Eselshaut-Gelatine, Millionen

Eselshaut-Gelatine: 6 Millionen Tiere pro Jahr für Beauty-Trend

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 01:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Wissenschaftliche Belege für Hautverjüngung durch Kollagen sind schwach. Experten raten zu Ernährung und Lebensstil statt teurer Pulver.

Kollagen-Hype: Briten geben Milliarden für Supplemente aus
Nahaufnahme einer nachdenklichen Frau mit feinen Falten, im Hintergrund unscharfe Kollagenpräparate. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Markt für Kollagen-Pulver, Kapseln und Kaffee-Zusätze boomt. Doch Experten warnen: Die versprochene Hautverjüngung ist wissenschaftlich kaum belegt.

Zweifelhafte Wirkung im Körper

Ernährungswissenschaftler zerlegen den Kollagen-Hype. Im Verdauungstrakt wird das Protein wie jedes andere in seine Bestandteile zerlegt. Eine Garantie, dass die Aminosäuren gezielt in die Hautschichten gelangen, gibt es nicht.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat daher keine gesundheitsbezogenen Angaben für Kollagen zur Hautverbesserung genehmigt. Eine Übersichtsarbeit von 2023 bescheinigte den Präparaten zwar bescheidene Vorteile für Hautfeuchtigkeit und Elastizität – von einem Wundermittel sei man aber weit entfernt.

Besonders kritisch sehen Fachleute den Trend, Kollagenpulver in den Morgenkaffee zu mischen. Die wissenschaftliche Beweislage für sichtbare Hautverbesserung durch diese Praxis? Nicht überzeugend.

Hohe ökologische Kosten

Doch nicht nur die Wirksamkeit ist fraglich. Die Produktion der Inhaltsstoffe hat drastische Folgen:

Für Ejiao (Eselshaut-Gelatine) werden jährlich schätzungsweise sechs Millionen Esel geschlachtet. Britische Lebensmittelbehörden warnten bereits vor diesen Inhaltsstoffen, die oft über große Online-Plattformen vertrieben werden.

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Ähnlich problematisch: Squalen in Kosmetika. Rund 20 Prozent dieses Wirkstoffs stammen noch aus Haien – jährlich sterben dafür etwa sechs Millionen Tiere. Auch Krillöl oder Bienengift als „natürliches Botox“ versprechen oft mehr, als sie halten können.

Was wirklich hilft

Statt teurer Pulver setzen Experten auf andere Strategien:

Topische Wirkstoffe wie Retinal – ein Vitamin-A-Derivat – reduzieren Falten und Pigmentflecken nachweislich schneller als klassisches Retinol. Neuere Ansätze aus der epigenetischen Forschung versprechen laut Hersteller bereits nach zwei Wochen sichtbare Ergebnisse.

Gezielte Ernährung mit ausreichend Vitamin C und Eiweiß unterstützt die körpereigene Kollagenproduktion. Forscher der University of Cambridge diskutieren zudem, ob die aktuellen Protein-Empfehlungen (0,8 g pro Kilogramm Körpergewicht) für Ältere oder sehr Aktive ausreichen.

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Lebensstil schlägt jedes Supplement: Verzicht auf Nikotin und Alkohol, konsequenter UV-Schutz, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung – das sind die effektivsten Mittel gegen Hautalterung.

Vorsicht vor Social-Media-Trends

Medizinjournalisten warnen vor gefährlichen Entwicklungen in sozialen Medien. Gelatine wird dort fälschlich als natürlicher Ersatz für Abnehmspritzen beworben. Bei Fehlgebrauch droht Mangelernährung – ohne die versprochenen metabolischen Effekte.

Selbst Kreatin, bekannt aus dem Kraftsport, wird neu erforscht: Eine UCLA-Studie an Mäusen untersuchte, wie der Wirkstoff die Immunantwort gegen Tumore unterstützen könnte. Klinische Studien am Menschen stehen jedoch noch aus.

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