Einsamkeit: Jeder Dritte unter 35 Jahren betroffen
02.07.2026 - 10:18:36 | boerse-global.de
Führungskräfte arbeiten bis zu 70 Stunden pro Woche, während die emotionale Bindung zur Arbeit sinkt. Wirtschaftspsychologen sehen dringenden Handlungsbedarf.
Manager unter Dauerstrom
Leonhard Birnbaum (Eon) bewältigt eine Arbeitswoche von 70 Stunden. Der Sonntagmorgen gehört der Durchsicht von Vorstandsmappen. Auch Bettina Orlopp (Commerzbank) und Oliver Dörre (Hensoldt) setzen auf spezifische Strategien gegen den Stress. Birnbaum nennt Pragmatismus und Leidenschaft als wesentliche Faktoren.
Der Gallup-Engagement-Index zeigt seit 2020 eine sinkende Job-Zufriedenheit bei Teamleitern und Top-Managern. Coachings belegen: Ständige Transformation, fehlende Rückendeckung und Sinnverlust führen bei vielen Managern zur inneren Kündigung.
Stress als Wachstumschance
Hirnforscher Volker Busch von der Universitätsklinik Regensburg ordnet die Bedeutung von Stress neu ein. Er warnt davor, Belastungen kategorisch zu vermeiden. Ein gesunder Umgang mit Stress könne helfen, persönlich zu wachsen. Resilienz sei trainierbar, wobei jüngere Menschen oft größere Schwierigkeiten mit Drucksituationen hätten.
Soziale Kontakte spielen eine entscheidende Rolle. Studien belegen: Sogenannte Mikrokontakte – lose Bekanntschaften – tragen maßgeblich zur Zufriedenheit bei und senken sogar das Sterberisiko. Das Einsamkeitsbarometer 2021 zeigte: 10 Prozent der Männer und 13 Prozent der Frauen fühlten sich einsam. Eine Umfrage aus 2025 ergab: Unter 35-Jährigen ist bereits jeder Dritte betroffen.
Fehlerkultur als Problem
Jeder Dritte unter 35 fühlt sich einsam – doch das muss nicht sein. Mit gezielten Mikrokontakt-Übungen und einer täglichen Resilienz-Routine bauen Sie echte Verbindungen auf. Fordern Sie jetzt den kostenlosen Ratgeber an. Kostenlosen Ratgeber anfordern
Die Debatte um den richtigen Umgang mit Fehlern entzündete sich an der Reaktion von Kanzler Friedrich Merz auf das WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft. Wirtschaftspsychologe Michael Frese konstatiert: In Deutschland fällt es schwer, eigene Fehler einzugestehen. Die Bereitschaft zur direkten Kritik an anderen sei dagegen stark ausgeprägt.
In der Öffentlichkeit wird ein Trend zu extremen Lagern in Debatten beobachtet. Experten plädieren für mehr Fairness und eine Rückkehr zu sachlicher Kritik.
KI entlastet – aber ungenutzt
Ein „High-Agency-Mindset“ mit Eigeninitiative ist laut einer Personalexpertin von Boston Consulting Group (BCG) entscheidend für künftigen Erfolg. Ein BCG-Report zur KI am Arbeitsplatz 2026 zeigt: 72 Prozent der Beschäftigten nehmen veränderte Rollenanforderungen wahr. 42 Prozent sparen durch KI einen Arbeitstag pro Woche ein. Doch 66 Prozent erhalten keine Anleitung, wie sie die gewonnene Zeit produktiv nutzen können.
Praktische Hilfe für den Alltag
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Mehrere Angebote sollen helfen:
- Das Fachbuch „Gelassener im Stress in 100 Tagen für Dummies“ von Dr. Daniela Voigt enthält Übungen zur Steigerung der Gelassenheit
- Ein Online-Seminar zu souveräner Kommunikation und Resilienz ist für den 27. und 28. August geplant
- Eine dreiwöchige Meditations-Challenge mit täglichen Zehn-Minuten-Einheiten läuft seit heute
Wirtschaftspsychologen raten: Bei Verletzungen durch Kritik Gefühle zunächst zulassen und akzeptieren. Durch körperliche Entspannung und den Fokus auf positive Aspekte lässt sich die professionelle Handlungsfähigkeit wiederherstellen.
