Entzündungen, Antientzündliche

Entzündungen: Antientzündliche Ernährung senkt Demenzrisiko um 29%

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 08:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Fachbuch und aktuelle Studien beleuchten natürliche Entzündungshemmer sowie neue Therapieansätze gegen chronische Erkrankungen.

Entzündungsforschung: Neue Studien zu Ernährung und Therapie
Laborumgebung mit molekularen Strukturen und botanischen Extrakten zur Erforschung entzündungshemmender Wirkstoffe. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Chronische Entzündungen gelten als Treiber vieler Volkskrankheiten. Die WHO schätzt, dass nichtübertragbare Krankheiten jährlich rund 41 Millionen Todesfälle verursachen – und Entzündungen spielen dabei oft eine Schlüsselrolle. Ein heute erschienenes Fachbuch rückt Polyphenole, Flavonoide und Peptide als natürliche Steuerungsfaktoren in den Fokus.

Fortschritte in der Entzündungsforschung

Forscher der Universitätsklinik Homburg haben einen Mechanismus entschlüsselt, der körpereigene Entzündungshemmung blockiert. Die Hyperphosphorylierung des Interleukin-1-Rezeptor-Antagonisten (IL-1Ra) führt zur Bildung von Autoantikörpern. Das wurde unter anderem bei schweren COVID-19-Verläufen, Morbus Still und axialer Spondyloarthritis beobachtet.

Parallel dazu liefert eine Pilotstudie der University of Bristol vielversprechende Ergebnisse: Der IL-6-Blocker Tocilizumab zeigte bei therapieresistenten Depressionen eine Remissionsquote von 54 Prozent – die Placebogruppe erreichte nur 31 Prozent. Auch beim Sjögren-Syndrom gibt es neue Hoffnung: Ein synthetisches Glabridin-Derivat verbessert laut einer Juli-Studie in „Experimental & Molecular Medicine“ die Speichelfunktion durch metabolische Immunregulation.

Was die richtige Ernährung bewirken kann

Die Ernährung beeinflusst entzündliche Prozesse messbar. Eine Analyse im „JAMA Network Open“ vom Juni zeigt: Eine gezielt antientzündliche Ernährung senkt das Demenzrisiko um 29 Prozent.

Curcumin steht dabei besonders im Fokus. Bei täglichen Dosierungen zwischen 200 und 1.000 Milligramm – kombiniert mit Piperin für bessere Aufnahme – sanken Entzündungsmarker wie das C-reaktive Protein (CRP). Eine Studie von Khayat et al. aus dem Jahr 2015 deutete zudem auf eine Linderung von PMS-Symptomen hin. Bei Patientinnen mit polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS) verbesserten sich die Insulinwerte.

Weitere aktuelle Erkenntnisse:

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  • Fischöl-Komplexe: Eine 2026 in „Nutrients“ veröffentlichte Studie der Warschauer Universität für Lebenswissenschaften untersuchte die Wirkung bei Endometriose. Nach zwölf Wochen Supplementierung verbesserte sich die Lebensqualität moderat, und das entzündungshemmende Zytokin IL-10 stieg.
  • Ergothionein: Dieser in Pilzen wie Shiitake vorkommende Wirkstoff senkt offenbar das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen. Eine Beobachtungsstudie mit über 600 Teilnehmern deutete darauf hin, dass bereits zwei Portionen Pilze pro Woche das Risiko für leichte kognitive Defizite signifikant reduzieren könnten.
  • Rote Bete: Forscher des King’s College London berichteten im Juni, dass zuckerhaltiger Kaugummi nach Rote-Bete-Saft die Nitritbildung fördert und den Blutdruck leicht senken kann.

Vitamine bei Asthma und Arthrose

Auch klassische Vitamine werden in neuen Zusammenhängen untersucht. Eine Studie im Journal „Thorax“ mit über 2.100 Teilnehmern ergab: Höhere Spiegel von Vitamin A und D korrelieren mit einer verbesserten Lungenfunktion bei Asthma-Patienten. Bei Kindern zeigte sich besonders ein positiver Effekt von Vitamin A auf die Lungenkapazität.

Bei Arthrose diskutieren Forscher die Vitamine C, E und D sowie Selen. Bereits eine Studie aus dem Jahr 1986 wies darauf hin, dass 400 IE Vitamin E pro Tag Schmerzen reduzieren können. Neuere Daten aus dem Jahr 2005 zeigen: Niedrige Selenspiegel könnten das Arthroserisiko erhöhen. Bei Entzündungen raten Experten zudem zu einer Zinkzufuhr von 20 bis 30 Milligramm täglich.

Milliarden-Markt für Entzündungshemmer

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Die Industrie reagiert auf die steigende Nachfrage. Ein deutliches Signal: Eli Lilly übernimmt AtaiBeckley für bis zu 3,8 Milliarden US-Dollar. Im Fokus steht der Phase-3-Wirkstoffkandidat BPL-003.

Auch die Produktion von Hilfsstoffen wandelt sich. Bernsteinsäure – in der Pharmazie als Stabilisator und pH-Regler eingesetzt – wird zunehmend auf bio-basierter Basis hergestellt. Aesculin aus der Rosskastanie wird intensiv als pharmazeutisches Zwischenprodukt für künftige antientzündliche Therapeutika erforscht. In der Cannabinoid-Forschung konzentrieren sich Entwicklungen auf CB2-selektive Wirkstoffe – entzündungshemmend, aber ohne die psychoaktive Wirkung von THC.

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