Ebola, Kongo

Ebola im Kongo: Claude von Anthropic verkürzt Berichte auf unter eine Stunde

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 21:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Claude verarbeitet Meldungen aus den Krisengebieten schneller, während sich die Epidemie auf weitere Gesundheitszonen ausbreitet.

Ebola im Kongo: KI verkürzt tägliche Berichte auf unter eine Stunde
Eine bewaldete, abgelegene Landschaft in der Demokratischen Republik Kongo mit einem schlammigen Pfad im Dschungel. Illustration mit AI erstellt.

In der Demokratischen Republik Kongo setzen Einsatzteams zur Eindämmung des aktuellen Ebola-Ausbruchs verstärkt auf digitale Werkzeuge und Künstliche Intelligenz. Damit soll der Informationsfluss aus den betroffenen Gebieten zur zentralen Analyse beschleunigt werden.

Die Helfer stehen vor Ort vor massiven Herausforderungen durch unpassierbare Straßen, mangelnde Stromversorgung und fehlende Netzwerkabdeckung in den Krisenregionen im Osten des Landes.

Effiziente Datenverarbeitung trotz infrastruktureller Hürden

Um die Übertragung von Überwachungsdaten und die Koordination der Teams zu verbessern, stellte die Gesundheitsorganisation Africa CDC bereits im Juni 2026 insgesamt 150 Starlink-Konnektivitäts-Kits für die Provinz Ituri bereit.

In Zusammenarbeit mit der Impfstoffallianz CEPI, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Afrika und dem nationalen Institut für biomedizinische Forschung (INRB) wurde im September zudem der Einsatz des KI-Modells Claude von Anthropic ermöglicht.

Der Prozess sieht vor, dass einzelne Distrikte ihre Daten per WhatsApp übermitteln. Die Künstliche Intelligenz extrahiert anschließend relevante Zahlen und Vergleiche aus diesen Meldungen. Laut Angaben von Anthropic konnte die Zeit für die Erstellung der täglichen Berichte dadurch von einem ganzen Tag auf weniger als eine Stunde verkürzt werden.

Massive Ausbreitung und hohe Sterblichkeitsrate

Die technologische Unterstützung erfolgt vor dem Hintergrund einer sich verschärfenden epidemiologischen Lage. Der seit Mai 2026 andauernde Ausbruch gilt bereits als die zweitgrößte jemals registrierte Ebola-Epidemie nach der Krise in Westafrika zwischen 2014 und 2016. Bis zum 23. September 2026 wurden landesweit 7.890 bestätigte Fälle und 3.799 Todesopfer verzeichnet, womit fast die Hälfte der Infizierten verstarb. Allein innerhalb eines Zeitraums von 24 Stunden wurden am 25. September 70 neue Fälle gemeldet.

Die Weltgesundheitsorganisation berichtete zudem über eine Ausbreitung auf zwei neue Gesundheitszonen: Bulu in der Provinz Süd-Ubangi an der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik sowie Dungu in Haut-Uele an der Grenze zum Südsudan. Damit sind mittlerweile insgesamt 63 Gesundheitszonen in sieben Provinzen betroffen.

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Herausforderungen bei der Kontaktverfolgung und Sicherheit

Besonders kritisch bewerten Experten die lückenhafte Kontaktverfolgung. Laut Africa CDC wurden bisher lediglich rund 30.000 mögliche Kontaktpersonen identifiziert. Bei rund 7.000 bestätigten Fällen und einem Durchschnitt von etwa 60 Kontakten pro Fall wäre eine Zahl von über 400.000 Personen zu erwarten gewesen. Demnach betreffen über 80 Prozent der neu bestätigten Infektionen Personen, die zuvor auf keiner Kontaktliste standen.

Dr. Jean Kaseya, Generaldirektor der Africa CDC, erklärte am Rande der UN-Generalversammlung in New York, dass man nicht von einer Kontrolle sprechen könne, wenn der Ausbruch die Ebene der Gemeinden erreicht habe. Auch WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus wies darauf hin, dass anhaltende Konflikte und Vertreibungen den Zugang der Helfer zu den betroffenen Menschen massiv erschweren.

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In der Provinz Ituri, dem Epizentrum des Ausbruchs, wurden seit Mai 6.032 Fälle bestätigt. In Nord-Kivu liegt die Sterblichkeitsrate mit rund 60 Prozent deutlich über dem nationalen Durchschnitt von 48 Prozent.

Internationale finanzielle Unterstützung

Angesichts der Krise wurden bei einem Treffen in New York am 24. September Zusagen über fast 2,9 Milliarden US-Dollar gemacht, wovon 886 Millionen US-Dollar von den Vereinigten Staaten stammen. Premierministerin Judith Suminwa Tuluka bezeichnete den Ausbruch als eine große Prüfung für das Land, betonte jedoch, dass die eingeleiteten Maßnahmen bereits greifbare Ergebnisse zeigten.

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