Digitaler Euro: Bundesbank plant Integration in Wero-System
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 13:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Auf einem Symposium in Frankfurt am 26. August 2026 hat sich Lutz LienenkĂ€mper, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, fĂŒr eine enge Verzahnung des kĂŒnftigen digitalen Euro mit dem europĂ€ischen Zahlungssystem Wero ausgesprochen.
LienenkĂ€mper, der seit Juli dieses Jahres innerhalb der Notenbank fĂŒr das Projekt der digitalen GemeinschaftswĂ€hrung zustĂ€ndig ist, bezeichnete eine Integration der staatlichen DigitalwĂ€hrung in die bestehende Wero-Infrastruktur als einen denkbaren und sinnvollen Schritt fĂŒr den europĂ€ischen Zahlungsverkehr.
Synergien zwischen Wero und der staatlichen DigitalwÀhrung
Der Vorschlag sieht vor, die Reichweite des digitalen Euro durch die Nutzung bereits etablierter privater Wallet-Lösungen zu erhöhen. Wero wird von der European Payments Initiative (EPI) betrieben, einem Zusammenschluss zahlreicher europÀischer Banken, zu denen unter anderem die Deutsche Bank gehört.
Durch eine technische und funktionale Verbindung beider Systeme könnten Nutzer den digitalen Euro direkt ĂŒber ihre gewohnten Schnittstellen verwenden.
Aktuell verfĂŒgt Wero bereits ĂŒber eine breite Basis von 57 Millionen registrierten Nutzern in den LĂ€ndern Belgien, Frankreich und Deutschland. Die Betreiber arbeiten zudem an einer Ausweitung des Dienstes auf die MĂ€rkte in den Niederlanden, Luxemburg und Ăsterreich. Eine Einbindung des digitalen Euro in dieses Netzwerk wĂŒrde die Akzeptanz der neuen WĂ€hrungsform bereits zum Start erheblich begĂŒnstigen.
Strategische UnabhĂ€ngigkeit von auĂereuropĂ€ischen Zahlungsdiensten
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Ein wesentliches Ziel des digitalen Euro ist laut LienenkÀmper die StÀrkung der europÀischen SouverÀnitÀt im Finanzsektor. Die digitale WÀhrung solle als notwendige ErgÀnzung zum physischen Bargeld fungieren und gleichzeitig die AbhÀngigkeit von US-amerikanischen Anbietern reduzieren. Genannt wurden in diesem Zusammenhang Dienstleister wie PayPal, Apple Pay sowie die Kreditkartenorganisationen Mastercard und Visa.
Durch die Kombination aus einer staatlich garantierten DigitalwĂ€hrung und einer europĂ€ischen Infrastruktur wie Wero solle ein Gegengewicht zu den marktbeherrschenden auĂereuropĂ€ischen Plattformen geschaffen werden. Dabei betonte der Bundesbank-Vorstand, dass der digitale Euro nicht als Ersatz fĂŒr bestehende private Zahlungslösungen oder Bargeld gedacht sei, sondern das bestehende Angebot sinnvoll ergĂ€nzen solle.
Zeitplan fĂŒr Pilotprojekt und MarkteinfĂŒhrung
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Die Vorbereitungen fĂŒr die EinfĂŒhrung der neuen WĂ€hrung schreiten unterdessen auf Ebene der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) voran. Ein umfangreiches Pilotprojekt soll im September 2027 an den Start gehen. An dieser Testphase beteiligen sich insgesamt 36 Zahlungsdienstleister, wobei namhafte Institute wie die Deutsche Bank und UniCredit bereits als Partner feststehen.
Trotz der fortgeschrittenen Planung wird eine offizielle EinfĂŒhrung des digitalen Euro fĂŒr die breite Ăffentlichkeit noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Nach derzeitigem Stand ist ein Marktstart frĂŒhestens fĂŒr das Jahr 2029 angepeilt. Bis dahin mĂŒssen sowohl die regulatorischen Rahmenbedingungen als auch die technische Integration in Systeme wie die Wero-Wallet finalisiert werden.
Mehr zum Thema bei Handelsblatt: âDigitalwĂ€hrung: Bundesbank-Vorstand fĂŒr Integration des digitalen Euro in Weroâ
