Eschachpark ausgelastet: Niedereschach befragt Bürger zu Wohnbedarf im Alter
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 13:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wie viel betreutes Wohnen, wie viele barrierefreie Wohnungen und welche Unterstützungsangebote braucht eine Gemeinde für ihre älter werdende Bevölkerung? Dieser Frage geht ein Studienprojekt der Hochschule Furtwangen im Niedereschacher Ortsteil Kappel nach. Fünf Studentinnen befragen dafür die Bürgerinnen und Bürger der Gesamtgemeinde zu ihren Bedürfnissen im Alter.
Anlass: Ausgelastete Einrichtungen und gescheiterte Pläne
Hintergrund der Befragung ist eine konkrete Engpasssituation vor Ort: Der Eschachpark im Kernort Niedereschach ist nach Angaben der Hochschule Furtwangen ausgelastet und führt Wartelisten. Eine zuvor diskutierte Variante für eine zusätzliche Einrichtung in Schabenhausen wurde nicht umgesetzt.
Vor diesem Hintergrund soll die Studie systematisch klären, wie groß der tatsächliche Bedarf an altersgerechtem Wohnraum in der Gemeinde ist und welche Form der Unterstützung sich die Bevölkerung wünscht.
Wer befragt wird und wie
Die Teilnahme an der Erhebung steht allen Einwohnerinnen und Einwohnern der Gesamtgemeinde ab 18 Jahren offen – nicht nur älteren Menschen selbst, sondern auch jüngeren Generationen, die etwa als Angehörige von der Wohnsituation im Alter betroffen sein könnten.
Die Befragung ist anonym und freiwillig, sie läuft bis zum 15. Oktober 2026 und beansprucht nach Angaben der Hochschule Furtwangen etwa 10 bis 15 Minuten Zeit. Erhoben werden soll der Bedarf an betreutem Wohnen, barrierefreien Wohnungen sowie an ergänzenden Unterstützungsangeboten für ältere Menschen.
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Breite Beteiligung als Ziel
Dass die Umfrage sich an die gesamte erwachsene Bevölkerung richtet, hat methodische Gründe: Nur mit einer breiten Datenbasis lässt sich ein realistisches Bild davon zeichnen, wie groß der künftige Bedarf tatsächlich ist und wie er sich über die einzelnen Ortsteile verteilt.
Angesichts der bereits bestehenden Wartelisten im Eschachpark dürfte die Frage, ob und wo zusätzlicher Wohnraum für Seniorinnen und Senioren entstehen sollte, für die Gemeinde von unmittelbarer praktischer Relevanz sein.
Weiteres Vorgehen
Die aus der Befragung gewonnenen Erkenntnisse sollen voraussichtlich Anfang 2027 dem Orts- und Gemeinderat vorgestellt werden. Die Hochschule Furtwangen betont dabei, dass eine konkrete Umsetzung betreuten Wohnens damit noch nicht feststeht – die Studie liefert zunächst eine Bedarfsanalyse, auf deren Grundlage die kommunalpolitischen Gremien über mögliche nächste Schritte entscheiden können. Ob und in welcher Form zusätzliche Angebote entstehen, hängt somit von den Ergebnissen der Befragung und der anschließenden politischen Beratung ab.
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Für die Gemeinde Niedereschach steht damit ein Prozess an, der exemplarisch für viele Kommunen sein dürfte, die mit einer alternden Bevölkerung und begrenzten Kapazitäten bestehender Betreuungseinrichtungen konfrontiert sind: Zunächst soll der tatsächliche Bedarf wissenschaftlich fundiert erhoben werden, bevor über konkrete bauliche oder organisatorische Maßnahmen entschieden wird.
