Drogentote, Verstorbene

Drogentote unter 30: 528 Verstorbene 2025, 50% Anstieg seit 2021

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 01:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Forschung belegt: Emotionale Erschöpfung erhöht bei jungen Erwachsenen indirekt Aggression und riskanten Substanzkonsum.

Burnout-Studie: Erschöpfung treibt junge Menschen in Aggression und Sucht
Ein junger Erwachsener mit Anzeichen von Stress und Erschöpfung, umgeben von verschwommenen, sich bewegenden Figuren in einer städtischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine neue Studie zeigt den direkten Zusammenhang zwischen Erschöpfung, Aggression und riskantem Substanzkonsum.

Erschöpfung als Brandbeschleuniger für Aggression

Die am 11. Juli in Frontiers in Psychiatry veröffentlichte Studie belegt: Burnout steigert bei jungen Erwachsenen indirekt das Aggressionsniveau. Entscheidend sind unzureichende Bewältigungsmechanismen und riskanter Alkoholkonsum als Bindeglieder.

Weltweit leiden 56,3 Prozent der Studierenden unter hoher emotionaler Erschöpfung. Die Analyse zeigt zudem geschlechtsspezifische Unterschiede: Bei Männern nehmen problematische Bewältigungsstrategien zu, bei Frauen sinkt die Fähigkeit, adaptive Stressbewältigung einzusetzen.

Belastende Kindheitserfahrungen wirken sich unterschiedlich aus: Sie erhöhen das Aggressionspotenzial bei Männern, senken es bei Frauen.

Die „Millennial Career Crisis“

Psychotherapeutin Eva Schneider beschreibt das Phänomen der „Millennial Career Crisis“: Hohe Leistungsbereitschaft trifft auf ausbleibende Belohnung. OECD-Zahlen untermauern diesen Trend – nur noch 60 Prozent der Millennials erreichen ein Mittelschichtseinkommen, bei den Babyboomern waren es 70 Prozent.

Soziale Medien verstärken das Gefühl des Versagens. Experten raten, beruflichen Erfolg stärker an persönlichen Werten statt an Statussymbolen auszurichten.

Drogentote bei jungen Menschen explodieren

Der Bundesdrogenbericht 2025 verzeichnet 2.150 Drogentote in Deutschland. Besonders alarmierend: 528 Verstorbene waren unter 30 – ein Anstieg von 50 Prozent seit 2021. Bei den unter 20-Jährigen verdoppelten sich die Todesfälle auf 106.

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Hauptursache ist in über 80 Prozent der Fälle gefährlicher Mischkonsum, etwa von Opioiden mit Kokain oder Benzodiazepinen mit Alkohol. Der Bundesdrogenbeauftragte Streeck verweist auf den Onlinehandel und die Verharmlosung in sozialen Netzwerken.

Parallel dazu boomen extreme Freizeittrends. Pinterest-Daten zeigen einen Anstieg der Suchanfragen nach „Darecations“ um 75 Prozent. Psychologen deuten den Drang zu Ultramarathons oder Haikäfig-Tauchen als Suche nach Anerkennung.

Arbeitswelt im Wandel – KI als zusätzlicher Stressor

Die Erwerbsbeteiligung der 20- bis 24-Jährigen liegt bei 79,5 Prozent. Doch die Einstellung zur Arbeit wandelt sich. Eine Umfrage unter 5.500 Personen vom 10. Juli ergab: 44 Prozent der Generation Z lehnen Überstunden grundsätzlich ab. 47 Prozent der 18- bis 35-Jährigen wollen sich strikt auf ihre Stellenbeschreibung beschränken.

KI am Arbeitsplatz wird zum Stressfaktor. Laut einer Untersuchung von Employment Hero empfinden 52 Prozent der jungen Arbeitnehmer den Einsatz von KI als Betrug. 42 Prozent verheimlichen die Nutzung vor Vorgesetzten – mit psychischen Nebenwirkungen.

Digitale Medien: Nicht die Spielzeit ist das Problem

Die Forschung differenziert bei digitalen Medien. Eine Studie der KL Krems mit 3.854 Jugendlichen zeigt: Nicht die reine Spielzeit bei Videospielen verursacht kognitive Defizite. Entscheidend ist der Kontrollverlust im Sinne einer Internet-Gaming-Störung. Strategie- und Rollenspiele wurden sogar mit besseren logischen Fähigkeiten in Verbindung gebracht.

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Prävention: Peer-Programme zeigen Wirkung

Multizentrische Studien aus diesem Jahr belegen: Peer-Programme wie „In Würde zu sich stehen“ reduzieren das Selbststigma bei psychischen Erkrankungen signifikant. Das Recovery College in Berlin bietet seit dem Frühjahr kostenlose Kurse in Stadtteilzentren an – mit dem Ziel, die psychische Widerstandsfähigkeit junger Erwachsener zu stärken.

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