Urpferd, Hessen

Vermutlich weiteres Urpferd in der Grube Messel entdeckt

04.08.2023 - 14:27:02

Ein Wirbeltier, ein SĂ€ugetier, ein Urtier - nach einem «spektakulĂ€ren» Fund in der FossilienlagerstĂ€tte Grube Messel wird geprĂŒft, ob es sich dabei um ein Urpferd handelt.

Forscher haben in der Grube Messel das Fossil eines besonderen SÀugetiers entdeckt. Dabei könne es sich um ein Urpferd handeln, sagte der Grabungsleiter Torsten Wappler vom Hessischen Landesmuseum in Darmstadt. «Es ist ein spektakulÀrer Fund», betonte er. Bereits vor einer Woche begannen die Bergungsarbeiten in der Unesco-WelterbestÀtte bei Darmstadt. Nun seien die Knochen vollstÀndig ausgehoben.

«Das, was wir bislang von den Beinen gesehen haben, sieht auf jeden Fall nach einem SÀugetier aus», berichtete der Forscher. Die Lage und der Umriss deuten demzufolge stark auf ein Urpferd hin. Zwar habe es bereits Funde eines solchen Urtiers gegeben, allerdings seien viele Skelette nicht vollstÀndig oder in guter Form erhalten gewesen. «Vor 2015 haben wir fast 30 Jahre kein einziges entdeckt», sagte der Grabungsleiter. Auch handele es sich ersten Erkenntnissen nach um ein Jungtier, da es mit 20 Zentimetern Höhe etwas kleiner ist als bekannte Exemplare.

Urpferde seien ein ausgestorbener Zweig innerhalb der Pferde, erklĂ€rte Wappler. «Sie waren nicht so groß, hatten andere ZĂ€hne und auch die FĂŒĂŸe sahen deutlich anders aus als bei heutigen Pferden.» Demnach lebten sie vor etwa 50 Millionen Jahren in Mitteleuropa. «Sie haben sich weiterentwickelt und sind die VorlĂ€ufer der Pferde, wie wir sie heute kennen.»

Ob es sich wirklich um das vermutete Urtier handele, könne erst gesagt werden, wenn der Fund vollstĂ€ndig prĂ€pariert ist. Das sei laut Wappler voraussichtlich erst im SpĂ€therbst der Fall. «Wir mĂŒssen die Ölschiefer-Blöcke, die wir entnommen haben, sehr behutsam bearbeiten», erklĂ€rte der Grabungsleiter. Schicht fĂŒr Schicht werde vorsichtig mit kleinen Nadeln abgetragen, um die Knochen nicht zu beschĂ€digen. «Und das dauert», so Wappler.

@ dpa.de