Satellit, Bewegung

Neuer Satellit verfolgt Bewegung der ErdoberflÀche

30.07.2025 - 15:58:46

Ein Großteil der ErdoberflĂ€che ist stĂ€ndig in Bewegung. Eine neue Mission der Nasa und indischer Behörden soll ein umfassenderes Bild von den VerĂ€nderungen und Daten zu Naturgefahren liefern.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat in Zusammenarbeit mit der indischen Weltraumforschungsorganisation Isro einen Satelliten ins All geschickt, der VerÀnderungen auf der ErdoberflÀche in bislang unbekannter Detailgenauigkeit messen soll. Die Daten könnten nach den Angaben der Behörden unter anderem helfen, Naturgefahren zu erkennen sowie Meereseis und Gletscher besser zu verfolgen. 

Der Erdbeobachtungssatellit hob am spĂ€ten Nachmittag (Ortszeit) an Bord einer indischen TrĂ€gerrakete im Weltraumbahnhof Satish Dhawan Space Centre an der SĂŒdostkĂŒste Indiens ab, wie Livebilder auf dem Youtube-Kanal der Nasa zeigten. Die Rakete habe den Satelliten erfolgreich in die beabsichtigte Umlaufbahn gebracht, sagte der Isro-Vorsitzende V. Narayanan. 

Die NISAR genannte Mission ist fĂŒr eine grundlegende Dauer von drei Jahren geplant. Von einer niedrigen Umlaufbahn in 747 Kilometern Höhe soll der Satellit zweimal alle zwölf Tage die Bewegungen der ErdoberflĂ€che messen, sobald die 90-tĂ€gige Phase der Inbetriebnahme im All abgeschlossen ist. «Diese Art der regelmĂ€ĂŸigen Beobachtung ermöglicht es uns, zu sehen, wie sich die ErdoberflĂ€che ĂŒber fast den gesamten Planeten hinweg bewegt», sagte die Nasa-Forscherin und NISAR-Anwendungsleiterin Cathleen Jones. 

Beobachtung von Land- und EisflÀchenbewegungen

Laut Nasa könnten die Land- und EisflĂ€chen wie niemals zuvor beobachtet werden. Bewegungen von Bruchteilen von Zentimetern könnten entdeckt werden. Besonders nĂŒtzlich werde diese FĂ€higkeit in Gebieten sein, die Vulkane oder Verwerfungen umgeben, die durch die Vegetation verdeckt seien. 

Aber mit Hilfe des Satelliten könnten keine Erdbeben vorhergesagt werden, wird der geowissenschaftliche Leiter der Mission, Mark Simons, auf der Nasa-Website zitiert. «Er wird uns stattdessen helfen, besser zu verstehen, welche Gebiete auf der Welt am anfĂ€lligsten fĂŒr schwere Erdbeben sind.»
 
Um die beabsichtigte Detailgenauigkeit zu erreichen, ist der Satellit mit zwei Radarinstrumenten ausgestattet, von denen jeweils eines von Isro und Nasa entwickelt wurde. Die SAR-Radare (Radar mit synthetischer Apertur), die bei langen WellenlÀngen arbeiten, können den Angaben zufolge Messwerte unabhÀngig vom Wetter sowie bei Tag und Nacht erfassen und durch Wolken hindurchsehen, die die Sicht optischer GerÀte behindern können. Es ist die erste Zusammenarbeit der Nasa mit Isro auf dem Gebiet der Hardware-Entwicklung.

@ dpa.de