Teleskop, Licht

Teleskop soll das Àlteste Licht des Universums einfangen

17.01.2025 - 12:55:16 | dpa.de

Ein riesiges Teleskop soll die Geburt der ersten Sterne nach dem Urknall einfangen. Gebaut wurde das Hightech-GerĂ€t am Niederrhein - nun muss es in die WĂŒste nach Chile.

  • Verpackt in riesigen Holzkisten werden die Teile des Teleskops in Wesel auf ein Schiff geladen. - Foto: Christoph Reichwein/dpa
    Verpackt in riesigen Holzkisten werden die Teile des Teleskops in Wesel auf ein Schiff geladen. - Foto: Christoph Reichwein/dpa
  • So hoch wie drei HĂ€user: Ein riesiges Teleskop aus dem Rheinland soll einen Blick auf die Geburt der ersten Sterne nach dem Urknall liefern. (Archivbild) - Foto: Armin Fischer/dpa
    So hoch wie drei HĂ€user: Ein riesiges Teleskop aus dem Rheinland soll einen Blick auf die Geburt der ersten Sterne nach dem Urknall liefern. (Archivbild) - Foto: Armin Fischer/dpa
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Wissenschaftler und Ingenieure haben am Niederrhein ein riesiges Teleskop gebaut, das einen Blick auf die Geburt der ersten Galaxien nach dem Urknall liefern soll. Nach acht Jahren Entwicklung wird das Hightech-Teleskop nun mit dem Schiff nach Chile transportiert. Dort werden Forschende es in der Atacama-WĂŒste in 5.600 Metern Höhe in Betrieb nehmen. Damit werde es das zweithöchste Teleskop weltweit, sagte Projektingenieur Ron Higgins von der UniversitĂ€t Köln.

Das Teleskop soll Bereiche im Weltraum darstellen, aus denen kein sichtbares Licht bis zu Erde dringt. HerzstĂŒck sind zwei sechs Meter große Spiegel. Mit ihrer Hilfe wollen Wissenschaftler Strahlung im sogenannten Submillimeter-WellenlĂ€ngenbereich darstellen. 

Hoffen auf neue Erkenntnisse ĂŒber die Zeit nach dem Urknall

Die Submillimeter-Strahlung stamme zum Beispiel aus Staub- und MolekĂŒlwolken, die weit entfernte Schwarze Löcher und sternenreiche Galaxien umgeben, erklĂ€rt Dominik Riechers, Professor fĂŒr Astrophysik an der UniversitĂ€t Köln, der das Projekt wissenschaftlich begleitet. Die beteiligten Forscher hoffen, das Ă€lteste Licht des Universums beobachten und so entscheidende Informationen ĂŒber den Urknall liefern zu können.

Weltweit könnten nur wenige Teleskope solche WellenlÀngenbereiche beobachten. Damit die Beobachtungen gelingen, brauche das Teleskop einen sehr hohen und sehr trockenen Standort, sagte Riechers. Die Bedingungen auf dem Berg Cerro Chajnantor in Chile seien deshalb ideal.

Arbeitsbedingungen in 5.600 Metern Höhe sind schwierig

Geplant wurde das Fred Young Submillimeter Teleskop (FYST) von einem internationalen Konsortium, an dem die UniversitÀten Köln und Bonn beteiligt sind. Gebaut wurde es von einer Firma in Duisburg.

Zuletzt war das GerĂ€t, das so hoch wie ein dreistöckiges Haus ist, in Xanten am Niederrhein testweise aufgebaut worden. «Der Aufwand dafĂŒr war enorm», sagte Projektleiter Klaus Willmeroth. Die Arbeitsbedingungen in Chile in 5.600 Metern Höhe seien aber extrem schwierig - deshalb sei es wichtig gewesen, mögliche Probleme schon im Vorfeld in Deutschland zu erkennen und zu beheben.

Das Teleskop soll im MĂ€rz in Chile ankommen. Dann werden die Teile mit Lastwagen ĂŒber eine unbefestigte Serpentinen-Straße zu ihrem endgĂŒltigen Standort in der WĂŒste gebracht. Ende 2025 oder Anfang 2026 soll es die ersten Bilder aus den Tiefen des Weltalls geben.

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