US-ReprÀsentantenhaus, Tiktok-Verkauf

US-ReprĂ€sentantenhaus stimmt erneut fĂŒr Tiktok-Verkauf

20.04.2024 - 20:09:51

Doppelt hĂ€lt besser: Erneut stimmen Demokraten und Republikaner fĂŒr ein Gesetz, das zur Verbannung von Tiktok in den USA fĂŒhren könnte. Nun hat es eine bessere Chance, auch den Senat zu passieren.

Das US-ReprĂ€sentantenhaus hat erneut fĂŒr ein Gesetz gestimmt, das die beliebte chinesische Kurzvideo-App Tiktok unter amerikanische Kontrolle bringen soll. Die Parlamentskammer in Washington nahm den Entwurf am Samstag mit einer großen ĂŒberparteilichen Mehrheit an.

Das Gesetz könnte zur Verbannung von Tiktok aus amerikanischen App-Stores fĂŒhren, wenn der Dienst weiter im Besitz des chinesischen Konzerns Bytedance bleibt. Der Entwurf sieht eine Frist von neun Monaten fĂŒr einen Verkauf vor. US-PrĂ€sident Joe Biden kann diese um drei weitere Monate erweitern. 

Tiktok ist die einzige international erfolgreiche Online-Plattform, die nicht aus den USA stammt. ByteDance wird in den USA parteiĂŒbergreifend als chinesisches Unternehmen gesehen, das sich entsprechend dem Willen der Kommunistischen Partei Chinas beugen mĂŒsse. Das US-ReprĂ€sentantenhaus hat im MĂ€rz bereits einen Ă€hnlichen Entwurf gebilligt, der eine etwas kĂŒrzere Frist fĂŒr den Verkauf vorsieht. Dieser steckt aktuell im Senat fest. 

Demokraten im Senat wollen zustimmen

Der neue TikTok-Entwurf ist Teil eines mehrteiligen Pakets im US-ReprĂ€sentantenhaus, das mehrere PrioritĂ€ten der Republikaner zusammenfasst und auch neue Hilfen fĂŒr die von Russland angegriffene Ukraine möglich machen soll. So gilt es als sicher, dass der Entwurf nun den Senat passieren wird, in dem die Demokraten von US-PrĂ€sident Joe Biden eine Mehrheit haben. Biden hatte in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass er ein entsprechendes TikTok-Gesetz unterzeichnen wĂŒrde.

Der am Samstag von ReprĂ€sentantenhaus gebilligte Entwurf enthĂ€lt noch weitere Punkte, darunter auch Iran-Sanktionen. Er sieht außerdem die Beschlagnahme russischer Vermögenswerte vor. Der Text weist US-PrĂ€sident Biden an, einen Ukraine-UnterstĂŒtzungsfonds einzurichten. Biden soll demnach mit Partnern zusammenarbeiten, um einen Mechanismus zu entwickeln, der es möglich macht, die eingefrorenen russischen Vermögenswerte zu verwenden. Insgesamt handelt es sich um mehrere hundert Milliarden US-Dollar. Vor allem die USA haben zuletzt immer wieder Druck gemacht, die russischen Vermögen stĂ€rker zu nutzen. Die europĂ€ischen G7-Staaten, darunter Deutschland, sehen das kritisch. Die USA kontrollieren nur einen winzigen Bruchteil des eingefrorenen Vermögens. Der Großteil liegt in der EuropĂ€ischen Union.

@ dpa.de