Dubai testet Glydways: Vier Wochen autonome Kabinen auf Bluewaters Island
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 16:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Verkehrsbehörde von Dubai, die Roads and Transport Authority (RTA), hat auf Bluewaters Island einen vierwöchigen Testbetrieb für ein autonomes Transitsystem des US-Unternehmens Glydways gestartet.
RTA-Generaldirektor Mattar Al Tayer eröffnete die Testphase mit einer fünfminütigen Fahrt in einer der elektrischen Kabinen. Zum Auftakt waren auch Mark Seeger, Gründer und Co-Chef des 2016 gegründeten Unternehmens Glydways, sowie Co-Chef und Cheftechnologe Blake Barber anwesend.
Der Feldversuch basiert auf einem Kooperationsvertrag zwischen der RTA und Glydways. Für die Bereitstellung der Testumgebung und der notwendigen Infrastruktur ging die Verkehrsbehörde zudem eine öffentlich-private Partnerschaft mit der Dubai Holding ein.
Technische Leistungsdaten und Vernetzung der Kabinen
Nach Angaben der RTA bieten die elektrischen Kabinen Platz für 4 bis 6 Passagiere. Die Fahrzeuge erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 50 km/h und verfügen über eine Reichweite von bis zu 250 Kilometern pro Batterieladung. Für die autonome Fortbewegung nutzt das System eine künstliche Intelligenz zur Navigation sowie ein Sensorsystem, das aus 20 hochauflösenden Lidar-Sensoren, Radar und HD-Kameras besteht.
Technisch ist das System in der Lage, mehr als zehn Fahrzeuge mit zeitlichen Abständen von unter einer Sekunde virtuell miteinander zu koppeln. Die RTA beziffert die potenzielle Kapazität des Netzwerks auf über 20.000 Passagiere pro Stunde in beide Fahrtrichtungen. Zudem fallen laut der Behörde die Kapitalkosten um bis zu 90 Prozent und die Betriebskosten um bis zu 70 Prozent niedriger aus als bei vergleichbaren Verkehrsmitteln.
Betriebskonzept und geplante Routenführung
Das Betriebskonzept sieht einen fahrplanlosen Rund-um-die-Uhr-Betrieb auf Abruf vor. Fahrgäste können direkte Punkt-zu-Punkt-Verbindungen nutzen und dabei Klimatisierung sowie Unterhaltungsangebote individuell anpassen. Um Konflikte mit dem bestehenden Straßenverkehr zu vermeiden, verkehren die Einheiten auf dedizierten, schmalen Fahrspuren, die entweder ebenerdig oder aufgeständert geführt werden.
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Das Hauptziel der vierwöchigen Erprobung besteht darin, Faktoren wie Sicherheit, Zuverlässigkeit, Fahrzeiten und das Fahrgasterlebnis zu untersuchen. Zudem werden die Sensorik, die Kommunikationstechnik und die autonome Steuerung überprüft. Besonderes Augenmerk liegt auf der Tauglichkeit des Systems zur Bewältigung der ersten und letzten Meile im öffentlichen Nahverkehr.
Als reguläre Strecke ist eine 2,8 Kilometer lange Verbindung zwischen der Metrostation National Paints und Bluewaters vorgesehen. Darüber hinaus prüft die Behörde weitere Korridore, darunter Strecken im Jumeirah Village Circle, in Dubai Festival City, Business Bay und Mohammed Bin Rashid City.
Einbindung in das städtische Mobilitätsnetz
Ahmed Hashem Bahrozyan, Chef der RTA Public Transport Agency, verwies in einem früheren Interview darauf, dass sich das System besonders gut für verkehrsreiche Gegenden und schmale Trassen eigne. Bei erfolgreichen Tests hoffe die Behörde auf eine Expansion in weitere Teile Dubais innerhalb von zwei bis drei Jahren.
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Die Initiative reiht sich in weitere städtische Mobilitätspläne ein: Im April hatte der Parkraumbewirtschafter Parkin eine Partnerschaft mit Glydways bekannt gegeben, um ausgewählte Parkierungsflächen zu Mobilitätsknotenpunkten umzugestalten.

