Ebola im Kongo: Zahl der Toten steigt auf 5.026
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 06:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWSGrenzüberschreitende Ebola-Fälle
- Die Gesundheitsbehörden meldeten 5.026 nachweisliche Ebola-Tote in der Demokratischen Republik Kongo.
- Insgesamt stieg die Zahl der Erkrankten auf 10.351, während 2.788 Menschen als genesen gelten.
- Auch Kenia und Nigeria meldeten Fälle, die mit Reisen oder Aufenthalten in der Region in Verbindung stehen.
Ebola-Ausbruch im Kongo überschreitet 5.000 Tote
In der Demokratischen Republik Kongo sind bereits mehr als 5.000 Menschen an Ebola gestorben. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden starben seit Mitte Mai 5.026 Menschen nachweislich an dem Fieber, während die Zahl der Erkrankten auf 10.351 stieg.
Mehr als 1.000 Menschen in Behandlung
Derzeit werden 1.101 Menschen behandelt oder befinden sich in Isolation. 2.788 frühere Ebola-Patientinnen und -Patienten gelten als genesen.
Die tatsächliche Zahl der Erkrankungen und Todesfälle könnte höher liegen, weil sich die Krankheit nach Einschätzung von Experten bereits vor der offiziellen Bekanntgabe des Ausbruchs am 15. Mai, möglicherweise seit Februar, unerkannt verbreitete.
Fälle auch in Kenia und Nigeria
Der Ausbruch geht auf den Bundibugyo-Erreger zurück und zeigt einen schnellen Anstieg. In Kenia traten Fälle nach dem Aufenthalt eines inzwischen verstorbenen Kenianers im Kongo auf.
Nigeria meldete am 20. Oktober den ersten Ebola-Fall. Eine Frau erkrankte einige Tage nach einer mehrwöchigen Reise nach Uganda; sie ist die Ehefrau eines Schweizer Diplomaten. In Europa wurde bislang ein Fall bekannt: Im Juni wurde ein Arzt nach einem Kriseneinsatz im Ostkongo in Frankreich positiv getestet und später genesen aus dem Krankenhaus entlassen.
Kein spezieller Impfstoff verfügbar
Ebola wird durch Körperkontakt und den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Das Virus kann hochansteckendes Fieber, Durchfall und Blutungen auslösen und lebensbedrohlich verlaufen.
Die Eindämmung wird dadurch erschwert, dass es für den Bundibugyo-Erreger bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. In der Anfangsphase kann die Infektion zudem mit Malaria verwechselt werden, was eine verspätete Isolation und Behandlung begünstigen kann.
Studien zu Medikamenten und Impfstoffen
Seit Juli laufen klinische Versuche mit zwei antiviralen Therapieverfahren. Zusätzlich werden Impfstoffe untersucht, darunter die Frage, ob der Ebola-Impfstoff Ervebo auch gegen den Bundibugyo-Typ schützt.
Ervebo ist bislang nur gegen die Ebola-Viruskrankheit zugelassen und empfohlen, die früher als Zaire-Ebolavirus bezeichnet wurde.
Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo gehört zu den schwersten dokumentierten Ausbrüchen der Krankheit. Nach den Angaben der Gesundheitsbehörden breitet sich der Erreger seit mindestens Februar unerkannt aus; offiziell bestätigt wurde das Geschehen erst am 15. Mai. Dadurch können tatsächliche Fall- und Todeszahlen über den registrierten Werten liegen.
Bundibugyo erschwert die Eindämmung
Der Ausbruch wird durch den seltenen Bundibugyo-Erreger verursacht. Anders als beim Zaire-Ebolavirus gibt es gegen diesen Typ bislang keinen speziell zugelassenen Impfstoff und keine gezielte Standardtherapie. Symptome wie Fieber und Durchfall können anfangs zudem mit Malaria verwechselt werden, was Isolation und Behandlung verzögern kann.
Die Ausbreitung über Grenzen hinweg erhöht den Druck auf die Gesundheitsbehörden. Fälle in Kenia und Nigeria zeigen, dass Reisen und enge Kontakte neue Infektionsketten auslösen können. Zugleich laufen klinische Prüfungen antiviraler Medikamente und Untersuchungen, ob der Impfstoff Ervebo zumindest einen Schutz gegen den Bundibugyo-Typ bietet.
Folgen für Gesundheitssysteme
Für die Bevölkerung bedeutet der Ausbruch nicht nur das Risiko einer Ebola-Infektion. Isolation, Kontaktverfolgung und die Behandlung Erkrankter binden Personal und Material, während andere medizinische Angebote unterbrochen werden können. Entscheidend bleiben daher eine schnelle Diagnose, sichere Versorgung und die lückenlose Nachverfolgung von Kontaktpersonen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Frankfurter Rundschau: „Hoffen auf Impfstoff: Ebola-Ausbruch im Kongo schreitet rasant voran“ (30.10.2026)
Der Beitrag bestätigt die Größenordnung des Ausbruchs und stellt die Impfstoffsuche in den Mittelpunkt. Er beleuchtet außerdem die Schwierigkeiten durch bewaffnete Gruppen, Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und lückenhafte Kontaktverfolgung.
tagesschau: „Kampf gegen Ebola - Studie macht Hoffnung auf Impfstoff“ (30.10.2026)
Der Beitrag rückt eine Studie zur Immunreaktion des zugelassenen Impfstoffs Ervebo gegen den Bundibugyo-Erreger in den Vordergrund. Offen bleibt, ob die beobachtete Reaktion tatsächlich vor Infektionen, schweren Verläufen oder Todesfällen schützt.
Beide Beiträge stimmen bei der hohen Zahl der Fälle und der besonderen Herausforderung durch den Bundibugyo-Erreger überein. Unterschiede setzen sie beim Schwerpunkt: Während die Frankfurter Rundschau die Ausbruchsdynamik und die Bedingungen vor Ort betont, konzentriert sich die tagesschau auf die medizinische Forschung.
