DocuWare, KI-Funktionen

DocuWare 7.15: Neue KI-Funktionen kommen Mitte Oktober in die Cloud

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 08:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

DocuWare führt KI-Suche und automatisierte Datenextraktion ein; weitere Anbieter entwickeln ebenfalls neue DMS- und Branchenlösungen.

DocuWare erweitert Dokumentenplattform um KI-Assistent Aura und Datenextraktion
Ein minimalistisch gestaltetes, lichtdurchflutetes Archiv mit ordentlich sortierten Unterlagen in einem modernen Bürogebäude. Illustration mit AI erstellt.

Die Digitalisierung von Unternehmensprozessen erfährt durch die Integration generativer Künstlicher Intelligenz eine tiefgreifende Veränderung. Branchenvertreter wie DocuWare entwickeln ihre Systeme zu umfassenden Wissensplattformen weiter, die über die reine Archivierung hinausgehen.

Mit der Vorstellung einer neuen Dokumentenmanagement-Plattform, die überarbeitete Web- und Mobile-Clients nach dem Barrierefreiheitsstandard WCAG 2.2 AA sowie den KI-Assistenten Aura umfasst, adressiert das Unternehmen den wachsenden Bedarf an effizienter Informationserschließung.

KI-Unterstützung und automatisierte Datenextraktion bei DocuWare

Der neue KI-Assistent Aura ermöglicht es Anwendern, Unternehmensarchive gezielt zu durchsuchen, wobei bestehende Zugriffsrechte strikt beachtet werden. Die Technologie kann Dokumente zusammenfassen und miteinander vergleichen. Zudem ist eine Anbindung an externe KI-Agenten über eine API-Schnittstelle vorgesehen.

Parallel dazu erweitern neue Funktionen für das Intelligent Document Processing (IDP) die Möglichkeiten der Datenextraktion. Durch eine auf generativer KI basierende „Zero Shot Extraction“ entfällt das bisher notwendige Modelltraining. Das System unterstützt fast 20 Sprachen und bietet ein Master Data Matching an.

Für Neukunden in der Cloud ist die Lösung bereits verfügbar. Bestehende Cloud-Nutzer erhalten ab Mitte Oktober 2026 mit der Version 7.15 Zugriff auf die Neuerungen. Eine On-Premises-Version soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Da die alten und neuen Clients übergangsweise parallel betrieben werden können, ist laut Anbieter keine sofortige technische Migration erforderlich.

Marktumfeld: Von der E-Rechnung bis zur Agenten-Technologie

Auch andere Anbieter von Dokumentenmanagement-Systemen (DMS) treiben die KI-Integration voran. Amagno hat die Version 8.2 seiner Business Cloud und On-Premise-Lösung veröffentlicht. Diese validiert E-Rechnungen in den Formaten ZUGFeRD und XRechnung gemäß den offiziellen KoSIT-Prüfregeln.

Anzeige

Während KI-Systeme die Dokumentenverwaltung revolutionieren, stellen neue regulatorische Vorgaben wie der EU AI Act Unternehmen vor zusätzliche Compliance-Herausforderungen. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen, Pflichten und Risikoklassen, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Die Erweiterung Amagno.AI nutzt Kontextinformationen zu Rollen und Projekten, während eine neue Vorschaufunktion den Token-Bedarf für verschiedene Ablagen kalkuliert.

Vertafore meldete unterdessen die Verfügbarkeit des Velocity Document Intelligence Agent. Interne Tests des Unternehmens ergaben bei der Dokumentenprüfung eine Zeitersparnis von bis zu 90 %. Suchvorgänge, die manuell rund 20 Minuten beanspruchten, konnten demnach in 2 Minuten abgeschlossen werden. Das System liefert Zusammenfassungen mit quellscharfen Angaben auf Dokument- und Seitenebene.

Anzeige

Die zunehmende Automatisierung der Belegverarbeitung durch KI macht auch eine rechtssichere Handhabung digitaler Rechnungsformate unumgänglich. Ein kostenloser Experten-Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, welche Formate und Archivierungsregeln bei der E-Rechnungspflicht wirklich zählen. E-Rechnung richtig einführen und das Unternehmen absichern

Für Unternehmen, die Wert auf lokale Infrastrukturen legen, bietet Pintexx eine AI Suite mit acht Modulen an. Die Anwendungen laufen als Container oder Windows-Dienst auf der Hardware des Kunden, wobei nur die notwendigen Modellaufrufe an externe KI-Anbieter übermittelt werden.

Branchenspezifische Anwendungen und wissenschaftliche Erkenntnisse

In der Industrie zeigen Unternehmen wie iTAC, OPTIMUM und Limtronik Ansätze für die vernetzte Produktion. Geplant ist für Oktober 2026 die Demonstration einer KI-Werkerassistenz, die Produktionskontext aus einem Manufacturing Execution System (MOM) bezieht und die Fertigungshistorie per natürlicher Sprache abfragbar macht.

Besonders im Gesundheitswesen werden Effizienzgewinne durch KI-Verwaltungsagenten erwartet. Das Unternehmen Heidi kündigte am 23. September 2026 eine Finanzierung über 340 Mio. US-Dollar an, nachdem der Jahresumsatz innerhalb von zwei Jahren von 1 Mio. auf 50 Mio. US-Dollar gestiegen war.

Mit Heidi II sollen klinische Aufgaben unter Aufsicht automatisiert werden. Studien belegen hier den Bedarf: Ärzte verbringen durchschnittlich 16,6 % ihrer wöchentlichen Arbeitszeit mit Verwaltung.

Eine Untersuchung des King’s College London ermittelte bei KI-gestützter kieferorthopädischer Dokumentation ein Potenzial zur Zeitersparnis von bis zu 60 %. In der Diagnostik zeigten Ergebnisse der ADEPT-Studie, dass Zahnärzte mit KI-Unterstützung 75,8 % der Schmelzkariesherde erkannten, während die Quote ohne technische Hilfe bei 44 % lag.

Trotz dieser Potenziale bleiben Vorbehalte bestehen. Laut einer Bitkom-Umfrage aus dem Jahr 2025 halten 44 % der Befragten KI für organisatorische Praxisaufgaben für unpassend. Auch im Finanzsektor wird die Technologie differenziert betrachtet.

Jürgen A. Junker, CEO von W&W, bezeichnete KI zwar als fundamentale Querschnittstechnologie für das Programm „Bestform 2030“, betonte jedoch, dass persönliche Beratung bei komplexen Themen wie der Altersvorsorge unverzichtbar bleibe.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70196391 |