Endlessdoors-Hintertür, Router

Endlessdoors-Hintertür: 100.000 Router kontaktieren China alle 35 Sekunden

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 00:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hintertür in Zbtlink-Routern entdeckt, TP-Link schließt 15 Schwachstellen. Kritische Infrastruktur zunehmend im Visier von Angreifern.

Sicherheitslücken in Netzwerkhardware: Chinesische Router und TP-Link betroffen
Moderner Netzwerkrouter in einem schwach beleuchteten Serverraum mit leuchtenden Statuslichtern, die Cybersicherheitsinfrastruktur darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher haben eine gravierende Hintertür in Netzwerk-Hardware aus chinesischer Produktion aufgespürt. Betroffen sind weltweit mehr als 100.000 Geräte – auch in Deutschland im Einsatz.

Die „Endlessdoors“-Hintertür: Router kontaktieren Server in China

Die Analysefirma VulnCheck entdeckte die Schwachstelle, die sie auf den Namen „Endlessdoors“ taufte. Sie steckt in über 20 Routermodelle des Herstellers Zbtlink, die auch unter der Marke Wiflyer vertrieben werden. Die manipulierten Geräte nehmen laut den Forschern alle 35 Sekunden Kontakt zu einer bestimmten IP-Adresse beziehungsweise Domain auf – diese liegt nach Erkenntnissen der Experten in China.

Die Entdeckung kommt nicht zufällig: Die US-Regulierungsbehörde FCC hatte bereits im März 2026 ein Importverbot für bestimmte ausländische Router erlassen. Zudem reichte der Bundesstaat Texas im Februar 2026 eine Klage gegen den Hersteller TP-Link ein. Der Vorwurf: mangelhafte Sicherheitsstandards bei weit verbreiteter Netzwerktechnik.

TP-Link schließt kritische Lücken in Omada-Technologie

Parallel dazu sorgten neue Erkenntnisse über den Marktführer TP-Link für Aufsehen. Das Sicherheitsunternehmen Forescout präsentierte auf der Konferenz Black Hat USA 2026 insgesamt 15 Schwachstellen in der Omada-Technologie des Herstellers. Diese ermöglicht Angreifern unter anderem das Ausführen von Schadcode aus der Ferne, die Übernahme von Geräten oder den Diebstahl sensibler Daten.

Besonders brisant: Mehr als 1.800 Omada-Controller waren direkt mit dem Internet verbunden. Über die Sicherheitslücken – darunter elf mit CVE-Identifikatoren wie CVE-2025-7850 und CVE-2025-7851 versehene Fehler – hätten Angreifer ganze Geräteflotten übernehmen oder VPN-Verbindungen in interne Netzwerke aufbauen können. Immerhin: TP-Link hat inzwischen Patches veröffentlicht. Allerdings dauerte der Schließungsprozess nach Angaben der Forscher über ein Jahr.

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Spionagegefahr für kritische Infrastruktur

Die Enthüllungen reihen sich ein in breitere Warnungen zur Sicherheit kritischer Infrastruktur. Bereits am 4. August 2026 hatten US-Behörden und internationale Verbündete davor gewarnt, dass russische Geheimdienste gezielt Router in den Bereichen Energie, Gesundheit und Kommunikation angreifen. Die Angreifer nutzen dabei Standardzugänge wie SNMP oder Werkzeuge wie Cisco Smart Install.

Nur einen Tag später veröffentlichte ein Untersuchungsausschuss des US-Repräsentantenhauses den Bericht „Stranger Pings“. Darin warnen die Abgeordneten, dass chinesische Staatskonzerne wie China Telecom, China Mobile und China Unicom trotz früherer Regulierungsmaßnahmen tief in der amerikanischen Internet-Infrastruktur verwurzelt seien. Der Bericht fordert ein Programm zum Austausch verdächtiger Hardware – nach dem Prinzip „rausreißen und ersetzen“.

Lieferketten-Risiko für KI-Rechenzentren

Die US-Regierung prüft zudem neue Beschränkungen für optische Transceiver aus chinesischer Produktion. Diese Bauteile sind unverzichtbar für den Betrieb von KI-Rechenzentren. Unternehmen wie Zhongji Innolight, das einen Marktanteil von 27 Prozent hält, könnten von Importverboten betroffen sein. Zwar existieren mit Coherent und Lumentum westliche Alternativen – doch Analysten bezweifeln, dass diese die chinesischen Lieferanten kurzfristig vollständig ersetzen können.

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Cisco schließt aktiv ausgenutzte Sicherheitslücke

Auch bei Enterprise-Lösungen besteht Handlungsbedarf. Cisco hat einen kritischen Fehler in seinem SD-WAN Manager behoben. Die Schwachstelle CVE-2026-20262 mit einem CVSS-Score von 6,5 wurde nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörde CISA bereits aktiv von Angreifern ausgenutzt, um Root-Rechte zu erlangen und Dateien zu überschreiben. Für US-Bundesbehörden galt der 29. Juni 2026 als Stichtag, um ihre Systeme abzusichern.

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