Kaffeetrinker, Tasse

Kaffeetrinker nach der ersten Tasse morgens besser gelaunt

16.08.2025 - 07:00:41

Ein bekanntes Sprichwort besagt: «Kaffee am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen.» Wissenschaftler aus Bielefeld und Warwick haben das PhĂ€nomen nun ĂŒberprĂŒft. Es geht um alle koffeinhaltigen GetrĂ€nke.

  • Der Start in den Tag mit Kaffee ist fĂŒr die meisten Menschen ein jahrzehntelanges Ritual. (Symbolbild) - Foto: Sebastian Gollnow/dpa

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  • Wirkt Kaffee am Morgen nur so intensiv, weil in der Nacht Entzugserscheinungen entstanden? (Symbolbild) - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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Der Start in den Tag mit Kaffee ist fĂŒr die meisten Menschen ein jahrzehntelanges Ritual. (Symbolbild) - Foto: Sebastian Gollnow/dpaWirkt Kaffee am Morgen nur so intensiv, weil in der Nacht Entzugserscheinungen entstanden? (Symbolbild) - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

RegelmĂ€ĂŸige Kaffeetrinker sind einer Studie zufolge nach einer Tasse am Morgen meist in besserer Stimmung als zuvor. Die Befragten fĂŒhlen sich dann deutlich glĂŒcklicher und enthusiastischer als an anderen Tagen, an denen sie zur gleichen Uhrzeit keinen Kaffee oder andere koffeinhaltige GetrĂ€nke trinken. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschenden der UniversitĂ€t Bielefeld und der britischen University of Warwick, die in der Fachzeitschrift «Scientific Reports» veröffentlicht wurde. 

Koffein wirkt der Studie zufolge auch gegen negative Stimmungslagen wie Traurigkeit oder Ärger – aber dieser Zusammenhang ist weniger stark und hĂ€ngt nicht von der Uhrzeit ab.

Die Wissenschaftler befragten 236 junge Erwachsene, die generell Koffein konsumieren, ĂŒber einen Zeitraum von bis zu vier Wochen. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen beantworteten siebenmal tĂ€glich einen kurzen Fragebogen auf ihrem Handy. Sie gaben an, wie ihre aktuelle Stimmung ist – und ob sie in den vorangehenden 90 Minuten ein koffeinhaltiges GetrĂ€nk getrunken haben.

Eine Blockade im Gehirn

Die stimmungsaufhellende Wirkung erklĂ€ren die Forschenden so: Koffein blockiere die Adenosin-Rezeptoren im Gehirn, wodurch man sich wacher und energiegeladener fĂŒhlt. Rezeptoren sind eine Art winzige Antennen – und an diese dockt oft ein Stoff an, der uns mĂŒde macht: Adenosin.

Co-Autorin Professorin Anu Realo PhD von der University of Warwick erklĂ€rt: «Koffein wirkt, indem es Adenosin-Rezeptoren blockiert, was die DopaminaktivitĂ€t in wichtigen Hirnregionen erhöhen kann – ein Effekt, den Studien mit einer verbesserten Stimmung und gesteigerter Wachsamkeit in Verbindung gebracht haben.» Dopamin ist als GlĂŒckshormon bekannt. 

Offene Fragen

Die Autoren wiesen auch auf eine offene Frage und eine Besonderheit der Studie hin. Offen ist demnach, ob die Effekte am Morgen mit einer Verringerung von Entzugserscheinungen zusammenhĂ€ngen, die sich wĂ€hrend der Nacht gebildet haben. «Selbst Menschen mit nur mĂ€ĂŸigem Koffeinkonsum können leichte Entzugserscheinungen verspĂŒren, die mit dem ersten Kaffee oder Tee am Morgen verschwinden», so Anu Realo. 

Und: Die Forschenden erwarteten, dass Menschen, die generell sehr Ă€ngstlich sind, nach dem Koffein-Konsum negative StimmungsverĂ€nderungen erleben – etwa eine erhöhte NervositĂ€t. «Es ist jedoch möglich, dass Personen, die wissen, dass sie nicht gut auf Koffein reagieren, einfach kein Koffein trinken», erklĂ€rt der Erstautor der Studie, Justin Hachenberger, von der FakultĂ€t fĂŒr Psychologie und Sportwissenschaft der UniversitĂ€t Bielefeld. Solche Personen seien in der Studie nicht vertreten, da nur die Daten von Koffein-Konsumenten ausgewertet wurden.

Koffeinkonsum: eine weltweite Gewohnheit

«Weltweit konsumieren etwa 80 Prozent der Erwachsenen koffeinhaltige GetrĂ€nke und der Konsum von Tee und Kaffee reicht geschichtlich weit zurĂŒck», sagt Sakari Lemola von der UniversitĂ€t Bielefeld, ein Co-Autor der Studie. «Sogar bei wildlebenden Tieren ist Koffeinkonsum belegt, so bevorzugen Bienen- und Hummelarten Nektar von Pflanzen mit Koffeingehalt.» Das Forschungsteam weist darauf hin, dass Koffeinkonsum zu AbhĂ€ngigkeit fĂŒhren kann.

@ dpa.de