Empagliflozin: Pilotstudie zeigt weniger entzündliche Immunzell-Aggregate
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine Pilotstudie von Vanderbilt Health liefert erstmals den direkten Nachweis beim Menschen, dass der SGLT2-Hemmer Empagliflozin entzündliche Immunzell-Aggregate reduziert. Das unter dem Markennamen Jardiance bekannte Medikament bewirkt darüber hinaus eine metabolische Reprogrammierung von Monozyten.
Die in der Fachzeitschrift Circulation publizierten Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven auf die Wirkmechanismen dieser Wirkstoffklasse, die über die reine Blutzuckersenkung hinausgehen.
Rückgang entzündlicher Zellaggregate im Blut
Im Rahmen der Untersuchung von Vanderbilt Health nahmen 16 Frauen mit Adipositas und Prädiabetes über einen Zeitraum von drei Monaten Empagliflozin ein. Die Entnahme von Blutproben erfolgte zu drei definierten Zeitpunkten: vor Beginn der medikamentösen Therapie, nach zwei Wochen sowie nach zwölf Wochen.
Die Analysen zeigten, dass sogenannte Monozyten-Thrombozyten-Aggregate (MPA) bereits nach zwei Wochen signifikant zurückgingen. Diese Reduktion setzte sich bis zum Ende des Untersuchungszeitraums nach drei Monaten kontinuierlich fort. Parallel dazu wiesen die Forschenden bei den Monozyten eine metabolische Reprogrammierung nach, bei der sich das Zellprofil von einem entzündlichen Zustand zu einem stabilen Phänotyp veränderte.
Wer seine Blutwerte besser verstehen und potenzielle Gesundheitsrisiken frühzeitig erkennen möchte, findet in diesem Leitfaden wertvolle Unterstützung. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Laborberichte richtig deuten und Fehlinterpretationen vermeiden. Kostenlosen 25-Seiten-Report jetzt anfordern
Wirkung unabhängig von reiner Gewichtsabnahme
SGLT2-Hemmer wie Empagliflozin, Dapagliflozin (Farxiga) oder Canagliflozin (Invokana) unterstützen die Nieren dabei, überschüssige Glukose über den Urin auszuscheiden. Neben der Senkung des Blutzuckerspiegels geht diese Therapie in der Regel mit einem bescheidenen Gewichtsverlust einher.
Um zu überprüfen, ob die beobachteten immunologischen Effekte lediglich eine Folge der Gewichtsreduktion sind, untersuchte das Team von Vanderbilt Health eine Vergleichsgruppe, die eine niedrigkalorische Diät einhielt.
In dieser Kontrollgruppe zeigte sich keine vergleichbare Abnahme der Monozyten-Thrombozyten-Aggregate. Dies belegt, dass der entzündungshemmende Effekt von Empagliflozin nicht allein durch eine Verringerung des Körpergewichts erklärt werden kann.
Mona Mashayekhi von Vanderbilt Health ordnete die Resultate dahingehend ein, dass damit die erste direkte Evidenz beim Menschen vorliege, nach der SGLT2-Hemmer Immunzellen messbar verändern.
Stille Entzündungen und Blutzuckerspitzen hängen oft eng zusammen und belasten das Immunsystem. Dieser Ratgeber zeigt auf, wie Sie mit der passenden Ernährung Entzündungsprozesse im Körper natürlich bremsen können. 12 natürliche Entzündungs-Killer gratis entdecken
Möglicher Schlüssel zum kardiovaskulären Schutz
Die beobachtete Beeinflussung der Immunzell-Aggregate könnte den bekannten kardiovaskulären Schutzeffekt von SGLT2-Hemmern zumindest teilweise erklären. Fachleute betonen jedoch, dass für einen endgültigen Kausalitätsbeweis weiterführende Untersuchungen erforderlich sind, da es sich zunächst um eine kleine Pilotstudie handelt.
Um die Erkenntnisse statistisch abzusichern, hat Vanderbilt Health bereits eine Folgestudie initiiert. Diese randomisierte und placebokontrollierte Folgestudie ist auf drei Monate angelegt und soll 74 Teilnehmer mit Adipositas und metabolischem Syndrom umfassen.
Im Fokus stehen dabei vertiefte Analysen der Immunveränderungen sowie mögliche Effekte auf das Fettgewebe. Das ursprüngliche Forschungsvorhaben wurde unter anderem von den National Institutes of Health (NIH) gefördert.
