ErnÀhrung, Lebensmittel

ErnÀhrung: Mindestens 30 pflanzliche Lebensmittel pro Woche

28.05.2026 - 11:48:43 | boerse-global.de

Das Mikrobiom beeinflusst Immunsystem und Psyche. Studien belegen ZusammenhÀnge zwischen Darmflora, Rheuma und Hauterkrankungen.

ErnĂ€hrung: Mindestens 30 pflanzliche Lebensmittel pro Woche - Bild: ĂŒber boerse-global.de
ErnĂ€hrung: Mindestens 30 pflanzliche Lebensmittel pro Woche - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Aktuelle Untersuchungen belegen: Das Mikrobiom beeinflusst Immunsystem, Gewicht und sogar die psychische Verfassung.

Die Gelenk-Darm-Achse

Der Darm beherbergt rund 70 Prozent aller Immunzellen. Das erklĂ€rten die Wicker-Kliniken Ende Mai. Eine sogenannte Gelenk-Darm-Achse verbindet rheumatoide Arthritis direkt mit der Darmflora. Bereits 2022 zeigte eine Studie der UniversitĂ€t Augsburg: Rheuma-Patienten haben ein erhöhtes Risiko fĂŒr chronisch-entzĂŒndliche Darmerkrankungen. Als unterstĂŒtzende Maßnahme empfehlen Fachleute die MittelmeerdiĂ€t.

Anzeige

Chronische Gelenkbeschwerden und EntzĂŒndungsprozesse im Körper hĂ€ngen oft eng mit der tĂ€glichen ErnĂ€hrung zusammen. Wie Sie mit den richtigen Lebensmitteln EntzĂŒndungen natĂŒrlich bekĂ€mpfen und Ihre VitalitĂ€t steigern, erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber. Die 12 stĂ€rksten EntzĂŒndungs-Killer jetzt gratis entdecken

Ähnliche ZusammenhĂ€nge gibt es zwischen Darm und Haut. Bei Neurodermitis findet sich oft eine gestörte Darmflora – mit Mangel an Bifidobakterien und einer durchlĂ€ssigen Darmbarriere. Das sogenannte Leaky-Gut-Syndrom kann EntzĂŒndungen fördern. Die Therapie setzt daher nicht nur auf Hautpflege, sondern auch auf MikronĂ€hrstoffe wie Zink, Vitamin D und Omega-3-FettsĂ€uren.

Vielfalt ist der SchlĂŒssel

ErnĂ€hrungsexpertin Petra Orzech empfiehlt tĂ€glich 500 Gramm GemĂŒse und 30 Gramm Ballaststoffe. Ein zentraler Richtwert: mindestens 30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel pro Woche.

Influencerin Lilith Riemenschneider griff das Thema am 28. Mai auf. Sie betont Vielfalt ohne strikte Verbote. Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) bewertet solche digitalen Anregungen positiv – warnt aber: Sie ersetzen keine professionelle Fachberatung.

Anzeige

Ob Gelenkschmerzen oder stĂ€ndige MĂŒdigkeit – oft stecken stille EntzĂŒndungen dahinter, die durch eine gezielte Auswahl an Lebensmitteln gelindert werden können. Dieser praktische Leitfaden inklusive Selbsttest zeigt Ihnen, wie Sie Ihre ErnĂ€hrung ohne teure Spezialprodukte optimieren. Kostenlosen PDF-Ratgeber zur antientzĂŒndlichen ErnĂ€hrung anfordern

Fermentierte Lebensmittel spielen eine SchlĂŒsselrolle:
- Sauerkraut stĂ€rkt die Darmbarriere durch Ballaststoffe und Butyrat. Fachleute raten zu 100 bis 150 Gramm tĂ€glich – mit EinschrĂ€nkung bei Histaminintoleranz
- Kombucha liefert probiotische Kulturen und Antioxidantien
- GrĂŒner Tee wird oft als Abnehmhelfer beworben. Die Wirkung ist moderat: Koffein und Catechine steigern den Kalorienverbrauch um 60 bis 80 Kilokalorien pro Tag

Risiken durch Pestizide und Trends

Foodwatch testete am 27. Mai 64 Produkte – darunter Eigenmarken von Lidl, Aldi, Edeka und Rewe sowie Marken wie Teekanne und Meßmer. Ergebnis: In 43 Produkten fanden sich in der EU nicht zugelassene Pestizide. Ein Chili-Mix enthielt 22 verschiedene RĂŒckstĂ€nde. Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) sieht kein akutes Gesundheitsrisiko. VerbraucherschĂŒtzer fordern dennoch striktere Regeln.

Die Schweizer Behörde Swissmedic warnte am 26. Mai vor Lugolscher Lösung zur Jodsupplementierung. Hochdosierte PrĂ€parate können schwere SchilddrĂŒsenschĂ€den verursachen – und sind nicht als NahrungsergĂ€nzungsmittel zugelassen.

Kritik gibt es auch an etablierten ErnĂ€hrungsleitlinien. Experte Sven-David MĂŒller bemĂ€ngelte am 27. Mai: Empfehlungen zu Fett und Eiern seien ĂŒberholt. Die DGE stellte bereits 2015 fest: FĂŒr eine Low-Fat-ErnĂ€hrung gibt es keinen gesicherten Zusammenhang mit der Vermeidung von Herzkrankheiten. Die Reduzierung der Eier-Empfehlung erfolgte eher aus Nachhaltigkeits- als aus GesundheitsgrĂŒnden.

de | wissenschaft | 69431983 |