EMA empfiehlt 12 neue Medikamente: Durchbruch bei Cholesterin und Psoriasis
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 21:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur hat zwischen dem 20. und 23. Juli zwölf neue Medikamente zur Zulassung empfohlen. Die heutige Veröffentlichung zeigt Fortschritte vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Dermatologie und Augenkrankheiten.
Neue Hoffnung für Cholesterin-Patienten
Gleich zwei neue Wirkstoffe sollen die Behandlung von erhöhten Cholesterinwerten verbessern. Das Mittel Ubeslo (Obicetrapib) senkt das LDL-Cholesterin in Studien um bis zu 40 Prozent. Noch wirksamer ist die Kombination Evlarco (Obicetrapib/Ezetimib) mit einer Reduktion von bis zu 50 Prozent.
Den Vertrieb in Europa übernimmt die Menarini Group. Der Hersteller NewAmsterdam Pharma kassiert dafür Meilensteinzahlungen von bis zu 833 Millionen Euro plus gestaffelte Lizenzgebühren. Ergänzend erhielt auch der PCSK9-Hemmer Lyrokaul (Lerodalcibep) ein positives Votum.
Erste Tablette gegen Schuppenflechte
Ein Paradigmenwechsel zeichnet sich bei der Plaque-Psoriasis ab: Mit Icotyde (Icotrokinra) empfiehlt der Ausschuss erstmals einen oralen Wirkstoff. Das Medikament blockiert gezielt den Interleukin-23-Rezeptor. Nach 16 Wochen erreichten 50 bis 57 Prozent der Patienten eine Verbesserung um mindestens 90 Prozent – in der Kontrollgruppe waren es nur ein bis vier Prozent. Pilzinfektionen traten bei rund 1,1 Prozent der Probanden auf.
Auch für seltene Erkrankungen gibt es positive Signale:
- Lynavoy (Linerixibat): Gegen cholestatischen Juckreiz
- Nezglyal (Leriglitazon): Für Patienten mit zerebraler Adrenoleukodystrophie – 35 Prozent blieben in Studien stabil
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Implantat ersetzt monatliche Spritzen ins Auge
Rund 1,7 Millionen Menschen in der EU leiden an der feuchten Makuladegeneration. Bisher halfen nur monatliche Injektionen. Das System Susvimo (Ranibizumab) wird ins Auge implantiert und gibt den Wirkstoff kontinuierlich ab – nachfüllen reicht alle sechs Monate. Die Sehschärfe ist vergleichbar mit monatlichen Spritzen, 95 Prozent der Patienten kamen ohne Zusatztherapien aus.
In der Krebstherapie empfahl der Ausschuss die Kombination Enhertu (Trastuzumab-Deruxtecan) plus Pertuzumab für HER2-positiven metastasierten Brustkrebs. Die Studie DESTINY-Breast09 zeigte: Das Progressionsrisiko sinkt um 44 Prozent, das mediane progressionsfreie Überleben steigt von 26,9 auf 40,7 Monate. Die Ansprechrate: 85,1 Prozent.
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Neue Optionen für Asthmatiker
Das Kombinationspräparat Trixeo (Budesonid/Glycopyrronium/Formoterol) erhielt grünes Licht für Asthmapatienten. Bei Infektionskrankheiten empfahl der Ausschuss Zokovea (Ensitrelvir) zur COVID-19-Prophylaxe. Zudem wurden Impfstoff-Updates für die XFG-Variante befürwortet.
Nicht alle Anträge hatten Erfolg: Für KemSu, Meplyffa und Qezzaqar sprach der CHMP keine Empfehlung aus. Die endgültigen Entscheidungen der EU-Kommission werden für die zweite Jahreshälfte erwartet.
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