Epilepsie, HörgerÀte

Epilepsie: HörgerÀte senken Demenzrisiko um 23 Prozent

Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studie zeigt: HörgerÀte senken Demenzrisiko bei Epilepsie-Patienten um 23 Prozent. Effekt bleibt in der Gesamtbevölkerung aus.

HörgerÀte senken Demenzrisiko bei Epilepsie-Patienten deutlich
Nahaufnahme einer Person mit diskretem HörgerĂ€t in einer hellen medizinischen Praxis zur PrĂ€vention von Demenz. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Forschungsergebnisse, die im Juni 2026 im Rahmen des Kongresses der European Academy of Neurology (EAN) in Genf präsentiert wurden, geben Aufschluss über präventive Möglichkeiten bei Demenzerkrankungen.

Forscher des Universitätsspitals Zürich und der University of Liverpool untersuchten dabei die Rolle von Hörgeräten für Patienten mit Epilepsie. Die Daten deuten darauf hin, dass die Korrektur von Hörverlust in dieser spezifischen Patientengruppe einen messbaren Einfluss auf die kognitive Gesundheit haben kann.

Datengrundlage aus über 250 Millionen Patientenakten

Die wissenschaftliche Untersuchung basiert auf einer umfangreichen Datenanalyse der TriNetX-Datenbank. Mit Zugriff auf mehr als 250 Millionen Patientenakten verfügten die Forscher über eine statistisch belastbare Basis, um seltene Zusammenhänge und langfristige Entwicklungen zu identifyzieren.

Im Fokus der Analyse stand die Frage, inwieweit die Nutzung von Hörgeräten bei Patienten, die sowohl unter Epilepsie als auch unter einem Hörverlust leiden, das Risiko einer späteren Demenzdiagnose beeinflusst.

Dabei konzentrierten sich die Wissenschaftler auf den Vergleich zwischen Patienten, die ihre Hörbeeinträchtigung mit entsprechenden Geräten versorgten, und jenen, bei denen dies nicht der Fall war. Die Nutzung von Big Data ermöglichte es hierbei, Störfaktoren zu minimieren und spezifische Subgruppen innerhalb der neurologischen Patientenpopulation zu isolieren.

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Signifikante Risikoreduktion bei Epilepsie-Patienten

Die zentralen Ergebnisse der Studie, die Ende Juni 2026 vorgestellt wurden, zeigen einen deutlichen protektiven Effekt für Menschen mit Epilepsie. Patienten, die bei bestehendem Hörverlust ein Hörgerät nutzten, wiesen ein um 23 Prozent geringeres Risiko auf, eine Demenz zu entwickeln, als die Vergleichsgruppe ohne entsprechende Versorgung.

Die Forscher bezifferten die absolute Risikoreduktion über einen Zeitraum von fünf Jahren auf 2,7 Prozentpunkte. Ein wichtiger statistischer Kennwert der Untersuchung ist zudem die „Number Needed to Treat“ (NNT). Diese liegt laut den Studienergebnissen bei 37. Das bedeutet, dass statistisch gesehen 37 Patienten mit Epilepsie und Hörverlust mit einem Hörgerät versorgt werden müssen, um einen Fall von Demenz innerhalb von fünf Jahren zu verhindern.

Fehlende Korrelation in der Gesamtbevölkerung

Ein markantes Detail der Untersuchung ist die Exklusivität dieses Effekts. Während die Daten für die Gruppe der Epilepsie-Patienten eine klare Sprache sprechen, konnten die Forscher für die Gesamtgruppe der untersuchten Patienten keinen signifikanten Effekt der Hörgerätenutzung auf das Demenzrisiko feststellen.

Auch bei anderen untersuchten Erkrankungen oder innerhalb verschiedener Subgruppen blieb eine vergleichbare Risikoreduktion aus. Die Ergebnisse legen daher nahe, dass die Verbindung zwischen dem auditorischen Input und dem Erhalt kognitiver Funktionen bei Epilepsie-Patienten eine besondere physiologische oder neurologische Relevanz besitzt, die über den allgemeinen Nutzen einer Hörverbesserung hinausgeht.

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Bedeutung für die klinische Praxis

Die im Sommer 2026 veröffentlichten Erkenntnisse könnten Auswirkungen auf die Behandlungsprotokolle für Menschen mit epileptischen Erkrankungen haben. Da Hörverlust ein modifizierbarer Risikofaktor ist, rückt die frühzeitige Diagnose und konsequente Versorgung von Hörschäden bei neurologischen Risikopatienten stärker in den Fokus der medizinischen Aufmerksamkeit.

Fachleute weisen darauf hin, dass die Ergebnisse die Notwendigkeit unterstreichen, die Versorgung mit Hilfsmitteln nicht nur als Lebensqualitätsmaßnahme, sondern als Teil einer umfassenden Demenzprävention zu betrachten – insbesondere wenn spezifische neurologische Vulnerabilitäten vorliegen. Die Studie liefert damit eine wissenschaftliche Grundlage für gezielte Screening-Maßnahmen des Hörvermögens innerhalb der Epilepsie-Behandlung.

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