Down-Syndrom, Epilepsie-Risiko

Down-Syndrom: Epilepsie-Risiko nach Alzheimer steigt auf 57%

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 23:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie mit 4.804 Erwachsenen zeigt: Nach der Alzheimer-Diagnose nimmt Epilepsie bei Menschen mit Down-Syndrom stark zu und erhöht die Sterblichkeit.

Down-Syndrom und Alzheimer: Epilepsierisiko steigt deutlich
Ein steriler, menschenleerer Krankenhausflur in gedÀmpftem Licht, der eine klinische und forschungsorientierte AtmosphÀre vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Die medizinische Forschung hat neue Erkenntnisse ĂŒber die neurologischen Komplikationen bei Erwachsenen mit Down-Syndrom gewonnen. Eine großangelegte Untersuchung des Hospital Sant Pau in Barcelona, die in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde, belegt einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Auftreten einer Alzheimer-Erkrankung und der Entwicklung von Epilepsie bei dieser Patientengruppe.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die gesundheitliche Belastung durch eine progressive Zunahme epileptischer AnfÀlle nach der Demenz-Diagnose erheblich steigt.

Progressiver Anstieg der Epilepsie-FĂ€lle nach der Demenz-Diagnose

Die Forscher des Hospital Sant Pau beobachteten, dass die Inzidenz von Epilepsie bei Erwachsenen mit Down-Syndrom nach dem Einsetzen einer Alzheimer-Erkrankung progressiv ansteigt. Den Daten zufolge entwickeln bis zu 40 % der Betroffenen im Verlauf ihrer Erkrankung eine Epilepsie. Dieser Umstand fĂŒhrt laut der Studie zu einer zusĂ€tzlichen Verschlechterung des demenziellen Zustands.

Besonders auffÀllig ist der zeitliche Verlauf der ErkrankungshÀufigkeit. Die kumulative Epilepsie-Inzidenz liegt zum Zeitpunkt der Alzheimer-Diagnose zunÀchst bei 9,5 %. In den darauffolgenden Jahren zeigt sich jedoch eine steile AufwÀrtskurve: Nach einem Zeitraum von neun Jahren nach der Erstdiagnose von Alzheimer steigt die Inzidenzrate auf 56,9 % an.

Anzeige

Wer sich mit den neurologischen Folgen von Demenz befasst, sollte auch die Bedeutung der mentalen Vorsorge kennen. Dieser kostenlose Ratgeber liefert praktische Übungen und Tipps, um die geistige Fitness möglichst lange zu erhalten. 11 AlltagsĂŒbungen zur Demenzvorbeugung jetzt kostenlos herunterladen

Diese Zahlen verdeutlichen, dass Epilepsie kein seltenes BegleitphÀnomen, sondern eine hÀufige Folgeerscheinung der neurodegenerativen Prozesse bei Menschen mit Down-Syndrom darstellt.

Auswirkungen auf die Sterblichkeit und den kognitiven Verfall

Die klinische Bedeutung dieser spĂ€t einsetzenden Epilepsie ist fĂŒr die betroffenen Patienten gravierend. Die Studienautoren stellten fest, dass das Auftreten von epileptischen AnfĂ€llen in engem Zusammenhang mit einer erhöhten Sterblichkeit steht. Das Risiko zu versterben sei bei Patienten mit zusĂ€tzlicher Epilepsie-Diagnose um das 2,10-fache höher als bei Patienten ohne diese Komplikation.

Neben der physischen Belastung und dem MortalitÀtsrisiko wirkt sich die Epilepsie auch unmittelbar auf die Gehirnleistung aus. Die Untersuchung des Hospital Sant Pau assoziiert die Erkrankung mit einem deutlich schnelleren kognitiven Abbau.

Anzeige

Da ein beschleunigter Verlust der geistigen FĂ€higkeiten die LebensqualitĂ€t massiv beeintrĂ€chtigt, gewinnen gezielte Trainingsmethoden zur StĂ€rkung des GedĂ€chtnisses an Bedeutung. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie Sie Konzentration und MerkfĂ€higkeit nachhaltig unterstĂŒtzen können. Kostenlosen Gehirn-Ratgeber hier anfordern

Die epileptische AktivitÀt scheint den ohnehin durch Alzheimer bedingten Verlust geistiger FÀhigkeiten zu beschleunigen, was die Versorgung und LebensqualitÀt der Patienten vor erhebliche Herausforderungen stellt.

Umfangreiche Datenbasis der neurologischen Untersuchung

Die statistische Relevanz der in The Lancet publizierten Ergebnisse stĂŒtzt sich auf eine breite Datenbasis. An der Studie nahmen insgesamt 4.804 Personen mit Down-Syndrom teil. Das Durchschnittsalter der Studienpopulation lag bei 43 Jahren, was die Relevanz der Thematik fĂŒr Erwachsene in dieser Altersgruppe unterstreicht.

Durch die hohe Teilnehmerzahl und die langfristige Beobachtung der kumulativen Inzidenz ĂŒber fast ein Jahrzehnt liefert die Forschung des Hospital Sant Pau belastbare Fakten fĂŒr die neurologische Praxis.

Die Ergebnisse legen nahe, dass bei der Behandlung von Alzheimer-Patienten mit Down-Syndrom ein verstĂ€rktes Augenmerk auf die FrĂŒherkennung und das Management von Epilepsie gelegt werden muss, um den kognitiven Verfall potenziell zu bremsen und die MortalitĂ€tsrate zu senken.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70066046 |