Deutsche an Grenze leben kĂŒrzer als westeuropĂ€ische Nachbarn
25.09.2025 - 06:00:50Deutsche in westeuropĂ€ischen Grenzregionen haben im Durchschnitt eine kĂŒrzere Lebenserwartung als Menschen im angrenzenden Gebiet im Nachbarland. Das geht aus einer aktuellen Studie mit Beteiligung von Wissenschaftlern des Bundesinstituts fĂŒr Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden hervor, die die Entwicklung der Lebenserwartung in diesen Regionen betrachtete.
So haben etwa MĂ€nner, die in GrenznĂ€he auf deutscher Seite leben, laut der Studie im Schnitt eine um 2,2 Jahre geringere Lebenserwartung als Schweizer im Grenzgebiet. An der Grenze zu den Niederlanden und DĂ€nemark verzeichnen MĂ€nner durchschnittlich eine um 1,8 Jahre niedrigere Lebenserwartung. Bei den Frauen treten die gröĂten Unterschiede im Vergleich zu Frankreich (-1,5 Jahre), der Schweiz (-1,4 Jahre) und DĂ€nemark (-1,1 Jahre) auf. Analysiert wurden die Grenzregionen zu den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Ăsterreich, DĂ€nemark und der Schweiz. Im Schnitt lebten Deutsche in GrenznĂ€he kĂŒrzer als ihre westeuropĂ€ischen Nachbarn.
«Die Befunde deuten darauf hin, dass nationale Rahmenbedingungen weiterhin einen starken Einfluss auf regionale Sterblichkeitsunterschiede in Europa haben», wird Pavel Grigoriev, Mitautor der Studie und Leiter der Forschungsgruppe «MortalitĂ€t» am BiB, in einer Mitteilung zitiert. Demnach fielen die grenzĂŒberschreitenden Differenzen in der Lebenserwartung oft sogar gröĂer aus als die Unterschiede zwischen Grenzregionen und anderen Gebieten innerhalb desselben Landes.
Unterschiede trotz Àhnlicher Struktur
Bei allen NachbarlĂ€ndern weisen die Regionen beidseits der Grenze laut BIB eine Ă€hnliche sozioökonomische Bevölkerungsstruktur auf â zum Teil wird sogar die gleiche Sprache gesprochen. «Umso bemerkenswerter ist es, dass entlang der deutsch-schweizerischen Grenze deutliche Unterschiede in der Lebenserwartung bestehen», sagte Michael MĂŒhlichen, ebenfalls Mitautor der Studie.
FĂŒr die Untersuchung wurden Daten aus 277 westeuropĂ€ischen grenznahen Regionen im Zeitraum von 1995 bis 2019 ausgewertet. Der Zeitraum der Coronapandemie blieb unberĂŒcksichtigt, um langfristige Tendenzen erfassen zu können.


