EKD-Plattform gehackt: Missbrauchsbetroffene verlieren Schutzraum
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 21:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat ihre Plattform für Missbrauchsbetroffene nach einem schweren Hackerangriff vom Netz genommen. Unbekannte Täter nutzten eine Sicherheitslücke in der WordPress-Software aus, um in das System einzudringen. Die Kirche zog die Notbremse, um weitere Datenlecks zu verhindern.
Vertrauliche Daten mutmaßlich abgeflossen
Ein Datenabfluss gilt als wahrscheinlich, wie die EKD mitteilte. Betroffen sein könnten verschlüsselte Passwörter, private Nachrichten und Beiträge aus internen Foren. Diese waren als geschützter Raum für Betroffene gedacht, die dort ihre Erfahrungen teilen und sich gegenseitig unterstützen.
Detlev Zander, Sprecher der Betroffenen, fordert eine lückenlose Aufklärung. „Wir brauchen dringend Klarheit darüber, wie die Sicherheitsvorkehrungen umgangen werden konnten“, sagte er. Zudem müsse die Kirche garantieren, dass die Daten der Betroffenen künftig besser geschützt werden.
Sicherheitslücken in kirchlicher IT: Kein Einzelfall
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Der Angriff auf die BeNe-Plattform ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Erst am Vortag war bekannt geworden, dass die App „Click To Pray“ – das offizielle Gebetsnetzwerk des Papstes – von einem massiven Datenleck betroffen war. Der Sicherheitsforscher BobDaHacker entdeckte dort eine Schwachstelle, die persönliche Daten von über 719.000 Nutzern offenlegte.
Die offengelegten Informationen umfassten Namen, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten und Länderangaben. Der Forscher hatte das päpstliche Gebetsnetzwerk bereits Anfang Januar über die Lücke informiert – doch monatelang passierte nichts. Experten zufolge hätten Angreifer die Sicherheitslücke sogar für die Übernahme von Nutzerkonten nutzen können.
Finanzielle und rechtliche Altlasten
Der Cyberangriff trifft die Kirchen in einer ohnehin schwierigen Phase. Die Aufarbeitung historischer Missbrauchsfälle belastet die Institutionen massiv – finanziell wie rechtlich. Erst am heutigen Samstag gab die katholische Erzdiözese San Francisco bekannt, dass sie 395 Millionen Euro zahlen wird, um über 500 Missbrauchsklagen beizulegen. Die Diözese hatte bereits im August 2023 Gläubigerschutz beantragt.
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Auch in Australien zeigt sich die Lage dramatisch. Die St. Matthew’s Anglican Church in Wendouree steht offenbar vor dem Verkauf, um die finanziellen Verpflichtungen aus Missbrauchsfällen zu begleichen. Bischof Garry Weatherill bestätigte, dass der Verkauf von Diözesanvermögen für das Bistum Ballarat der einzig verbliebene Weg sei.
Wann die BeNe-Plattform wieder online gehen kann, ließ die EKD bislang offen. Auch zu konkreten Sicherheitsupdates für die WordPress-Software machte die Kirche keine Angaben.
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