Emilia-Romagna: Neue Gesundheits-App bündelt Arztwahl, Dokumente und Termine
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 21:43 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie italienische Region Emilia-Romagna hat eine neue mobile Anwendung für ihr elektronisches Gesundheitsdossier in den Stores von Apple und Android bereitgestellt. Die Anwendung für das sogenannte Fascicolo sanitario elettronico erweitert die digitalen Angebote für die Bevölkerung und soll zentrale Interaktionen mit dem Gesundheitssystem der Region auf mobilen Endgeräten bündeln.
Erweiterte Funktionen für die Patientenverwaltung
Die überarbeitete App enthält verschiedene Werkzeuge für den medizinischen Alltag der Versicherten. Nutzer erhalten Zugriff auf ein persönliches Notizbuch und können Vollmachten unkomplizierter verwalten.
Zudem ist es möglich, Haus- sowie Kinderärzte direkt über das System zu wählen oder abzuberufen. Medizinische Dokumente lassen sich über eine Fotofunktion hochladen. Darüber hinaus können Patienten Termine in den Praxen ihrer Hausärzte mit einem Klick buchen.
Für die kommenden Monate sind weitere Ausbaustufen angekündigt. Geplant ist unter anderem eine direkte Messaging-Funktion zum Austausch mit behandelnden Medizinern. Zudem sollen auch radiologische Bilddaten künftig in der Anwendung abrufbar sein.
Der Präsident der Region Emilia-Romagna, Michele de Pascale, bezeichnete das elektronische Dossier als wesentliche Infrastruktur für die öffentliche Gesundheit der Zukunft. Ziel der Regionalverwaltung sei das Erreichen einer europäischen Spitzenposition bei der Digitalisierung der Pflege.
Millioneninvestitionen aus dem Aufbauplan Pnrr
Finanziert wird die Weiterentwicklung der regionalen Gesundheits-IT maßgeblich aus europäischen Aufbaugeldern. Aus dem italienischen Aufbau- und Resilienzplan Pnrr im Bereich Gesundheit flossen 39 Millionen Euro in die Digitalisierungsvorhaben der Emilia-Romagna. Von dieser Gesamtsumme sind 33 Millionen Euro beziehungsweise 86 Prozent bereits gebunden.
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Für den Ausbau der Technologie wurden 18 Millionen Euro vollständig genutzt. Weitere 15 Millionen Euro entfielen auf Fortbildungsmaßnahmen für das Personal. In diesem Rahmen fanden bis August 2026 insgesamt 109 Kurse mit fast 30.000 Teilnehmenden statt. Aus dem Fördertopf verbleiben noch 6 Millionen Euro für anstehende Maßnahmen.
Hohe Akzeptanz bei Bürgern und Fachpersonal
Die digitalen Angebote verzeichnen in der norditalienischen Region eine hohe Reichweite. Allein im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. September 2026 wurden 16,7 Millionen Dokumente registriert sowie 58,5 Millionen Zugriffe von 2,1 Millionen Bürgern verzeichnet. Vonseiten des medizinischen Fachpersonals gab es im selben Zeitraum über 1,5 Millionen Zugriffe durch mehr als 4.000 Fachkräfte.
Seit Jahresbeginn 2026 summiert sich die Nutzung auf rund 60 Millionen Zugriffe und über 16 Millionen erstellte Dokumente. Betrachtet man die Phase vom 1. Januar 2023 bis zum 30. September 2026, belief sich das Gesamtvolumen auf über 258 Millionen Zugriffe und mehr als 333 Millionen eingesehene Dokumente.
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Auch bei den Beteiligungsquoten liegt die Region weit über dem landesweiten Durchschnitt. Ende September 2026 hatten 4,3 Millionen von 4,4 Millionen betreuten Personen in der Emilia-Romagna der Nutzung des Dossiers zugestimmt.
Diese Zustimmungsquote von über 90 Prozent liegt etwa doppelt so hoch wie der italienische Landesdurchschnitt. Bei den Hausärzten waren zu diesem Zeitpunkt 3.330 von 3.333 Medizinern zur Einsicht in die Akten befugt. Unter den Fachärzten der regionalen Gesundheitsbetriebe besaßen 14.931 von 15.235 eine entsprechende Berechtigung.
