ErnÀhrung gegen Darmkrebs: 80 Prozent der Patienten essen zu viel Zucker
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 10:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Darmkrebs zĂ€hlt zu den drei hĂ€ufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Doch die Forschung zeigt: Die richtige ErnĂ€hrung kann das Risiko deutlich senken. Kalzium, Vitamin D und Ballaststoffe spielen dabei eine zentrale Rolle â wĂ€hrend Softdrinks und verarbeitete Produkte das Gegenteil bewirken.
Kalzium und Vitamin D: Schutz aus der Nahrung
Bereits die EPIC-Studie aus dem Jahr 2013 zeigte: Kalzium aus Milchprodukten senkt das Erkrankungsrisiko. Eine erneute Auswertung der Daten von 2022 bestĂ€tigte diesen Effekt und identifizierte zusĂ€tzlich Magnesium, Phosphor, Kalium, Riboflavin und Beta-Carotin als potenziell schĂŒtzende NĂ€hrstoffe.
Auch Vitamin D scheint eine wichtige Rolle zu spielen. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2019 deutete darauf hin, dass höhere Blutspiegel mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit fĂŒr Darmkrebs korrelieren. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) fand zudem Hinweise, dass eine Vitamin-D-Einnahme ab dem 50. Lebensjahr die Krebssterblichkeit senken könnte.
Die laufende VICTORIA-Studie untersucht derzeit, ob Vitamin D3 tumorassoziierte Erschöpfung lindern kann. Experten raten jedoch: Eine Supplementierung nur bei nachgewiesenem Mangel und unter Àrztlicher Aufsicht.
Softdrinks und Fertigprodukte: Die Risikofaktoren
ZuckergesĂŒĂte GetrĂ€nke und industriell verarbeitete Lebensmittel erhöhen das Krebsrisiko messbar. Eine Auswertung der UK-Biobank-Studie mit 20.000 Teilnehmern zeigte: Steigt der Anteil hochverarbeiteter Lebensmittel in der ErnĂ€hrung um zehn Prozent, wĂ€chst das Risiko fĂŒr die Gesamtsterblichkeit um sechs Prozent.
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Ein ErnĂ€hrungsmediziner des UniversitĂ€tsklinikums Schleswig-Holstein fĂŒhrt den negativen Effekt vor allem auf Softdrinks und FruchtsĂ€fte zurĂŒck. Ein Onkologe bestĂ€tigt das Bild: In seiner ĂŒber 17 Jahre laufenden Untersuchung an mehr als 1.000 Patienten wiesen rund 80 Prozent der Darmkrebspatienten ein ErnĂ€hrungsmuster mit viel raffiniertem Zucker, ungesunden Fetten und wenig Ballaststoffen auf.
Ballaststoffe: Das unterschÀtzte Superfood
Ballaststoffe sind entscheidend fĂŒr ein gesundes Mikrobiom â und damit fĂŒr die Darmgesundheit. Doch nur etwa 15 Prozent der Erwachsenen erreichen die empfohlenen Mengen. Projekte wie das bis Anfang 2026 laufende Vorhaben âBaMiKo" klĂ€ren deshalb gezielt Jugendliche ĂŒber ballaststoffreiche Kost auf.
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Bei pflanzenbasierten ErnĂ€hrungsformen zeigt sich ein differenziertes Bild: Vegetarier haben laut einer Studie im British Journal of Cancer ein deutlich geringeres Risiko fĂŒr bestimmte Krebsarten. FĂŒr Veganer wurde allerdings ein um 40 Prozent höheres Darmkrebsrisiko festgestellt â die Autoren fĂŒhren das auf eine damals oft geringere Kalziumzufuhr zurĂŒck. Moderne vegane Produkte sind heute jedoch hĂ€ufig mit diesen NĂ€hrstoffen angereichert.
Hormone und FrĂŒherkennung: Weitere Puzzleteile
Die Forschung untersucht auch hormonelle EinflĂŒsse. Eine dĂ€nische Kohortenstudie mit fast zwei Millionen Frauen kam Ende Juli zu einem beruhigenden Ergebnis: Hormonelle VerhĂŒtungsmittel erhöhen das Darmkrebsrisiko nicht klinisch relevant â senken es aber auch nicht.
Der wichtigste Schutz bleibt die Vorsorge. Eine im Juni in Berlin vorgestellte neue Generation eines begehbaren Darmmodells informiert die Bevölkerung anschaulich ĂŒber die Entstehung von Karzinomen. Mediziner empfehlen Vorsorgekoloskopien ab 45 Jahren â Polypen können so frĂŒhzeitig erkannt und entfernt werden. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Innere Medizin rĂ€t zudem, den ErnĂ€hrungsstatus von Tumorpatienten bereits ab der Diagnose regelmĂ€Ăig zu erfassen, um MangelernĂ€hrung entgegenzuwirken.
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