Eltern-Kind-Pass, Rollout

Eltern-Kind-Pass digital: Österreich startet Rollout ab Oktober 2027

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 14:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Österreich verschiebt den digitalen Eltern-Kind-Pass auf Oktober 2027. Kärnten testet das System, während Ärzte eine faire Vergütung fordern.

Elektronischer Eltern-Kind-Pass startet österreichweit erst 2027
Ein heller, minimalistischer Untersuchungsraum in einer modernen Praxis mit einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Digitalisierung zentraler Vorsorgeinstrumente im österreichischen Gesundheitswesen unterliegt weiteren zeitlichen Anpassungen. Nachdem ursprüngliche Planungen eine frühere Einführung des elektronischen Eltern-Kind-Passes (eEKP) vorsahen, wurde der Fokus zuletzt auf die Sicherstellung der technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen gelegt.

Eine im Juli 2026 getroffene Entscheidung des Nationalrats bildet die Grundlage für den nun geltenden Implementierungspfad, der weitreichende Auswirkungen auf die Ärzteschaft und die regionale Erprobung hat.

Anpassung des gesetzlichen Zeitplans bis 2027

Der Übergang vom papiergestützten Mutter-Kind-Pass zur digitalen Variante des Eltern-Kind-Passes wurde durch einen Beschluss des Nationalrats neu datiert. Die flächendeckende Einführung des eEKP ist nun für den 1. Oktober 2027 vorgesehen.

Diese Verschiebung soll den beteiligten Akteuren im Gesundheitssystem den notwendigen Spielraum geben, um die digitale Infrastruktur belastbar auszugestalten und die Interoperabilität zwischen den verschiedenen Systemen zu gewährleisten.

Die Entscheidung zur Verschiebung wird in Fachkreisen als Reaktion auf die Komplexität des Projekts gewertet. Da das Instrumentarium des Eltern-Kind-Passes eine wesentliche Säule der präventiven Gesundheitsversorgung darstellt, steht die fehlerfreie Funktionalität der digitalen Anwendung im Vordergrund, um den lückenlosen Dokumentationsfluss von der Schwangerschaft bis zum fünften Lebensjahr des Kindes sicherzustellen.

Forderungen der Ärzteschaft nach wirtschaftlicher Absicherung

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Begleitend zur zeitlichen Neuordnung haben sich Vertreter der verfassten Ärzteschaft kritisch zu den aktuellen Rahmenbedingungen geäußert. Die Kurie der Ärztekammer für Niederösterreich (ÄKNÖ) betonte in jüngsten Stellungnahmen, dass die Digitalisierung des Passes nicht zu einer Mehrbelastung ohne entsprechenden Ausgleich führen dürfe.

Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die Honorierung der ärztlichen Leistungen im Rahmen des eEKP. Die Kurie forderte eine ausreichende Vergütung, die den administrativen Aufwand und die technische Umstellung in den Ordinationen abbildet.

Ohne eine tragfähige finanzielle Einigung und klare strukturelle Rahmenbedingungen wird die Akzeptanz des digitalen Tools bei den Leistungserbringern als gefährdet eingestuft. Die Ärzteschaft sieht hier den Gesetzgeber und die Sozialversicherungsträger in der Pflicht, Modelle zu präsentieren, die über die rein technische Bereitstellung hinausgehen.

Regionale Pilotphase zur Systemerprobung

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Bevor das System im Herbst 2027 bundesweit in den Echtbetrieb geht, ist eine intensive Testphase unter realen Bedingungen geplant. Als zentrales Testgebiet für diese Vorbereitung wurde Kärnten identifiziert. In der dortigen Pilotphase soll die Praxistauglichkeit des elektronischen Eltern-Kind-Passes erprobt werden.

Im Fokus des Pilotprojekts steht der Datenaustausch zwischen den behandelnden Ärzten, Laboren und den Versicherten. Die Erkenntnisse aus dieser regionalen Erprobung sollen dazu dienen, etwaige Fehlerquellen in der Softwarearchitektur frühzeitig zu beheben und die Benutzeroberflächen für die medizinische Anwendung zu optimieren. Dieser Schritt wird von Branchenexperten als essenziell angesehen, um den für Oktober 2027 anvisierten flächendeckenden Rollout abzusichern.

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