Erdnüsse, Diabetes

Erdnüsse und Diabetes: PeLS-Lipidsignatur hängt mit geringerem Risiko zusammen

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 10:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Erdnuss-Lipidsignatur war statistisch mit geringerem Typ-2-Diabetesrisiko verbunden; der Zusammenhang hing weitgehend mit dem BMI zusammen.

Erdnüsse und Blutlipide: Studie findet Verbindung zu Diabetesrisiko
Eine Nahaufnahme von rohen Erdnüssen in der Schale auf einem rustikalen Holztisch bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Untersuchungen liefern neue Einblicke in die Zusammenhänge zwischen Ernährungsgewohnheiten und metabolischen Prozessen im menschlichen Körper.

Eine im Fachjournal American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichte Untersuchung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) und der Universität Barcelona widmete sich der Frage, wie sich der regelmäßige Verzehr von Erdnüssen auf das Lipidprofil im Blut auswirkt und welche statistischen Verbindungen zu chronischen Erkrankungen bestehen.

Für die Analyse kombinierten die Wissenschaftler Daten aus einer kontrollierten Interventionsstudie mit langfristigen Beobachtungen einer großen epidemiologischen Kohorte.

Fettmuster im Blut nach regelmäßigem Verzehr

Grundlage der laborchemischen Auswertungen war die sogenannte ARISTOTLE-Intervention. An dieser sechsmonatigen Studie nahmen 63 gesunde Erwachsene im Alter von 18 bis 33 Jahren teil. Die Probanden wurden in Gruppen eingeteilt und konsumierten täglich entweder 25 Gramm geröstete Erdnüsse in der Schale, 32 Gramm Erdnussbutter oder 32 Gramm einer Kontrollbutter mit Erdnussöl.

Mithilfe moderner Lipidomik identifizierten die Forscherteams des DIfE und der Universität Barcelona insgesamt 51 verschiedene Fettsäuremuster im Blut der Teilnehmenden. Dabei ließ sich eine spezifische Erdnuss-Lipidsignatur namens PeLS nachweisen. Diese Signatur zeichnete sich durch erhöhte überlangkettige gesättigte Fettsäuren (VLCSFA) aus, wobei insbesondere die Fettsäuren C24:0 und C22:0 nach der Erdnussintervention messbar anstiegen.

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Beobachtungsdaten aus der EPIC-Potsdam-Kohorte

Um herauszufinden, ob die identifizierten Biomarker im Blut mit langfristigen Gesundheitsrisiken zusammenhängen, übertrugen die Forscher das Profil auf die Daten der EPIC-Potsdam-Studie. Dieses Kollektiv umfasste über 27.000 Teilnehmende. Im Rahmen der dortigen Nachbeobachtungszeit wurden 774 Neuerkrankungen an Typ-2-Diabetes sowie 545 Herz-Kreislauf-Erkrankungen dokumentiert.

Der Abgleich zeigte, dass die Lipidsignatur PeLS statistisch mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes assoziert war. Für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ließ sich dagegen keine vergleichbare Risikoreduktion feststellen.

Bei einer vertieften Überprüfung der statistischen Zusammenhänge stellte sich zudem heraus, dass die Verbindung zwischen dem Lipidmuster und dem verringerten Diabetesrisiko weitgehend durch den Body-Mass-Index (BMI) der Probanden bedingt war.

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Aussagekraft und wissenschaftliche Einordnung

Die Studienautoren heben hervor, dass die beobachteten Muster zwar wertvolle Hinweise auf Stoffwechselprozesse liefern, die Ergebnisse jedoch rein beobachtender Natur sind. Sie belegen eine statistische Assoziation und stellen keinen wissenschaftlichen Beweis dafür dar, dass der verzehr von Erdnüssen Diabetes aktiv verhindern kann.

Für endgültige Kausalitätsnachweise und konkrete Ernährungsempfehlungen seien weitere klinische Untersuchungen notwendig, die auch den allgemeinen Lebensstil und metabolische Einflussfaktoren wie das Körpergewicht differenziert berücksichtigen.

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