Enddarmkrebs: Finnlands erstes Krankenhaus setzt auf HDR-Brachytherapie
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 16:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Tampere University Hospital (Tays) setzt seit Oktober 2026 als erstes Krankenhaus in Finnland auf die sogenannte HDR-Brachytherapie zur Behandlung von Enddarmkrebs. Bei diesem strahlentherapeutischen Verfahren wird Iridium-192-Strahlung unmittelbar auf das Tumorgewebe gerichtet, um umliegende gesunde Zellstrukturen weitgehend zu schonen.
Für Betroffene soll der gezielte Einsatz eine organerhaltende Behandlung ermöglichen und das Risiko einer schweren Operation sowie eines dauerhaften künstlichen Darmausgangs verringern.
Zielgruppe und individuelle Prüfung durch Fachteams
Die Methode eignet sich nach Angaben des Krankenhauses nicht für alle Krankheitsverläufe. Ein multidisziplinäres Team bewertet vor Behandlungsbeginn die individuelle Eignung der Patienten.
Schätzungen zufolge könnten in Finnland jährlich mehr als 100 gebrechliche oder ältere Krebspatienten für diese Therapieform infrage kommen. Diese Zahl versteht sich als Potenzialabschätzung für das Gesundheitssystem und stellt kein gesichertes Behandlungsergebnis dar.
Offene Fragen zu Langzeitwirkung und geplanten Studien
Der langfristige Nutzen sowie das Rückfallrisiko der HDR-Brachytherapie sind derzeit noch ungeklärt. Um die therapeutische Wirksamkeit und die Patientensicherheit fundiert zu überprüfen, plant das Tampere University Hospital für das Jahr 2027 die klinische Studie NORPPA-2. Im Rahmen dieser Untersuchung soll unter anderem analysiert werden, ob bestimmte Patientengruppen dank der gezielten Bestrahlung vollständig auf eine Chemotherapie verzichten können.
Für viele Betroffene ist die größte Sorge nicht der Tumor selbst, sondern die Aussicht auf einen dauerhaften künstlichen Darmausgang. In Finnland setzt ein Universitätsklinikum seit Oktober 2026 erstmals auf eine gezielte Kontaktbestrahlung, die den Tumor direkt bestrahlt und gesundes Gewebe schont — mit dem Ziel, eine große Operation zu vermeiden. Unser kostenloser Ratgeber ordnet ein, für wen das Verfahren gedacht ist und welche Fragen Sie im Gespräch mit Ihrem Fachteam stellen sollten. Kostenlosen Ratgeber jetzt anfordern
Internationale Erfahrungswerte zur Kontaktbestrahlung
Erfahrungen mit ähnlichen lokalen Bestrahlungskonzepten liegen unter anderem aus Schweden vor. Am Karolinska University Hospital richtet sich die Kontakttherapie an Patienten mit frühem oder frühem intermediärem Enddarmkrebs, um umfangreiche chirurgische Eingriffe zu umgehen.
Die Langzeitwirkung der neuen Kontaktbestrahlung bei Enddarmkrebs ist noch offen — das sagen die Kliniken selbst. Was heute belegt ist: In der internationalen OPERA-Studie konnten 93 Prozent der Patienten mit frühem Enddarmkrebs nach fünf Jahren eine große Operation vermeiden. Unser kostenloser Ratgeber zeigt verständlich, was diese Zahlen bedeuten, wo die Grenzen liegen und wie Sie das Rückfallrisiko mit Ihrem Behandlungsteam besprechen. Ratgeber zur Studienlage jetzt sichern
Wie Daten der internationalen OPERA-Studie zeigen, konnten 93 Prozent der Patienten mit frühem Enddarmkrebs nach einer fünfjährigen Nachbeobachtungszeit eine große Operation vermeiden.
Am Karolinska University Hospital laufen derzeit die Studien CORRECT und BRARECT weiter. Eine ausgedehnte Nachbeobachtung soll in diesen Untersuchungen klären, wie sich die Langzeitergebnisse, die Organfunktion sowie die allgemeine Lebensqualität der Behandelten nach der Kontakttherapie entwickeln.

