ErdmÀnnchen sagen viel - erwarten aber nicht immer Antwort
20.05.2024 - 04:06:22ErdmĂ€nnchen sind wahre Plaudertaschen - erwarten aber nicht immer eine Antwort. Manchmal gehe es ihnen nur darum, ein «Ich bin hier» loszuwerden, berichten Forschende der UniversitĂ€t Konstanz und des Max-Planck-Instituts fĂŒr Verhaltensbiologie. Beim sogenannten «Close Call» hingegen seien die Tiere darauf bedacht, ins GesprĂ€ch zu kommen.
ErdmÀnnchen leben in Gruppen - sie arbeiten «sehr, sehr hart daran, zusammenzubleiben», wie Vlad Demartsev vom Max-Planck-Institut sagt. Zudem sind die Tiere fast den ganzen Tag in Bewegung und geben, wÀhrend sie gehen oder rennen, eine Reihe von GerÀuschen von sich.
FĂŒr zwei dieser Laute hat das Team um Demartsev und Ariana Strandburg-Peshkin von der Uni Konstanz nun die Verwendung entschlĂŒsselt. Bei den meist ohne Antwort bleibenden kurzen «Short Notes» geht es demnach darum, die ganze Gruppe zu informieren - die schwatzhafteren «Close Calls» zielen hingegen auf Geplauder mit einem bestimmten Gruppenmitglied ab.
HalsbÀnder zeichneten kontinuierlich Audiodaten auf
Das Team hatte ErdmĂ€nnchen in mehreren Gruppen in einem Forschungszentrum in SĂŒdafrika untersucht. Die Tiere bekamen HalsbĂ€nder, die kontinuierlich Audiodaten aufzeichneten, zudem wurde ĂŒber GPS im Sekundentakt die jeweilige Position erfasst. Die Forschenden konnten also sehen, welches Tier wann und wo welches GerĂ€usch produzierte.
«Wir sahen, dass bei einem Close Call die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass innerhalb von weniger als einer halben Sekunde ein benachbartes Tier antwortet», erklĂ€rte Demartsev. Bei den Short Notes gebe es dieses Muster nicht: «Alle rufen fast zur gleichen Zeit und es gibt keine Struktur.» Ăber seine Ergebnisse berichtet das Team im Fachjournal «Philosophical Transactions of the Royal Society B Biological Sciences».
ErdmĂ€nnchen (Suricata suricatta) leben in trockenen Regionen des sĂŒdlichen Afrikas. Jede Gruppe umfasst etwa 20 Tiere. Ein dominantes MĂ€nnchen und ein dominantes Weibchen zeugen etwa 80 Prozent des gesamten Nachwuchses, der dann von den Gruppenmitgliedern gemeinsam groĂgezogen wird. Die Tiere leben in Erdbauten, deren EingĂ€nge bewacht werden.


