eBay-Verstöße: Bundesnetzagentur droht mit Zwangsgeldern
07.07.2026 - 01:12:36 | boerse-global.de
Die deutsche Regulierungsbehörde hat mehrere Verstöße gegen den Digital Services Act auf der Online-Plattform festgestellt. Besonders die Meldefunktion für illegale Inhalte und die Nachvollziehbarkeit von Händlern bemängeln die Prüfer.
Mängel bei der Meldung illegaler Inhalte
Der Digitale Dienste Koordinator (DSC) der Bundesnetzagentur gab am Montag bekannt, dass eBay gegen zentrale Vorschriften des EU-Digital Services Act (DSA) verstößt. Die Untersuchung lief seit Januar 2026 – in Zusammenarbeit mit der französischen Verbraucherschutzbehörde DGCCRF.
Das größte Problem: Das sogenannte Notice-and-Action-Verfahren – also die Möglichkeit für Nutzer, illegale Angebote zu melden – ist auf eBay nicht ausreichend nutzerfreundlich gestaltet. Besonders die Desktop-Version der Plattform fiel hier negativ auf. Der DSA schreibt vor, dass Online-Marktplätze einfache und zugängliche Werkzeuge zur Meldung von rechtswidrigen Inhalten bereitstellen müssen.
Fehlende Begründungen und Händler-Transparenz
Ein weiterer Kritikpunkt: eBay legt seinen Nutzern oft nicht ausreichend dar, warum bestimmte Maßnahmen ergriffen wurden. Ob Kontosperrung oder Löschung von Angeboten – die betroffenen Händler erhalten laut Bundesnetzagentur keine vollständigen und nachvollziehbaren Begründungen.
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Hinzu kommen Mängel bei der Rückverfolgbarkeit von gewerblichen Verkäufern. Die Plattform erfülle nicht die erforderlichen Standards, um sicherzustellen, dass Händlerinformationen ausreichend verfügbar und überprüfbar sind. Dabei ist genau das eine Kernanforderung des DSA: Verbraucher sollen geschützt werden, indem professionelle Verkäufer zur Rechenschaft gezogen werden können.
eBay wehrt sich – Behörde droht mit Zwangsgeldern
Das Unternehmen bestreitet die Vorwürfe offiziell. eBay erklärte, man halte sich an die geltenden rechtlichen Anforderungen und führe weiterhin einen konstruktiven Dialog mit den Behörden.
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Klaus Heidelberger, Präsident der Bundesnetzagentur, zeigte sich jedoch unnachgiebig: „Das Unternehmen muss die festgestellten Mängel beheben." Sollte eBay die Verstöße nicht abstellen, drohen formelle Anordnungen und Zwangsgelder. Die Plattform hat nun Gelegenheit, zu den Ergebnissen Stellung zu nehmen, bevor weitere Durchsetzungsmaßnahmen eingeleitet werden.
Die eBay-Aktie notierte am Montag bei rund 100,38 Euro – ein leichter Anstieg um ein Prozent. Ob der regulatorische Druck langfristige Folgen für den Konzern haben wird, bleibt abzuwarten.
