Docusign und Perplexity: KI-Agent automatisiert Vertragsworkflows
25.06.2026 - 14:04:26 | boerse-global.de
Die Partnerschaft bringt Agreement Intelligence direkt in KI-gesteuerte Arbeitsumgebungen.
Der US-Softwarekonzern Docusign hat seine Plattform für intelligentes Vertragsmanagement (IAM) um eine Integration mit dem KI-Spezialisten Perplexity erweitert. Die am 24. Juni 2026 vorgestellte Lösung ermöglicht es Rechts- und Unternehmensteams, komplexe Vertragsworkflows per natürlicher Spracheingabe zu automatisieren. Im Zentrum steht der sogenannte „Perplexity Computer for Counsel" – ein KI-Agent, der speziell für juristische Aufgaben entwickelt wurde.
Wie die Integration funktioniert
Die Zusammenarbeit basiert auf einem Docusign Model Context Protocol (MCP)-Server, der Agreement Intelligence direkt in KI-Umgebungen einbettet. Juristen können damit unter anderem Lieferanten- und Compliance-Prüfungen, Verhandlungen oder die Verwaltung von Personalverträgen durchführen. Docusign-CEO Allan Thygesen betont, dass die Integration Agreement Intelligence genau dorthin bringt, „wo Fachleute zunehmend arbeiten: in KI-gestützte Werkzeuge". Nathan Barksdale, General Counsel bei Perplexity, ergänzt, das System ziele auf eine durchgängige Workflow-Automatisierung ab.
Der Perplexity Computer for Counsel ist ein sprachmodell-unabhängiges Agentensystem. Neben Docusign integriert die Plattform auch Anbieter wie NetDocuments, Microsoft 365, Box und Carta.
Weitere KI-Vorstöße bei Docusign
Die Ankündigung folgt auf die Lancierung einer dedizierten Docusign-App für OpenAI am 23. Juni 2026. Diese Integration bringt IAM-Funktionen in ChatGPT und Codex – Nutzer verwalten Verträge per natürlicher Sprache. Angetrieben wird das System von der Docusign Iris AI-Engine; verfügbar ist es weltweit auf Englisch.
Ebenfalls am 23. Juni gab die Kohlenstoffregistrierungsstelle Verra eine Partnerschaft mit Docusign und ServiceNow bekannt. Das Projekt im Wert von über einer Million Euro konzentriert sich auf KI-gestützte Kundenservice- und Vertragsworkflows zur Optimierung der Kohlenstoffzertifikatsverarbeitung.
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Neuer Chief Product Officer
Um die Entwicklung der IAM-Plattform zu beschleunigen, hat Docusign Graham Sheldon zum Chief Product Officer ernannt. Der ehemalige Microsoft- und UiPath-Manager tritt sein Amt am 6. Juli an und folgt auf Dmitri Krakovsky. Docusign bedient aktuell mehr als 1,8 Millionen Kunden, darunter rund 95 Prozent der Fortune-500-Unternehmen.
Wettbewerb im Legal-Tech-Markt
Auch andere Legal-Tech-Firmen bringen spezialisierte KI-Tools auf den Markt. Am 19. Juni 2026 präsentierte Luminance mit „Luna Crescent" ein vertikales KI-Modell für Verträge. Trainiert auf über 220 Millionen Rechtsdokumenten, erzielt das Modell eine um fünf Prozent höhere Genauigkeit als allgemeine KI und verarbeitet Daten viermal schneller. Die Deal-Intelligence-Plattform Centari führte am 23. Juni die Funktionen „Amendment Awareness" und „Deal Maps" ein, die Kanzleien wie Willkie und Wilson Sonsini helfen, Änderungen in komplexen Transaktionsdokumenten zu verfolgen.
Nachhaltigkeit und Marktposition
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Neben technologischen Neuerungen wurde Docusign am 23. Juni 2026 in die Liste der nachhaltigsten Unternehmen der Welt des TIME-Magazins aufgenommen. Das Unternehmen meldete für das Geschäftsjahr 2026 einen Emissionsrückgang von 56 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und erreichte sein Netto-Null-Ziel für 2050 bereits 2025 vorzeitig – durch eine Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 90 Prozent.
Mit einer Marktkapitalisierung von rund 8,44 Milliarden US-Dollar (etwa 7,9 Milliarden Euro) und Sicherheitszertifizierungen wie ISO 27001 und FedRAMP positioniert sich Docusign für das stark regulierte Unternehmens- und Regierungssegment.
