Donanemab, Griechenland

Donanemab in Griechenland: Antikörper bremst Alzheimer-Abbau um bis zu 35 Prozent

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 18:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mindestens 35 Menschen erhalten Donanemab; fehlende Erstattung und regionale Unterschiede erschweren den Zugang zur Therapie.
Ein moderner, steriler Untersuchungsraum in einem griechischen Krankenhaus mit einem MRT-Gerät. Illustration mit AI erstellt.

In mehreren griechischen Krankenhäusern erhalten seit einem Jahr mindestens 35 Alzheimer-Patienten im Alter zwischen 55 und 88 Jahren das monoklonale Antikörper-Medikament Donanemab.

Zu den behandelnden Einrichtungen zählen unter anderem die Kliniken Attikon, Evangelismos, Tzaneio, Gennimatas und Ygeia sowie die Universitätskliniken in Patras und Larisa. Die Einführung markiert einen Schritt in der Versorgung Demenzerkrankter, verdeutlicht jedoch zugleich regulatorische und praktische Hürden im griechischen Gesundheitssystem.

Zulassung, Behandlungskriterien und klinische Daten

Donanemab verfügt über eine Zulassung in der Europäischen Union und wurde von der griechischen Behörde EOIF genehmigt. Eine reguläre Erstattung über das öffentliche System besteht bislang nicht; der Zugang für Patienten wird stattdessen über das elektronische Vorabgenehmigungssystem (SIP) abgewickelt.

Die therapeutische Anwendung ist an strenge medizinische Voraussetzungen geknüpft. Das Präparat kommt ausschließlich im frühen Alzheimer-Stadium zum Einsatz. Patienten dürfen keine schweren Systemerkrankungen wie fortgeschrittenen Krebs, schwere Herzkrankheiten oder schwere rheumatologische Erkrankungen aufweisen.

Ebenso schließen bestimmte Vorgeschichten von Schlaganfällen oder Hirnblutungen sowie die Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten (Antikoagulation) die Therapie aus. Zudem müssen engmaschige Kontrollen mittels Magnetresonanztomografie (MRT) gewährleistet sein. Das Lebensalter allein stellt hingegen kein Ausschlusskriterium dar.

In 18-monatigen Studien verlangsamte Donanemab den kognitiven sowie funktionellen Abbau um bis zu 35 Prozent, wobei dieser Nutzen laut Berichten bis zu vier Jahre anhalten kann.

Demgegenüber stehen dokumentierte Nebenwirkungen: Hirnödeme oder Mikroblutungen traten bei bis zu 20 Prozent der Behandelten auf, schwere oder symptomatische Fälle lagen unter 6 Prozent. Zu einem vollständigen Abbruch der Therapie kam es bei etwa 1,5 Prozent der Patienten.

Ein weiterer Antikörper, Lecanemab, ist zwar in subkutaner Form zugelassen, steht in Griechenland jedoch bislang nicht zur Verfügung.

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Regionale Unterschiede und Finanzierungsfragen

Innerhalb Griechenlands zeigt sich eine ungleiche Verteilung der neuen Behandlung. Wie Magda Tsolaki, Präsidentin der Panhellenischen Föderation für Alzheimer, darlegte, haben in Athen 30 Patienten die Therapie mit Antikörpern begonnen, während in Thessaloniki bisher kein Patient versorgt wurde. Zudem betonte Tsolaki, dass bislang kein Land in Europa die Therapiekosten von rund 50.000 Euro für einen Behandlungszeitraum von 18 Monaten übernimmt.

Hinsichtlich der Früherkennung verwies Tsolaki auf Fortschritte bei Biomarkern: Spezifische Bluttests auf p-tau217 und Beta-Amyloid 1-42 ermöglichen eine Diagnose mit 90 Prozent Genauigkeit, wobei ein negatives Resultat eine Alzheimer-Erkrankung ausschließt.

Allerdings können diese Verfahren eine umfassende Diagnostik aus klinischer Untersuchung, neuropsychologischer Bewertung, erweiterten Bluttests und Bildgebung per MRT nicht vollständig ersetzen.

Nach Angaben der Panhellenischen Föderation für Alzheimer belaufen sich die Kosten der modernen Diagnostik auf insgesamt 485 Euro. Davon entfallen 220 Euro auf die Bestimmung von Proteinen im Liquor, 230 Euro auf Proteinanalysen im Blut und 35 Euro auf die Testung des prädisponierenden e4-Gens des Apolipoproteins E. Die Organisation fordert die vollständige Kostenübernahme dieser Tests.

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Demenzversorgung in Griechenland

In Griechenland leben schätzungsweise 250.000 Menschen mit Demenzerkrankungen, wobei 70 bis 80 Prozent der Fälle auf Alzheimer zurückzuführen sind. Die Versorgungslandschaft stützt sich aktuell auf 37 öffentliche und 3 private Gedächtniskliniken.

Daneben bestehen 33 Tageszentren, von denen 7 mit mobilen Einheiten ausgestattet sind; 19 weitere Tageszentren befinden sich in der Planungsphase. Für Betroffene und Angehörige bietet die Alzheimer-Gesellschaft zudem Unterstützung über die telefonische Hotline 1102 an.

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