Cyberangriff legt digitale Systeme von 70 Kommunen lahm
31.10.2023 - 15:58:54Eine Cyberattacke auf einen kommunalen IT-Dienstleister hat in Nordrhein-Westfalen digitale Systeme in mehr als 70 Verwaltungen von Kommunen und Kreisen lahmgelegt. Das Unternehmen SĂŒdwestfalen-IT (SIT) kĂ€mpfe weiter mit den Folgen des Angriffs mit Ransomware, einem sogenannten Erpressungstrojaner, teilte das Unternehmen mit.
Die Schadsoftware war in der Nacht zu Montag entdeckt worden. Daraufhin hatte das IT-Unternehmen die Verbindungen zu den Nutzern ihrer Software gekappt, um die Weiterverbreitung des SchÀdlings innerhalb des Netzwerks zu verhindern. Man stehe in Kontakt mit den einschlÀgigen Behörden, um die Analyse zur Wiederherstellung des IT-Betriebs so schnell wie möglich voranzutreiben, betonte SIT.
Viele Verwaltungen und RathĂ€user vor allem in SĂŒdwestfalen sind seit Montag nicht oder nur eingeschrĂ€nkt arbeitsfĂ€hig. Ărtlich blieben BĂŒrgerbĂŒros, AuslĂ€nderbehörden oder Kfz-Zulassungsstellen geschlossen. Viele Online-Auftritte von betroffenen Kommunen und Kreisen waren nicht zugĂ€nglich. Mancherorts, wie beim Kreis Siegen-Wittgenstein, waren Verwaltungen weder per E-Mail noch telefonisch zu erreichen. Dort wird nun am Aufbau einer neuen IT-Infrastruktur gearbeitet.
Wegen der Tragweite des Cyberangriffs leitet die bei der Staatsanwaltschaft Köln angesiedelte Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) NRW die Ermittlungen. Die eingeschleuste Schadsoftware werde nun analysiert, um herauszufinden, wer hinter dem Angriff stecke, so ein Sprecher der Ermittlungsbehörde. GeprĂŒft werde auch, welche SicherheitslĂŒcke, die Kriminellen genutzt haben und ob Daten gestohlen wurden. Die Ermittlungen dazu dauerten jedoch an. Zur Frage, ob die Cyberkriminellen versuchten, Lösegeld zu erpressen, wollte die Staatsanwaltschaft zunĂ€chst keine Angaben machen.


