Entzündungen, Kohlenhydrate

Entzündungen: Warum komplexe Kohlenhydrate Blutzuckerspitzen dämpfen können

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vollkorn, ballaststoffreiche Kost und kurze Spaziergänge können Blutzuckerspitzen dämpfen und Entzündungsreaktionen entgegenwirken.
Verschiedene unverarbeitete Lebensmittel wie Quinoa, Brokkoli, Süßkartoffeln und Linsen auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Ratgeber heben die Bedeutung komplexer Kohlenhydrate und ballaststoffreicher Zutaten hervor, um durch stabile Blutzuckerspiegel entzündungsfördernde Prozesse im Körper einzudämmen.

Nach klinischen Daten stehen rund 50 % der Gesundheitsprobleme moderner Menschen in direktem oder indirektem Zusammenhang mit chronischen Entzündungen. Eine gezielte Zusammenstellung der täglichen Mahlzeiten kann dazu beitragen, Blutzuckerspitzen zu dämpfen und damit verbundene Entzündungsreaktionen zu verringern.

Komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffziele

Im Gegensatz zu Einfach- und Zweifachzuckern, die den Blutzucker rasch ansteigen und wieder abfallen lassen, werden komplexe Kohlenhydrate langsamer abgebaut und bieten eine längere Sättigung. Kohlenhydrate liefern 4 kcal/g. Eine Expertin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, mehr als die Hälfte der täglichen Kalorien aus Kohlenhydraten zu beziehen.

Als Quellen eignen sich Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte sowie Kartoffeln. Komplexe Kohlenhydrate wie Süßkartoffeln und Quinoa können raffinierte Kohlenhydrate ersetzen, während zugesetzter Zucker und zuckerhaltige Getränke reduziert werden sollten.

Ballaststoffe verlangsamen Blutzuckerspitzen nach Mahlzeiten und können den Insulinbedarf senken. Das tägliche Ballaststoffziel für Erwachsene wird in Ratgebern mit etwa 28 g beziffert, wobei 95 % der Erwachsenen und Kinder diese Zufuhr verfehlen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen mindestens etwa 30 g Ballaststoffe pro Tag.

Der reale Verzehr in Deutschland liegt im Durchschnitt bei Frauen bei etwa 18 g und bei Männern bei etwa 19 g täglich. Internationale Richtwerte bewegen sich meist zwischen 25 und 35 g am Tag. Fachleute raten dazu, die Zufuhr schrittweise zu steigern und auf ausreichendes Trinken zu achten.

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Mahlzeitengestaltung und Zubereitung

Auch die Reihenfolge und Zusammensetzung von Mahlzeiten beeinflussen den Blutzuckerspiegel. Die sogenannte Teller-Methode sieht vor, den Teller zur Hälfte mit Gemüse sowie zu je einem Viertel mit Protein und Kohlenhydraten zu füllen. Bei der Reihenfolge wird empfohlen, zuerst Gemüse, dann Protein und abschließend Kohlenhydrate zu verzehren.

Zudem spielt die Zubereitung eine Rolle: Al dente gegarte Pasta und Reis sowie abgekühlte Kartoffeln und abgekühlter Reis erhöhen den Anteil resistenter Stärke und mildern Blutzuckerspitzen ab.

Für Diabetiker wird geraten, Zwischenmahlzeiten mit Protein und gesunden Fetten zu kombinieren, um die Glukosefreisetzung zu bremsen. Obst sollte demnach nicht isoliert verzehrt werden, sondern beispielsweise als Portion Apfel zusammen mit 5 bis 6 rohen Mandeln.

Ungesättigte Fettsäuren aus Avocados, Nüssen, Samen und Olivenöl sowie Omega-3-Fettsäuren aus fettem Fisch unterstützen die Reduktion von Entzündungen, während gesättigte Fette und Transfette gemieden werden sollten. Bei Betroffenen mit Diabetes und gleichzeitiger Arthritis sank der Nüchternblutzucker nach dreimonatiger Zufuhr von Omega-3 von 9,2 auf 7,1.

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Bewegung und Alltagspraxis

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Ergänzend dazu zeigt die Forschung, dass bereits 10 Minuten Gehen nach dem Essen den Blutzuckerspiegel wirksam senken können. Ernährungsberater raten zudem dazu, zwei bis drei Stunden vor dem Schlafen keine großen oder schwer verdaulichen Mahlzeiten mehr einzunehmen.

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