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Dynamic Creatures: Boston-Startup enthüllt interaktive Charakter-Roboter

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Bostoner Startup zeigt erste Charakter-Roboter, plant Kundeneinsätze ab 2027 und setzt auf Partnerplattformen sowie externe Investoren.

Dynamic Creatures startet interaktive Roboter für Freizeit und Hotels
Ein modernes Labor für Robotikforschung mit technischer Ausrüstung und Motion-Capture-Systemen in einem hellen, industriellen Raum. Illustration mit AI erstellt.

Das neu gegründete Unternehmen Dynamic Creatures hat am 9. September 2026 sein Ende der Geheimhaltungsphase bekannt gegeben. Das in Boston ansässige Startup konzentriert sich auf die Entwicklung mobiler, interaktiver Charakter-Roboter, die speziell für die Unterhaltungs- und Gastgewerbebranche konzipiert sind. Das Unternehmen agiert dabei als offizieller Partner des Robotik-Pioniers Boston Dynamics.

Führungsteam und strategische Ausrichtung

Hinter der Neugründung stehen erfahrene Branchenexperten. Als CEO fungiert Marc Theermann, der zuvor als Chief Strategy Officer bei Boston Dynamics tätig war. Die technische Leitung übernimmt CTO Farbod Farshidian, ein ehemaliger Mitarbeiter von RAI.

Dynamic Creatures versteht sich als Spin-off des Gastgewerbe- und Unterhaltungsgeschäfts von Boston Dynamics. Branchenberichten zufolge hält Boston Dynamics selbst jedoch keine Equity-Beteiligung an dem neuen Unternehmen.

Der Fokus von Dynamic Creatures liegt auf der Schaffung von Robotern, die durch interaktive Eigenschaften und eine ausgeprägte Mimik sowie Gestik in öffentlichen Räumen eingesetzt werden können. Das Unternehmen nutzt für die Steuerung der Maschinen eine eigenentwickelte Plattform namens SnowJay.

Dieses Betriebssystem integriert Funktionen für Wahrnehmung, Bewegung und emotionale Ausdrucksweise. Dabei greift die Software auf Motion-Capture-Verfahren, Tools von Nvidia sowie Methoden des bestärkenden Lernens (Reinforcement Learning) zurück.

Hardware-Basis und erste Prototypen

Bei der Hardware setzt das Unternehmen auf eine Kombination aus eigenen Softwarelösungen und bestehenden Roboterplattformen namhafter Hersteller. Zu den Lieferanten gehören neben Boston Dynamics auch die Unternehmen Unitree und AgiBot, womit Dynamic Creatures Hardware von zwei chinesischen Anbietern integriert.

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Im Zuge der Vorstellung wurden erste Prototypen präsentiert. Dazu gehört der Roboterhund Danielle, der technisch auf dem bekannten Spot-Modell basiert. Ein weiteres Modell ist Hugo, ein Roboter, der optisch als Tiroler Bergtroll gestaltet wurde. Ziel ist es, diese interaktiven Wesen innerhalb weniger Monate auf den bestehenden Hardware-Plattformen einsatzbereit zu machen. Für den kommerziellen Vertrieb sind Leasing-Modelle vorgesehen.

Markteintritt und Finanzierung

Dynamic Creatures konnte bereits erste Kunden gewinnen, darunter einen großen Themenpark sowie ein Einzelhandelsunternehmen, deren Namen bislang nicht öffentlich genannt wurden. Die ersten operativen Einsätze beim Kunden sind für Anfang 2027 geplant.

Das Einsatzspektrum umfasst neben Themenparks auch Hotels, Casinos, Museen und Kreuzfahrtschiffe. Daten zur Betriebsdauer, Latenzzeiten oder konkreten Preisen liegen zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht vor.

Die Finanzierung des Startups wird durch eine Gruppe von Investoren getragen, zu denen Eniac Ventures, Kindred Ventures, Heliad, Sunshine Lake und BlueGrass Ventures gehören. Die genaue Höhe der Investitionssumme wurde nicht veröffentlicht.

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Zu den beteiligten Angel-Investoren zählen unter anderem Rich Wong, Marc Raibert und Lukas Ziegler. Einer der Investoren, die Heliad AG, verfügt über ein Portfolio von rund 50 Unternehmen mit einem Gesamtwert von über 300 Millionen Euro.

Regulatorisches Umfeld und Branchenkontext

Während Dynamic Creatures seinen Markteintritt vorbereitet, investiert Boston Dynamics parallel rund 100 Millionen US-Dollar in ein neues Zentrum für Robotik und Künstliche Intelligenz in Massachusetts. Dort sollen bis zum Jahr 2033 etwa 1.250 neue Arbeitsplätze entstehen.

Für Dynamic Creatures und andere Akteure im Bereich der KI-gestützten Robotik wird zudem der regulatorische Rahmen in Europa relevant: Ab Januar 2027 treten neue EU-Regeln für KI-Sicherheit in Kraft. Diese sehen vor, dass für bestimmte Systeme eine Zertifizierung durch externe Stellen notwendig wird, anstatt der bisherigen Praxis der Selbstdeklaration durch die Hersteller.

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