Elternzeit kostet bis zu 60.000 Euro Rente: Neue Allianz-Analyse
23.06.2026 - 00:48:32 | boerse-global.de
000 Euro schmälern. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Allianz vom 22. Juni.
Bei einem Bruttogehalt von 3.500 Euro führt die Auszeit zu einer Rentenminderung von rund 9.000 Euro. Über die statistische Rentenbezugsdauer von 20 Jahren summiert sich der Verlust auf bis zu 60.000 Euro.
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Die staatlichen Kindererziehungszeiten fangen diesen Rückgang nicht vollständig auf. Pro Kind werden drei Jahre angerechnet – etwa ein Rentenpunkt pro Jahr. Das reicht oft nicht, um das vorherige Einkommensniveau zu ersetzen.
Besonders teuer wird es, wenn Eltern nach der Elternzeit nicht in Vollzeit zurückkehren. Eine anschließende Teilzeitbeschäftigung erhöht den kumulierten Rentenverlust über die gesamte Erwerbsbiografie hinweg deutlich.
Frauen tragen das höchste Risiko
Frauen sind zweieinhalbmal häufiger von Altersarmut betroffen als Männer. Der Gender Pension Gap liegt aktuell bei 34 Prozent, wie Daten des BMAS und der Deutschen Rentenversicherung vom Juni 2026 belegen.
Die Ursachen sind strukturell: Nur 11 Prozent der Männer arbeiten in Teilzeit, aber 48 Prozent der Frauen. Der Gender Pay Gap von 18 Prozent schlägt direkt auf die Rentenbeiträge durch. Unbezahlte Care-Arbeit hinterlässt Lücken in der Versicherungshistorie.
90,5 Prozent der Rentnerinnen beziehen eine Bruttorente von weniger als 1.500 Euro monatlich. Die Armutsgrenze liegt bei etwa 1.310 Euro netto. Die Zahlen zeigen: Viele Frauen sind im Alter auf staatliche Unterstützung angewiesen.
Neues Urteil stärkt Kündigungsschutz
Das Bundesarbeitsgericht hat den Kündigungsschutz für Eltern gestärkt. Ein Urteil vom 18. Juni (Az. 2 AZR 213/25) stellt klar: Der Schutzzeitraum beginnt vor jedem einzelnen Elternzeitabschnitt neu – auch wenn mehrere Abschnitte gemeinsam beantragt wurden. Der Schutz gilt sogar innerhalb der Probezeit.
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Bei einer Trennung hilft der Versorgungsausgleich. Während der Ehe erworbene Rentenansprüche werden hälftig geteilt. Bei 25 Ehejahren kann das für den Partner mit geringeren Anrechnungszeiten eine monatliche Rentensteigerung von mehreren hundert Euro bedeuten.
So schließen Sie die Vorsorgelücke
Experten empfehlen, das Rentenkonto zu prüfen und Kindererziehungszeiten formal anzumelden. Die entsprechenden Formulare gibt es bei der Rentenversicherung.
Private Vorsorge gewinnt an Bedeutung. ETF-Sparpläne oder die betriebliche Altersvorsorge können die Differenz zwischen gesetzlicher Rente und tatsächlichem Finanzbedarf ausgleichen. Auch partnerschaftliche Ausgleichszahlungen für die Zeit der Kinderbetreuung werden als Modell diskutiert.
