Disney+-Ausfall: Cyberkriminelle nutzen Störung für Kreditkartenbetrug
19.06.2026 - 21:44:57 | boerse-global.de
Während die Probleme inzwischen behoben sind, warnen Experten vor einer Welle von Betrugsversuchen.
Massive Login-Probleme und Fehlermeldungen
Die Störungen begannen am 18. Juni und weiteten sich schnell global aus. Auf Downdetector gingen in der Spitze über 52.000 Meldungen ein. Besonders betroffen: Nutzer in den USA, Kanada, Großbritannien und Australien.
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Fast die Hälfte der Fehlermeldungen betraf die Anmeldung, rund ein Drittel die App-Funktionalität. Abonnenten berichteten von Fehlercodes wie „83“, „9“ und „1026“. Disney+ bestätigte die Instabilitäten auf X und arbeitete an der Behebung. Der Ausfall beeinträchtigte unter anderem MLB-Übertragungen. Bis zum späten Abend des 19. Juni war der Dienst laut Unternehmensangaben wieder stabil.
Kriminelle nutzen Ausfall für Kreditkarten-Betrug
Kaum waren die technischen Probleme bekannt, registrierten Sicherheitsbeobachter eine Zunahme betrügerischer Aktivitäten. Cyberkriminelle versenden gefälschte E-Mails im Namen von Disney+. Sie nutzen den Systemausfall als Vorwand, um Kunden zur Eingabe von Kreditkartendaten aufzufordern.
Disney+ reagierte mit Warnhinweisen. Das Unternehmen betont: Sensible Zahlungsdaten werden niemals per E-Mail angefordert. Die aktuelle Betrugswelle reiht sich in eine Serie von Vorfällen ein, bei denen technische Störungen großer Plattformen für Social-Engineering-Angriffe genutzt werden.
Wachsender Online-Betrug belastet Verbraucher
Die Entwicklung spiegelt einen allgemeinen Trend wider. Eine Schufa-Umfrage aus dem Jahr 2025 zeigt: Bereits 24 Prozent der deutschen Verbraucher wurden Opfer von Online-Betrug. In über 60 Prozent dieser Fälle entstand direkter finanzieller Schaden. Allein 2025 verzeichneten die Verbraucherzentralen rund 10.000 Beschwerden über Fake-Shops und betrügerische Webseiten.
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Auch das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) meldete verstärkte Betrugsversuche. Am 19. Juni warnte die Behörde vor gefälschten E-Mails an Krypto-Investoren. Unter dem Vorwand einer Steuerprüfung werden Bußgelder von bis zu 500.000 Euro angedroht.
Empfehlungen für digitale Sicherheit
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät zu erhöhter Wachsamkeit. Grundregel: Bei unaufgeforderten E-Mails keine Links anklicken, keine sensiblen Daten übermitteln. Stattdessen offizielle Webseiten direkt über den Browser aufrufen und die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren. Besonders in der Reisezeit und bei größeren Systemstörungen ist mit einer Häufung manipulierter Links zu rechnen.
