DME-Therapie, BioAge

DME-Therapie: BioAge Labs testet oralen NLRP3-Inhibitor an 180 Patienten

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 19:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BioAge prüft einen oralen NLRP3-Hemmer, Surrozen beantragt eine Studie zu SZN-8141. Erste Daten werden für die zweite Hälfte 2027 erwartet.

DME-Forschung: BioAge und Surrozen testen neue Therapieansätze
Ein gläsernes Laborfläschchen mit einer kristallinen Substanz auf einem sterilen Stahltisch in einer Forschungsumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Diabetisches Makulaödem (DME) zählt zu den häufigsten Ursachen für Sehverlust bei Menschen mit Diabetes und betrifft insbesondere ältere Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung. Während Anti-VEGF-Therapien seit Jahren als Standardbehandlung gelten, arbeiten mehrere Unternehmen an neuen Wirkmechanismen, die diese Therapieform ergänzen oder ablösen könnten. Zwei aktuelle Entwicklungen zeigen, in welche Richtung die Forschung derzeit steuert.

BioAge Labs startet Phase-2-Studie mit oralem NLRP3-Inhibitor

Laut einem Bericht von marketscreener.com vom 8. September 2026 hat BioAge Labs die Dosierung des ersten Teilnehmers in der Phase-2-Studie QUELL-DME begonnen. In der Studie soll der Wirkstoff BGE-102, ein oraler NLRP3-Inhibitor, an rund 180 Patienten mit diabetischem Makulaödem getestet werden – sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit einer Anti-VEGF-Behandlung.

Der gewählte Ansatz unterscheidet sich von etablierten Injektionstherapien insofern, als BGE-102 oral verabreicht wird und über die Hemmung des NLRP3-Inflammasoms auf entzündliche Prozesse abzielt, die an der Entstehung des Makulaödems beteiligt sind.

Primärer Endpunkt der Studie ist laut dem Bericht die Veränderung der bestkorrigierten Sehschärfe (BCVA) in Woche 12. Topline-Daten aus der Studie werden dem Bericht zufolge für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet.

Sollte sich der orale Wirkstoff als wirksam erweisen, könnte dies für Patienten relevant sein, die wiederholte intravitreale Injektionen als belastend empfinden – ein Aspekt, der insbesondere für ältere und mobilitätseingeschränkte Betroffene von Bedeutung sein dürfte, auch wenn die aktuelle Studie zunächst primär die Wirksamkeit und nicht die Praktikabilität im Alltag untersucht.

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Surrozen reicht IND-Antrag für bifunktionalen Wnt-Agonisten ein

Parallel dazu verfolgt das Unternehmen Surrozen einen anderen Forschungsansatz. Wie marketscreener.com am 8. September 2026 berichtete, hat Surrozen bei der US-Arzneimittelbehörde FDA einen Antrag auf Zulassung einer klinischen Prüfung (IND) für den Wirkstoffkandidaten SZN-8141 eingereicht. Dabei handelt es sich um einen bifunktionalen Wnt-Agonisten mit gleichzeitiger Anti-VEGF-Wirkung, der ebenfalls zur Behandlung des diabetischen Makulaödems vorgesehen ist.

Der duale Wirkmechanismus zielt darauf ab, sowohl den Wnt-Signalweg, der eine Rolle bei der Wiederherstellung der Blut-Retina-Schranke spielt, als auch die VEGF-vermittelte Gefäßneubildung zu adressieren.

Laut dem Bericht soll die Phase-1b/2a-Studie mit dem Namen DUET bis Ende 2026 beginnen. Erste Daten aus dieser Studie werden ebenfalls für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet – zeitlich also parallel zu den Ergebnissen, die BioAge Labs für BGE-102 in Aussicht stellt.

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Einordnung für Betroffene und Fachkreise

Beide Entwicklungen befinden sich in frühen bis mittleren klinischen Phasen und liefern noch keine belastbaren Wirksamkeitsdaten. Dennoch verdeutlichen sie, dass die Forschung bei DME zunehmend über den etablierten Anti-VEGF-Ansatz hinausgeht und sowohl orale Applikationsformen als auch neuartige, dual wirkende Moleküle in Betracht zieht.

Für Patienten und behandelnde Ärzte dürfte relevant sein, dass beide Programme frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027 erste aussagekräftige Ergebnisse liefern werden – bis dahin bleiben Anti-VEGF-Injektionen der klinische Standard in der Behandlung des diabetischen Makulaödems.

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