 150 verschiedenen Operationsarten verarbeitet. Eine Studie im Journal of the American College of Surgeons bestätigte die Genauigkeit der KI-Verbesserungen und verglich sie mit einer Basisleistung von 72,8 Prozent.
Rechenzentren als Rückgrat der Digitalisierung
Die Digitalisierungswelle im Gesundheitswesen wird durch Investitionen in die IT-Infrastruktur gestützt. Am 17. Juni 2026 kündigte die Universität Hamburg die Sanierung ihres Regionalen Rechenzentrums an. Grund sind strukturelle Mängel und der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit. Das Zentrum beherbergt den Hochleistungsrechner Hummel-2, der GPU-Kerne und Speicher für die regionale Forschung bereitstellt.
Industriegiganten wie HPE und NVIDIA werben derweil für das Konzept der KI-Fabriken im Gesundheitswesen. Laut Daten der Weltgesundheitsorganisation setzen bereits 75 Prozent der EU-Länder KI in der Diagnostik ein. Beide Unternehmen betonen die Notwendigkeit skalierbarer Produktionsumgebungen und interoperabler Daten.
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Medizinische Versorgung bis auf die Hallig
Auch abseits der Ballungszentren tut sich etwas: Am 25. Juni 2026 bewilligte das Land Schleswig-Holstein 2,1 Millionen Euro für ein neues Medizin- und Marktzentrum auf der Hallig Langeneß. Das Projekt bringt moderne Versorgung in eine der abgelegensten Regionen Deutschlands – ein Beispiel dafür, wie Digitalisierung und staatliche Förderung Hand in Hand gehen können.
