Orgasmus, Fakten

Der Orgasmus - Fakten rund ums Kommen

13.03.2024 - 07:25:33

Er gilt vielen als Ziel menschlicher IntimitĂ€t. Was genau passiert bei einem sexuellen Höhepunkt im Gehirn? Und was hat es mit der Orgasmus-LĂŒcke zwischen MĂ€nnern und Frauen auf sich?

Die Temperaturen klettern, die Natur erwacht - FrĂŒhlingsgefĂŒhle steigern bei Menschen nicht nur die Laune, sondern angeblich auch die Libido und die Lust aufs Flirten. Passend zum bevorstehenden FrĂŒhling ein paar Fakten zum Höhepunkt der sexuellen Lust:

Was passiert bei einem Orgasmus im Gehirn?

Beim Sex bis hin zum Orgasmus wird im menschlichen Gehirn unter anderem eine Menge Dopamin ausgeschĂŒttet. Dieses sogenannte GlĂŒckshormon sorgt fĂŒr eine Art Rauschzustand, sexuelle Erregung und gute GefĂŒhle. Außerdem wird das Hormon Oxytocin, auch Kuschelhormon genannt, freigesetzt. Es unterstĂŒtzt das GefĂŒhl von NĂ€he und Geborgenheit und hemmt zudem die AusschĂŒttung des Stresshormons Cortisol.

Auch Prolaktin wird ausgeschĂŒttet. Dieses Hormon fördert unter anderem Beruhigung und Schlaf und fĂŒhrt vor allem bei MĂ€nnern nach der Ejakulation zu einer Art Erregungsstopp. Nötig ist dann zunĂ€chst eine Erholungspause, bevor man wieder empfĂ€nglich fĂŒr sexuelle Reize ist.

Wie lange dauert ein Orgasmus?

Bei Frauen kann der Höhepunkt allgemein lĂ€nger anhalten als bei MĂ€nnern. Ein weiblicher Orgasmus kann Studien zufolge etwa 20 Sekunden, aber auch lĂ€nger zu fĂŒhlen sein, wĂ€hrend er bei MĂ€nnern oft nach ein paar Sekunden vorbei ist. DafĂŒr geht es bei ihnen wiederum schneller: Es genĂŒgen oft wenige Minuten bis zur Ekstase, wĂ€hrend bei Frauen in einer Studie von 2020 von etwa 13 Minuten die Rede ist.

Wer kommt hÀufiger: Frauen oder MÀnner?

Kurz gesagt: In heterosexuellen Beziehungen kommt der Mann hĂ€ufiger. Diese LĂŒcke zwischen MĂ€nnern und Frauen nennt man auch «Gender Orgasm Gap». Ein ForschungsĂŒberblick aus dem Jahr 2022 zeigt als Ergebnis, dass beim Heterosex typischerweise zwischen 30 und 60 Prozent der Frauen kommen, bei den MĂ€nnern sind es zwischen 70 und 100 Prozent. Die Orgasmus-LĂŒcke schließe sich tendenziell mit zunehmender sexueller Erfahrung.

Die grĂ¶ĂŸten Unterschiede gibt demnach beim ersten Sex, bei dem nur 7 Prozent der befragten Frauen gegenĂŒber 79 Prozent der MĂ€nner kamen. Der Auswertung zufolge erreichen Frauen mit festen Partnern eher einen Höhepunkt als mit unverbindlichen Bekanntschaften. Dies könne unter anderem daran liegen, dass MĂ€nner sich in festen Beziehungen tendenziell mehr um die Befriedigung ihrer Partnerin bemĂŒhen.

Mehrmals kommen?

Auch wenn das PhĂ€nomen, multiple Orgasmen erleben zu können, hĂ€ufig nur Frauen zugeschrieben wird, können theoretisch auch MĂ€nner diese Erfahrung machen. WĂ€hrend der weibliche Körper nach dem Höhepunkt schnell wieder fĂŒr sexuelle Erregung empfĂ€nglich ist, braucht der mĂ€nnliche zuerst eine Erholungsphase. Nach ausreichender Pause ist es jedoch auch manchen MĂ€nnern möglich, erneut zu kommen.

Faken Frauen hÀufiger den Höhepunkt?

HĂ€ufig gilt das VortĂ€uschen eines Orgasmus in heterosexuellen Beziehungen als eher weibliches Thema. Nach Angaben einer ungarischen Forschergruppe haben ihn etwa 30 bis 70 Prozent der Frauen in ihrem Leben schon einmal simuliert. Der Umfrage aus dem Jahr 2022 zufolge ist Unsicherheit der hĂ€ufigste Grund dafĂŒr. Demnach gaben viele an, Angst zu haben, andernfalls als «dysfunktional» zu gelten. Außerdem wollte eine Vielzahl der Frauen nach eigenen Angaben Konflikten aus dem Weg gehen oder das SelbstwertgefĂŒhl des Partners stĂ€rken.

Doch auch MĂ€nner spielen Dinge mitunter nur vor. So gaben die 18- bis 29-jĂ€hrigen Teilnehmer einer 2016 veröffentlichten Umfrage aus Kanada an, bei etwa jedem vierten Geschlechtsakt in ihrer aktuellen Beziehung einen Orgasmus vorzutĂ€uschen, am hĂ€ufigsten bei vaginalem Sex. Die GrĂŒnde dafĂŒr variierten unter anderem zwischen wenig Erfahrung, schlechter Partnerwahl, geringem Verlangen und Unzufriedenheit mit der Beziehung.

Wie verĂ€ndert sich das GefĂŒhl im Alter?

GrundsĂ€tzlich kann Lust und sexuelles Verlangen bei allen lange erhalten bleiben, doch erleben Menschen Orgasmen im hohen Alter weniger intensiv. Davon sind nach medizinischen Erkenntnissen Frauen und MĂ€nner gleichermaßen betroffen.

Daneben nimmt beim Mann auch die ErektionsfÀhigkeit mit dem Alter deutlich ab. Zudem steigt die Zeit, die es nach einer Ejakulation bis zur nÀchsten möglichen Erektion braucht. Bei Frauen verzögert sich mit zunehmendem Alter etwa die Befeuchtung der Vagina bei Erregung.

@ dpa.de