EAT-Lancet-Diät: Globale Umstellung könnte 15 Millionen Leben retten
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 17:43 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin internationales Forschungsteam um Karen Della Corte von der Brigham Young University hat ein neues globales Orientierungsmodell für die tägliche Ernährung vorgelegt. Die in der Fachzeitschrift Advances in Nutrition vorgestellte internationale Ernährungspyramide entstand in Zusammenarbeit von 23 Ernährungswissenschaftlern.
Ziel des Vorhabens ist es, bestehende Empfehlungen aus verschiedenen Teilen der Welt zu harmonisieren und evidenzbasierte Richtlinien für eine gesunde und nachhaltige Lebensweise bereitzustellen.
Breite wissenschaftliche Datengrundlage
Als methodisches Fundament diente den Forschern ein systematischer Abgleich nationaler Leitlinien aus sieben Ländern und Regionen. Berücksichtigt wurden dabei die Richtlinien aus Deutschland, Kanada, Australien, China, den Niederlanden, den USA sowie den nordischen Ländern. Zudem flossen mehr als 250 wissenschaftliche Fachpublikationen in die Ausarbeitung ein.
Ein weiterer wesentlicher Pfeiler ist die sogenannte EAT-Lancet Planetary Health Diet. Nach Berechnungen von EAT-Lancet könnte eine globale Umstellung auf diese Ernährungsweise rund 15 Millionen vorzeitige Todesfälle pro Jahr verhindern. David Jenkins von der Universität Toronto hob hervor, dass zeitgemäße Ernährungskonzepte stets auch dem Erhalt der planetaren Gesundheit dienen müssen.
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Drei Kernprinzipien für den Alltag
Die entwickelte Pyramide basiert auf drei wesentlichen Leitprinzipien: pflanzliche Lebensmittel bilden die Basis, Fett- und Proteinquellen sollen gezielt nach gesundheitlichen Kriterien ausgewählt werden, und die Qualität der verzehrten Kohlenhydrate genießt Priorität.
Daraus leitet das Wissenschaftlerteam konkrete Empfehlungen ab:
- Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen sowie Fisch, Geflügel und Joghurt sollten rotes und verarbeitetes Fleisch ersetzen.
- Ungesättigte Fette wie Raps- und Olivenöl sind Vorzug vor Butter und Talg zu geben.
- Nüsse, Obst und Gemüse dienen als Alternative zu stark verarbeiteten Snacks.
- Vollkornprodukte sollen raffinierte Getreide und Weißbrot ablösen.
- Wasser soll anstelle von Limonaden und anderen gesüßten Getränken konsumiert werden.
- Der Anteil an zugesetztem Zucker sollte – im Einklang mit zahlreichen Leitlinien – unter 10 Prozent der täglichen Kalorienaufnahme liegen.
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Fokus auf Kohlenhydratqualität und traditionelle Kost
Ein zentraler Aspekt der Veröffentlichung betrifft die Art der Kohlenhydrate. Anette Buyken von der Universität Paderborn wies darauf hin, dass die Kohlenhydratqualität von maßgeblicher Bedeutung sei, um das Entstehen von Insulinresistenzen sowie das Risiko für Typ-2-Diabetes zu senken.
Gleichzeitig betont das Forschungsteam, dass eine vollwertige Ernährung kulturelle Vielfalt berücksichtigen muss. Traditionelle Lebensmittel wie Basmati-Reis, Durum-Pasta, Tortillas, Reisnudeln oder Bulgur lassen sich den Wissenschaftlern zufolge nahtlos in das Konzept einer gesundheitsfördernden Ernährung einbinden.
