Eisenaufnahme, Vitamin

Eisenaufnahme: Vitamin C hilft, Kaffee und Tee bremsen die Versorgung

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 05:46 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vitamin C fördert die Verwertung pflanzlichen Eisens, wÀhrend Kaffee, Tee und Calcium die Aufnahme beeintrÀchtigen können.
Rohkost wie Linsen, Bohnen und Paprika auf einem dunklen Steintisch bei natĂŒrlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die gezielte Versorgung des Körpers mit Eisen hĂ€ngt maßgeblich von der Zusammensetzung der tĂ€glichen Mahlzeiten ab. Fachleute weisen darauf hin, dass die Kombination bestimmter Nahrungsmittel die BioverfĂŒgbarkeit des Spurenelements deutlich steigern kann, wĂ€hrend andere Inhaltsstoffe die Aufnahme im Verdauungstrakt merklich behindern.

HĂ€m-Eisen und pflanzliches Eisen im Vergleich

Der menschliche Körper unterscheidet bei der Verwertung zwischen zwei Formen von Eisen. Tierisches HĂ€m-Eisen wird zu rund 25 Prozent aufgenommen. Pflanzliches Nicht-HĂ€m-Eisen weist hingegen eine deutlich geringere BioverfĂŒgbarkeit auf: Je nach Quelle nimmt der Organismus lediglich 1 bis 10 Prozent beziehungsweise 1 bis 15 Prozent dieser Form auf.

Aus diesem Grund schÀtzt das Institute of Medicine (IOM) den tÀglichen Eisenbedarf bei einer rein pflanzlichen ErnÀhrung um etwa das 1,8-Fache höher ein als bei einer gemischten Kost. Der regulÀre tÀgliche Bedarf liegt im Allgemeinen bei 8 bis 18 Milligramm.

Vitamin C als Förderer und die Rolle der PhytinsÀure

Vitamin C spielt eine zentrale Rolle bei der Verwertung von pflanzlichem Eisen, da es dreiwertiges Eisen zu zweiwertigem Eisen reduziert und so die Resorption fördert. Pflanzliche Quellen wie Linsen oder Bohnen lassen sich gezielt mit Vitamin-C-Lieferanten wie Tomaten, Zitronen, Orangen oder Mandarinen kombinieren.

Auch Kiwis, Erdbeeren, Paprika und Guaven eignen sich; Guaven weisen je nach Sorte und Reifegrad oft mehr Vitamin C als Orangen auf. Bei einer sehr hohen Vitamin-C-Zufuhr von 500 Milligramm oder mehr kann jedoch die Oxalatausscheidung steigen, was das Risiko fĂŒr Harnsteine erhöht. Schwangere sollten ihren Vitamin-C-Bedarf daher bevorzugt ĂŒber frisches Obst und GemĂŒse decken.

Ein bedeutender Hemmstoff in Getreide und HĂŒlsenfrĂŒchten ist die PhytinsĂ€ure, die Mineralstoffe wie Zink, Magnesium, Eisen und Calcium bindet. Nach Angaben der Verbraucherzentrale lĂ€sst sich diese hemmende Wirkung weitgehend neutralisieren, wenn Vitamin C mit sauren Lebensmitteln kombiniert wird.

Zudem bauen bestimmte Zubereitungsmethoden PhytinsĂ€ure effektiv ab. Haferflocken sollten eingeweicht werden – zarte Flocken mindestens 30 Minuten, kernige Flocken mindestens eine Stunde, idealerweise ĂŒber Nacht.

Auch Keim- und Fermentationsprozesse mindern den Gehalt deutlich: Durch das Keimen ĂŒber 48 bis 72 Stunden werden bis zu 75 Prozent der PhytinsĂ€ure abgebaut, wodurch die Eisenaufnahme um das Zwei- bis Dreifache steigt. Linsen-Sprossen liefern dabei 6,5 Milligramm Eisen pro 100 Gramm, Alfalfa-Sprossen 3,5 Milligramm pro 100 Gramm.

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Hemmstoffe: Kaffee, Tee und Calcium

Neben pflanzlichen Bindegliedern beeinflussen auch andere Nahrungsmittelbestandteile die Resorption negativ. Tannine in Kaffee, Tee und Wein beeintrÀchtigen die Eisenaufnahme erheblich. Aus diesem Grund sollte wÀhrend einer Mahlzeit sowie bis zu einer Stunde vor und nach dem Essen auf den Konsum von Tee verzichtet werden.

Die ErnĂ€hrungswissenschaftlerin Zoe Bingley-Pullin weist darauf hin, dass Kaffee die FlĂŒssigkeits- und Eisenaufnahme hemmt, und empfiehlt, den Kaffeekonsum auf ein bis zwei Tassen pro Tag zu beschrĂ€nken. Ebenso wirkt Calcium als Hemmfaktor im Verdauungstrakt.

Eisenquellen, Risikogruppen und Diagnostik

Pflanzliche Lebensmittel bieten vielseitige Eisenquellen: HĂŒlsenfrĂŒchte enthalten 5 bis 8 Milligramm pro 100 Gramm trockener Samen, Samen und Kerne weisen 4 bis 10 Milligramm pro 100 Gramm auf. GrĂŒnkohl und Spinat liefern etwa 2 bis 3 Milligramm pro 100 Gramm, wĂ€hrend Quinoa und Amaranth 2 bis 4 Milligramm pro Portion beisteuern.

Kakao und Zartbitterschokolade enthalten ĂŒber 10 Milligramm pro 100 Gramm, getrocknete FrĂŒchte 2 bis 3 Milligramm pro Portion. Unter den tierischen Lebensmitteln liefern beispielsweise Blutwurst, Lunge und Fisch mit dunklem Fleisch gut verwertbares Eisen.

Eisenmangel gilt weltweit als die hÀufigste Mangelerscheinung. Zu den besonders betroffenen Gruppen zÀhlen Frauen im gebÀrfÀhigen Alter, Personen mit starker Monatsblutung, Schwangere, Stillende, heranwachsende Kinder, Sportler sowie Vegetarier und Veganer.

In der Schweiz sind 25 Prozent aller Frauen von einem oft unbemerkten Eisenmangel betroffen. Typische Anzeichen sind MĂŒdigkeit, Konzentrationsprobleme, blasse Haut, Haarausfall und eine erhöhte InfektanfĂ€lligkeit.

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Da Symptome allein keine gesicherte Diagnose ermöglichen, ist eine Ă€rztliche Blutuntersuchung erforderlich, die Parameter wie Ferritin, HĂ€moglobin und die TransferrinsĂ€ttigung prĂŒft.

Liegt der Ferritinwert unter 15, sollte Ă€rztlicher Rat eingeholt werden. NahrungsergĂ€nzungsmittel enthalten in der Regel zwischen 26 und 150 Milligramm Eisen und sollten ausschließlich nach medizinischer AbklĂ€rung eingenommen werden, da ein Überschuss die Leber schĂ€digen kann.

Eine randomisierte klinische Studie aus dem Jahr 2020 mit fast 500 Personen mit EisenmangelanĂ€mie zeigte zudem, dass die alleinige Gabe von Eisentabletten eine ebenso hohe Wirksamkeit erzielte wie die kombinierte Einnahme mit Vitamin C. Liegt eine AnĂ€mie vor, ersetzen ErnĂ€hrungsumstellungen keine medizinische Therapie, wenngleich sich Laborwerte laut Herstellerangaben bei regelmĂ€ĂŸiger Einnahme nach zwei bis drei Monaten messbar verbessern können.

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