ECMO bei Organversagen: Lebensrettende Unterstützung für Herz und Lunge
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 17:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn der modernen Intensivmedizin spielen Verfahren zur Überbrückung und Unterstützung lebenswichtiger Organfunktionen eine zentrale Rolle. Vor allem bei schwerem Organversagen stoßen etablierte konservative Therapiemaßnahmen mitunter an ihre Grenzen.
Wie Giacomo Grasselli von der Fachgesellschaft Siaarti anlässlich des Fachkongresses Icare 2026 in Mailand hervorhob, stellt die extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) eine entscheidende, lebensrettende Technologie für Patienten mit akutem, lebensbedrohlichem Organversagen dar.
Grasselli ist der gewählte Präsident der Siaarti für den Zeitraum von 2028 bis 2030. Die italienische Fachgesellschaft für Anästhesie, Analgesie, Reanimation und Intensivmedizin thematisierte die intensivmedizinischen Verfahren im Rahmen ihres 80. Nationalkongresses, der am 24. Oktober 2026 in Mailand endete.
Intensivmedizinische Bedeutung und Anwendungsfelder
Die ECMO-Technologie übernimmt temporär die Funktion von Lunge oder Herz, indem sie das Blut der Betroffenen außerhalb des Körpers mit Sauerstoff anreichert und von Kohlendioxid befreit. Dies verschafft dem geschädigten Gewebe Zeit zur Regeneration oder überbrückt kritische Phasen bis zu weiteren therapeutischen Interventionen.
Grasselli verwies dabei auf die essenzielle Rolle, die diese hochentwickelte apparative Unterstützung einnimmt, um die Überlebenschancen von Intensivpatienten in kritischen Phasen eines schweren Organversagens maßgeblich zu sichern.
Parallel dazu zeigt sich in der klinischen Praxis, dass der Erfolg invasiver Technologien eng mit der allgemeinen Behandlungsqualität im intensiv- und perioperativen Bereich verknüpft ist. Die Versorgung erfordert neben apparativer Ausstattung insbesondere eingespielte Abläufe und eine präzise Überwachung.
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Perioperative Medizin und Risikominimierung
Ergänzend zu den Notfalltechnologien stand auf dem Fachkongress die Reduktion von Behandlungsrisiken im Fokus. Edoardo De Robertis, Leiter der Sektion für Anästhesie und perioperative Medizin bei der Siaarti, betonte in diesem Zusammenhang die große Bedeutung der perioperativen Medizin zur Verringerung von Komplikationen.
Da postoperative Komplikationen ein anhaltend kritischer Faktor im klinischen Alltag bleiben, werden abgestimmte und personalisierte Behandlungspfade über unterschiedliche Berufsgruppen hinweg gefordert.
Im Rahmen der Fachtagung wurden hierzu mehrere strategische Ansätze diskutiert:
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- Patient Blood Management: Dieses Konzept zielt darauf ab, den Einsatz von Transfusionen zu senken und damit einhergehende Folgekomplikationen bei operativen Eingriffen zu minimieren.
- Versorgungspfade für fragile Patienten: Für besonders gefährdete Patientengruppen sind strukturierte Abläufe erforderlich, um Risiken vor und nach operativen Maßnahmen gezielt abzufedern.
- Prehabilitation: Die gezielte Vorbereitung von Patienten vor einer Operation wird laut De Robertis durch mehrere Studien belegt und zeigt auch bei onkologischen Patientengruppen positive Effekte auf den Behandlungsverlauf.
- Präzises Monitoring und Anästhetika: Präzisere Monitoring-Verfahren und eine engmaschige hämodynamische Überwachung ermöglichen in Verbindung mit zielgerichteteren Anästhetika eine bessere Steuerung während kritischer Phasen.
Die Erörterungen auf dem Fachkongress verdeutlichen, dass fortschrittliche Technologien wie ECMO gemeinsam mit personalisierten Behandlungspfaden und präziser Überwachung unverzichtbare Säulen bilden, um schwere Verläufe und Organschäden in der Intensivmedizin erfolgreich zu behandeln.
