Stablecoin, DigitalwÀhrung

Neun fĂŒhrende europĂ€ische Banken entwickeln Euro-Stablecoin

25.09.2025 - 11:51:27

Ein Euro-Stablecoin soll Europas Antwort auf die US-Dominanz im digitalen Zahlungsverkehr werden. Was steckt hinter der Blockchain-Offensive?

Neun fĂŒhrende europĂ€ische Banken, darunter die deutsche DekaBank der Sparkassen-Finanzgruppe, entwickeln gemeinsam einen Euro-basierten Stablecoin. Diese digitale WĂ€hrung koppelt ihren Wert an stabile Vermögenswerte, um Kursschwankungen zu vermeiden. Im Gegensatz zu Bitcoin oder Ethereum, die stark an Wert gewinnen oder verlieren können, bleiben Stablecoins stabil. Das geplante digitale Zahlungsmittel basiert wie der Bitcoin auf Blockchain-Technologie, setzt also auf ein offen einsehbares digitales Kassenbuch auf.

Neben der DekaBank beteiligen sich an dem Projekt die Banken UniCredit und Banca Sella (Italien), ING (Niederlande), CaixaBank (Spanien), KBC (Belgien), SEB (Schweden), Danske Bank (DĂ€nemark) und Raiffeisen Bank International (Österreich). Die Deutsche Bank und die Commerzbank, Deutschlands grĂ¶ĂŸte Banken, sind nicht dabei. Weitere Banken können sich allerdings der Initiative anschließen.

KostengĂŒnstige Zahlungen rund um die Uhr

Die EinfĂŒhrung des Stablecoins ist fĂŒr die zweite JahreshĂ€lfte 2026 geplant. Er werde den EU-Vorgaben der «Markets in Crypto-Assets» (MiCAR) entsprechen und soll schnelle, kostengĂŒnstige Zahlungen rund um die Uhr ermöglichen, erklĂ€rte ein Deka-Sprecher. Der Stablecoin biete Potenzial fĂŒr effiziente grenzĂŒberschreitende Transaktionen, programmierbare Zahlungen und Verbesserungen im Lieferkettenmanagement sowie bei der Abwicklung digitaler Vermögenswerte, von Wertpapieren bis KryptowĂ€hrungen.

Zur Umsetzung der PlĂ€ne grĂŒndete das Konsortium der neun Banken ein neues Unternehmen in den Niederlanden, das von der dortigen Zentralbank als E-Geld-Institut lizenziert und beaufsichtigt werden soll. 

USA dominieren internationalen Stablecoin-Markt

Der internationale Stablecoin-Markt wird derzeit von drei US-Anbietern angefĂŒhrt: Tether (USDT), Circle (USDC) und Ripple (XRP). US-PrĂ€sident Donald Trump erleichterte zuletzt die regulatorischen Bedingungen fĂŒr diese Projekte, sprach sich jedoch gegen eine staatliche DigitalwĂ€hrung auf Dollarbasis aus. In Europa plant die EuropĂ€ische Zentralbank hingegen einen digitalen Euro.

Der Deka-Sprecher betonte, die neun Banken wollten eine europĂ€ische Alternative zu den US-dominierten Stablecoin-MĂ€rkten schaffen und so Europas strategische Autonomie im Zahlungsverkehr stĂ€rken. Gleichzeitig können sie ihren Kunden zusĂ€tzliche Dienstleistungen wie Stablecoin-Wallets und Verwahrungslösungen fĂŒr digitale Vermögenswerte anbieten.

@ dpa.de